Ausgabe Nummer 44 (2007)
Garten der Bäuerin: Oktobergarten
Da bin ich doch wieder einmal spät dran mit Kochen, und das Gemüse reicht nicht für
alle. Also husch in den Garten, grün leuchtets ja schon lange, die Endivien sind sicher
gross genug zum Ernten, und Salat haben alle gern. Ehem ? etwas grösser dürften die
Pflanzen schon sein, und diese Flecken auf dem Grün sehen auch nicht gut aus...
Fachleute wissen Rat
Naja, so kommts eben, wenn frau sich um alles andere und erst zuletzt um ihren Garten kümmert. Eine Rückfrage beim Samenhändler hat ergeben, dass die Flecken (sie sehen ähnlich aus wie Alternaria auf Rüeblikraut) eine Folge des warmen Wetters seien, eigentlich harmlos. Braune Stellen an den Blattrispen seien Anzeichen dafür, dass der Salat erntereif sei. Aber noch so klein? Ja, das sei nun allerdings untypisch, meinte der Fachmann. Nach diesem idealen Wetter müssten die einzelnen Pflanzen riesengross sein. Was denn gedüngt worden sei? Eben gar nichts, ging es mir durch den Kopf; die Kompostgabe wurde mehrmals verschoben und dann vergessen. Gegossen habe ich auch nie ? schon bald ein kleines Wunder, dass ich trotzdem etwas für die Salatschüssel holen kann. Könnten denn die braunen Flecken auch Mangelzeichen sein? Da beruhigte mich die Person am anderen Ende der Telefonleitung, nein, die Schmalhanskost für Pflanzen zeige sich in der Grösse, die Sonnenflecken seien diesen Herbst keine Seltenheit. Zur Sicherheit solle ich nachprüfen, ob eventuell Schädlinge an den Wurzeln seien. Wo Pappeln in der Nähe stünden, sei dies vermehrt beobachtet worden; im Befallsfall müsste man etwas giessen.
Endivien
In einem der Samenkataloge steht, dass Endivien bei den Ägyptern und den Griechen eine beliebte Salatpflanze war. Da tummeln wir uns ja in bester Kultur! Ich suche mir immer die glatten Sorten heraus in der Meinung, sie seien leichter zu waschen. Die Friséetypen würden mir schon gefallen, und auch dass sie einen «milden, kernigen Geschmack» haben sollen, macht sie interessant. Und eine sämige Salatsauce würde ideal haften im Gekrausten, aber wenn da eine Schneckenfamilie durchgezogen ist, wie krieg? ich deren Spur wieder raus? Also bleibts beim wüchsigen, robusten krautigen Typ. Aber warum legen alle Samenanbieter so grossen Wert aufs Bleichen? Nachdem alle grünen Gemüse gerade auch wegen ihrer Farbe so bekömmlich sind, ist doch ein grüner Endiviensalat ein weiteres Stückchen Gesundheit auf dem Tisch. Wenns wegen des Zartseins wäre ? wofür geben wir uns denn so viel Mühe für ein gesundes Gebiss?!
Mitesser
Nun also, ausgesät waren die Herbstsalate im Juni schnell, pikierreif erlebte ich die erste Überraschung: kleine grüne Raupen frassen sich im grünen Teppich satt. Die meisten Pflänzchen erholten sich schnell und konnten bald einmal ausgesetzt werden. Auf dem Gartenbeet erlebten sie zum zweiten Mal Raupenattacken, diesmal waren es Erdraupen. Nicht jeder Fressangriff kostete einen Setzling, aber dennoch ? lieber von Anfang an genügend Pflanzen anziehen. Um beim Tierischen zu verbleiben: In den letzten Jahren fand ich immer mehr Asseln und Regenwürmer in den Endivien und Zichorien (Zuckerhut und Palla rossa), je länger die Salate auf den Beeten verblieben. Was wiederum die Rüstzeit erheblich verlängerte...
Raupen
Spuren dieser gefrässigen Tierchen stellte ich auch an den aufrechten Geranien fest. Als Erstes fielen die Löcher auf, beim genaueren Hinsehen der hinterlassene Kot. Also pingelig genaues Absuchen jedes Pflanzentriebes nach den grünen oder braunen Raupen und Vernichten derselben. Fortwerfen nützt nichts, zielstrebig sind die Tiere schnell wieder da, wenn nötig auch mehrere Male! Die chemische Keule kam für mich nicht in Frage, da dicht dabei die reifen Trauben hingen. Glücklicherweise war diesmal die Raupeninvasion spät im Jahr, sodass nach den jungen Blättern nicht auch noch alle Blüten abgefressen wurden. Ebenfalls eine beliebte Raupennahrung scheint Fenchelkraut zu sein, jedenfalls winken da auch nur noch kahle Rispen; hier habe ich irgendwann einmal die Rüebliraupe an der Arbeit gesehen. Im Lauch hats auch, am Broccoli waren sie, selbst im Mangold fühlen sie sich wohl. Es gäbe auch hier die entsprechenden Spritzmittel, doch weil ich jedes Plätzchen mit Salat auszufüllen pflege, kann ich das nicht. Drum bleibts beim ganz privaten Kampf gegen die Insekten, der nicht immer sehr konsequent ist, denn Schmetterlinge sehe ich dann doch wieder ganz gerne.
Ruth Merk
Fachleute wissen Rat
Naja, so kommts eben, wenn frau sich um alles andere und erst zuletzt um ihren Garten kümmert. Eine Rückfrage beim Samenhändler hat ergeben, dass die Flecken (sie sehen ähnlich aus wie Alternaria auf Rüeblikraut) eine Folge des warmen Wetters seien, eigentlich harmlos. Braune Stellen an den Blattrispen seien Anzeichen dafür, dass der Salat erntereif sei. Aber noch so klein? Ja, das sei nun allerdings untypisch, meinte der Fachmann. Nach diesem idealen Wetter müssten die einzelnen Pflanzen riesengross sein. Was denn gedüngt worden sei? Eben gar nichts, ging es mir durch den Kopf; die Kompostgabe wurde mehrmals verschoben und dann vergessen. Gegossen habe ich auch nie ? schon bald ein kleines Wunder, dass ich trotzdem etwas für die Salatschüssel holen kann. Könnten denn die braunen Flecken auch Mangelzeichen sein? Da beruhigte mich die Person am anderen Ende der Telefonleitung, nein, die Schmalhanskost für Pflanzen zeige sich in der Grösse, die Sonnenflecken seien diesen Herbst keine Seltenheit. Zur Sicherheit solle ich nachprüfen, ob eventuell Schädlinge an den Wurzeln seien. Wo Pappeln in der Nähe stünden, sei dies vermehrt beobachtet worden; im Befallsfall müsste man etwas giessen.
Endivien
In einem der Samenkataloge steht, dass Endivien bei den Ägyptern und den Griechen eine beliebte Salatpflanze war. Da tummeln wir uns ja in bester Kultur! Ich suche mir immer die glatten Sorten heraus in der Meinung, sie seien leichter zu waschen. Die Friséetypen würden mir schon gefallen, und auch dass sie einen «milden, kernigen Geschmack» haben sollen, macht sie interessant. Und eine sämige Salatsauce würde ideal haften im Gekrausten, aber wenn da eine Schneckenfamilie durchgezogen ist, wie krieg? ich deren Spur wieder raus? Also bleibts beim wüchsigen, robusten krautigen Typ. Aber warum legen alle Samenanbieter so grossen Wert aufs Bleichen? Nachdem alle grünen Gemüse gerade auch wegen ihrer Farbe so bekömmlich sind, ist doch ein grüner Endiviensalat ein weiteres Stückchen Gesundheit auf dem Tisch. Wenns wegen des Zartseins wäre ? wofür geben wir uns denn so viel Mühe für ein gesundes Gebiss?!
Mitesser
Nun also, ausgesät waren die Herbstsalate im Juni schnell, pikierreif erlebte ich die erste Überraschung: kleine grüne Raupen frassen sich im grünen Teppich satt. Die meisten Pflänzchen erholten sich schnell und konnten bald einmal ausgesetzt werden. Auf dem Gartenbeet erlebten sie zum zweiten Mal Raupenattacken, diesmal waren es Erdraupen. Nicht jeder Fressangriff kostete einen Setzling, aber dennoch ? lieber von Anfang an genügend Pflanzen anziehen. Um beim Tierischen zu verbleiben: In den letzten Jahren fand ich immer mehr Asseln und Regenwürmer in den Endivien und Zichorien (Zuckerhut und Palla rossa), je länger die Salate auf den Beeten verblieben. Was wiederum die Rüstzeit erheblich verlängerte...
Raupen
Spuren dieser gefrässigen Tierchen stellte ich auch an den aufrechten Geranien fest. Als Erstes fielen die Löcher auf, beim genaueren Hinsehen der hinterlassene Kot. Also pingelig genaues Absuchen jedes Pflanzentriebes nach den grünen oder braunen Raupen und Vernichten derselben. Fortwerfen nützt nichts, zielstrebig sind die Tiere schnell wieder da, wenn nötig auch mehrere Male! Die chemische Keule kam für mich nicht in Frage, da dicht dabei die reifen Trauben hingen. Glücklicherweise war diesmal die Raupeninvasion spät im Jahr, sodass nach den jungen Blättern nicht auch noch alle Blüten abgefressen wurden. Ebenfalls eine beliebte Raupennahrung scheint Fenchelkraut zu sein, jedenfalls winken da auch nur noch kahle Rispen; hier habe ich irgendwann einmal die Rüebliraupe an der Arbeit gesehen. Im Lauch hats auch, am Broccoli waren sie, selbst im Mangold fühlen sie sich wohl. Es gäbe auch hier die entsprechenden Spritzmittel, doch weil ich jedes Plätzchen mit Salat auszufüllen pflege, kann ich das nicht. Drum bleibts beim ganz privaten Kampf gegen die Insekten, der nicht immer sehr konsequent ist, denn Schmetterlinge sehe ich dann doch wieder ganz gerne.
Ruth Merk
