Ausgabe Nummer 30 (2006)

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Garten der Bäuerin - Welch ein Sommer!

Schon am Johannistag, 24. Juni, war das Wetter schön und heiss. Zur Gartenbegehung durch die Denkmalpflege konnte sich mein Garten von der schönsten Seite zeigen: Gemüse, Kartoffeln und Erdbeeren standen in üppiger Fülle, und im Ziergarten hatten die Beet- und Rankrosen und die Rosenbäumchen im Buchsgärtchen ihre prächtigen Blüten aufgesteckt. Seither ist ein heisser Monat vergangen mit hohen Tagestemperaturen bis zu 34 Grad. In dieser Zeit erlebten wir nur einmal einen ausgiebigen Regen! Wir versuchen also, gegen die Hitze anzukämpfen für unser eigenes, körperliches Wohlbefinden und das Überleben der Gartenvegetation. Dabei können uns Erfahrungen aus dem Hitzesommer 2003 nützlich sein.

Um den Boden vor dem Austrocknen zu bewahren, decken wir so viel als möglich mit geeignetem Material ab, bei kleinen Zwischenräumen dient mir angetrocknetes Rasengras, unter Tomaten (im Folienhaus), bei Gurken, Zuccetti, Kürbis, Zuckermais, den Strauchbeeren und deren Zwischenräumen wurde dick mit Stroh abgedeckt. Auch das Beet mit der Erdbeer-Neupflanzung (bis Mitte August) wird mit Stroh geschützt. Besonders schwierig ist bei dieser Hitze und Trockenheit das Säen und Setzen in die abgeernteten Beete, die nochmals bestellt werden können. Andernfalls sät man zur Bedeckung des Bodens einen Gründüngungssamen z.B. Phazelia. Bleibt der Regen noch lange aus, wird das vorbereitete Beet gleichmässig und ausgiebig überbraust und vor dem Säen in die Saatrillen zusätzlich Wasser gegossen. Setzlinge stellten wir in ein Wassergefäss, damit sich die Wurzelballen vor dem Pflanzen vollsaugen können, gründliches Angiessen ist selbstverständlich. Nun ziehen wir über die Metallbögen alte Leintücher zum schattieren. Ich war erstaunt, dass ich diese Empfehlung im neuesten bioterra-Heft lesen konnte. So hat man also auch an dieser professionellen Stelle den Wert dieser einfachen, wirksamen Massnahme erkannt!

Für die letzten Saaten liegt Chinakohl, Zichorie Verona und Grumolo (bis anfangs August), nochmals Rucola und Misticanza, Spinat (6 Reihen) bis Mitte September und Petersilie (krause und italienische) bereit. Nüsslisalat (8 Reihen) wird bis Mitte September in 2 bis 4 Sätzen ausgesät. Da er Dunkelkeimer ist, belege ich das Beet mit feuchten Jutesäcken, was bei dieser Trockenheit auch für andere Saaten von Vorteil ist.

Zum Auspflanzen kommen noch Zuckerhut, Blumenkohl, Brokkoli, winterharter Kabis und Kohl bis anfangs August, Kopfsalat, Endivien und Kohlräbli bis 20. August. Auch die Pflanzbeete werden mit Leintüchern schattiert.

In den Blumenrabatten habe ich trotz frühzeitiger, chemischer Bekämpfung nochmals junge, schwarze Winden entdeckt. Sofort nehme ich mir das exakte Ausstechen dieses lästigen Unkrautes vor - in der Hoffnung, dass es bei dieser Trockenheit aushungert. Nicht auf den Kompost werfen, sondern trocknen und verbrennen! Bei älteren Schwertlilien haben wir die Erscheinung wie bei vielen Blütenstauden: die Mitte treibt keine Blumenstängel mehr aus. Das Neupflanzen oder Verjüngen der Schwertlilien (Bartiris) muss im Juli bis August vorgenommen werden. Weil die Rhizome nur wenig Wurzeln haben, müssen sie bis im Herbst gut eingewachsen sein. Wir graben den ganzen Wurzelstock aus, werfen den erschöpften Teil weg, geben neue Erde zur Pflanzstelle und setzen sorgfältig einige junge Rhizome wieder ein. Die Wurzeln werden fast flach ausgebreitet und nicht senkrecht in die Erde gesteckt. Kontrolle der Pflanzstelle ist nötig, ein heftiger Regen (den wir doch so sehnlich erwarten) könnte die lockere Deckerde wegschwemmen.

Nötig ist das erfrischende ?Nass vom Himmel? für Mensch, Tier und die ganze Natur. Wann wird es kommen? Und vergessen wir dann das Danken nicht!

Gertrud Kaderli