Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. April 2019


Gefragte Ernteversicherungen der Schweizer Hagel angesichts der zunehmenden Wetterextreme

Ausgabe Nummer 14 (2019)

Die Schweizer Hagel-Versicherung blickt auf ein wettermässig anspruchsvolles Jahr 2018 zurück, das ihre Ausrichtung auf umfassende Ernteversicherungen im Rahmen zunehmender klimatischer Herausforderungen bestätigt. In der Schweiz nahm das Prämienvolumen gegenüber dem Vorjahr um 6 % zu und erreichte Fr. 49,2 Mio.; zum Wachstum trugen auch zusätzliche Frost- und Trockenheitsdeckungen bei. Hagel, Sturm und weiträumige Dürre vor allem bei Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben und Grasland führten zu einem durchschnittlichen Schadenjahr. Im Ausland – Frankreich und Italien – nahm das Prämienvolumen um 4 % zu nd erreichte Fr. 56,1 Mio; schadenseitig war das Jahr hauptsächlich von intensivem Hagel und von Dürre gekennzeichnet; die Schadenbelastung fiel demzufolge leicht überdurchschnittlich aus.

Gesamthaft erreichte das Prämienvolumen Fr. 105,3 Mio. Der Schadensatz belief sich auf 68 % und der Schaden- / Kostensatz auf 87 %. Trotz schwierigem Anlageumfeld wurde ein positives Kapitalanlagenergebnis von Fr. 5,2 Mio. erzielt, dank welchem ein Gewinn (vor Veränderung der Reserven) von Fr. 3,4 Mio. resultierte. 2019 lässt die Schweizer Hagelversicherung die Mitglieder in der Schweiz am Erfolg von 2018 in Form einer Prämienrückvergütung von Fr. 5,0 Mio. oder 10 % der Prämieneinnahmen partizipieren.
In Frankreich konnte die Schweizer Hagel-Versicherung als erfolgreicher spezialisierter Agrarversicherer mit dem führenden Allbranchenversicherer AXA eine Partnerschaft für die Sparte Hagel- und Ernteversicherungen eingehen. Für die Schweizer Hagel- Versicherung bringt dies einen deutlichen Prämienzuwachs, eine Optimierung der Portfolio- und Kostenstruktur sowie eine klare Stärkung der Position im französischen Markt mit sich.

Klimabedingte Herausforderungen
Die klimabedingten Herausforderungen wie extreme Temperaturen, Frühjahrsfröste, Dürre und Starkniederschläge nehmen weiter zu. Die Versicherbarkeit solcher Grossrisiken wird im Ausland häufig mit einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) zwischen öffentlicher Hand, Landwirtschaft und Versicherungswirtschaft gewährleistet. Auch in der Schweiz werden derzeit im Rahmen der Agrarpolitik 2022 (AP22+) Überlegungen zu einer möglichen Versicherungsunterstützung gemacht.
Falls sich die öffentliche Hand für die Unterstützung von Agrar-, beziehungsweise Ernteausfallversicherungen entscheidet, müssten die Schweizer Gegebenheiten sowie die Erfahrungen mit Ernteversicherungen im In- und Ausland berücksichtigt werden. Ein Förderungssystem sollte administrativ schlank sein und sicherstellen, dass jeder Subventionsfranken den Versicherten zugutekommt. Wie im Ausland soll in erster Linie ein Förderrahmen für ein Ernteversicherungssystem definiert werden (unter anderem die Auflistung der obligatorisch gedeckten Risiken oder die Höhe der Prämiensubventionierung). Die Umsetzung des Förderrahmens muss dann Sache der privaten Versicherungswirtschaft sein.
Als private, nicht gewinnorientierte und seit über einem Jahrhundert in der Landwirtschaft verankerte Versicherungsgenossenschaft steht die Schweizer Hagel-Versicherung einer ÖPP-Lösung für das Versichern landwirtschaftlicher Kulturen gegen Wetterextreme positiv gegenüber.

Ausblick: Die Schweizer Hagel-Versicherung ist ein erfolgreiches Beispiel für die Eigenverantwortung der Schweizer Landwirtschaftsbranche, welche seit 1880 ihre Hagel- und Elementarrisiken als Solidargemeinschaft absichert. Sie wird auch in Zukunft ihre Rolle als zuverlässige Partnerin der Landwirtschaft für die Wetterrisiko-Absicherung wahrnehmen, da sie ihre Innovationskraft stetig pflegt und beispielsweise in ihrem intern laufenden Projekt «Hagel 2020» Themen wie neue Risikodeckungen, Digitalisierung und Messmöglichkeiten über Satellit und Radar weiterentwickelt.

Kontakt
Pascal Forrer, Direktor und
Emilia Baldi, Mediensprecherin, Tel. 044 257 22 11


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