Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Gartenschläuche

Ausgabe Nummer 33 (2014)

Gartentipps vom Fachmann

In vergangenen Zeiten kamen die Menschen ohne Schläuche aus: römische Kaiser liessen einfach Aquädukte bauen und wenn es mal schnell gehen sollte, wurden die Gärtner mit Tonkrügen zum Wasser holen geschickt. Auch wenn die eine oder andere Sache durchaus ihren Charme hat, wird man den Wassertransport im Garten heute vermutliche eher PVCund Gummischläuchen anvertrauen.

Das Material entscheidet
Äusserlich erscheinen sie zunächst alle gleich. Kein Wunder, denn die Qualitätsunterschiede sind nicht so offensichtlich. PVC ist die preisgünstigste Variante und lässt sich gut, kostengünstig und einfach verarbeiten. Die mechanischen, chemischen und thermischen Eigenschaften fallen bei PVC schlechter aus wie synthetischer oder natürlicher Kautschuk. Die thermische Beständigkeit liegt bei Kautschuk von – 40 °C bis 90 °C wesentlich höher als bei PVC –12 °C bis 60 °C. Die PVC-Schlauchhersteller machen aus ihren Materialrezepten ein grosses Geheimnis. Was noch beigemischt wird, ist für den Endkunden in der Regel nicht erkennbar. Schwermetall-, Barium- und Cadmium-Freiheit sollten eigentlich selbstverständlich sein. Doch wo dieser Hinweis fehlt, muss immer noch mit umwelt- und gesundheitsschädigenden Stoffen gerechnet werden.

Aufbau und Qualität
Der Aufbau ist bei allen Gartenschläuchen in der Regel gleich. Eine glatte Innenseele für den geringen Strömungswiderstand, Gewebeverstärkung, um dem Wasserdruck standzuhalten und Formstabilität zu gewährleisten sowie eine glatte Aussendecke mit Verdreh-, Abrieb- und UV-Schutz sind allen Schläuchen gemein. Die Dicke und vor allem die Beschaffenheit der Innenseele sind dafür entscheidend, wie gut das Wasser durch den Schlauch fliessen kann. Das ist beim Kauf schlecht oder gar nicht überprüfbar, nur ein vorhandenes Schnittprofil kann hier etwas Aufschluss geben. Preiswerte Schläuche besitzen eine dünne, einschichtige Innenseele und Aussendecke und erreichen keine Wandstärke von 2 mm. Damit spart man Material und Herstellungsaufwand, mindert aber enorm die Formstabilität und Lebensdauer. Hochwertige Produkte haben einen mehrschichtigen Aufbau von über 2,5 mm.

Am besten «gestrickt»
Bei der Gewebeverstärkung sind drei Typen auf dem Markt erhältlich:
– Kreuzgewebe ohne Längsfaden, maximal 8 bar Betriebsdruck
– Kreuzgewebe mit Längsfaden, maximal 12 bis 15 bar Betriebsdruck
– Gestricktes Gewebe, maximal 20 bar Betriebsdruck.
Noch höher geht es bei der Kombination Kautschuk mit gestricktem Gewebe: Hier werden sogar Betriebsdrücke bis zu 40 bar erreicht. Im Normalfall reicht ein Betriebsdruck von 12 bis 15 bar für den Gebrauch im Garten vollkommen aus. Damit beim Kauf eines Gartenschlauchs die Qualität festgestellt werden kann, quetscht und dreht man den Schlauch stark. Wenn er sich schnell und ohne sichtbaren Spuren in die ursprüngliche Form zurückentwickelt, ist die Verarbeitung von guter Qualität.

Schlauchpflege
Die Lebensdauer von Schläuchen wird wesentlich von der Pflege beeinflusst. Sand und Steine schädigen irgendwann auch den besten Schlauch. Das Gleiche gilt bei Frosteinwirkung und UV-Strahlung. Deshalb sollten folgende Regeln beachtet werden: Wenn man den Schlauch beim Aufwickeln durch einen groben Putzlappen laufen lässt, wird die Aussenhülle geschützt. Zerren, Knicken, Verdrehen und Einklemmen sollten beim Gebrauch unter Druck vermieden werden. Bei längerer Nichtbenutzung sollten die Schläuche entleert und aufgewickelt werden. Im Winter die Schläuche trocken und im Dunkeln aufgewickelt auf einer Trommel (Durchmesser: Schlauchdurchmesser mal 20) lagern.


BBZ Arenenberg, Betrieb Gärtnerei,
Daniel Brogle










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