Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Gemeinsam die Interessen der Silowirtschaft vertreten

Ausgabe Nummer 15 (2018)

69. GV der Vereinigung Thurgauer Silobauern

Hanspeter Hug, Berater von UFA Samen, informierte im Anschluss an die GV über neueste Entwicklungen im Maisanbau.

René Gubler, Präsident der Vereinigung Thurgauer Silobauern, thematisierte an der GV von Anfang April in Sulgen unter anderem auch das Siloballen-Folien- Recycling. Der Schweizer Bauernverband hat diesbezüglich eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um ein Konzept zur Steigerung der Recycling-Rate von Siloballenfolien zu besprechen. Importeure und Lohnunternehmer schlugen vor, die nächsten zwei Jahre eine Sensibilisierungskampagne umzusetzen. Wenn sich die Recyclingrate nicht erhöht, möchte der SBV sein vorgeschlagenes Konzept des vorgezogenen Recyclingbeitrags realisieren. René Gubler meinte, dass es weiterhin im Ermessen des einzelnen Landwirts liegen sollte, ob er Folien recyclet. «Auch wenn Folien zur KVA gebracht werden, gelangen sie in den thermischen Kreislauf und werden nicht ‹einfach verbrannt›.
Ein Mitglied meldete sich dahingehend zu Wort, dass keine einseitigen Schuldzuweisungen an die Landwirtschaft erfolgen dürften. Und es soll verhindert werden, dass Händler palettenfertig zusammengestelltes Recyclingmaterial aus der Landwirtschaft beziehen, dieses ins Ausland exportieren und (einseitig) daran verdient wird. Tätigkeitsprogramm: Eine Silo-Reise für 2018 ist erst noch in Planung. In den kantonalen Sektionen der Silovereinigungen ist einiges im Umbruch, es kam teils bereits zu Zusammenschlüssen. René Gubler sagte dazu: «Solange wir einen Vorstand haben, belassen wir unsere Sektion». Er appellierte, dass Berufskollegen, welche neu in die Silowirtschaft einsteigen oder noch nicht Mitglied sind, der Vereinigung beitreten, damit diese ihre Bedeutung beibehält.

Erntezeitpunkt im Fokus
Im Anschluss an den statutarischen Teil informierte Hanspeter Hug, Berater bei UFA Samen, über die neuesten Entwicklungen im Maisanbau. Er bezeichnete Mais als eigentliche Wunderpflanze. Die Forderung nach weniger Herbizideinsatz seitens der Bevölkerung verlange nach alternativen Produktionssystemen, wie zum Beispiel Untersaaten, für die er die Landwirte zu begeistern versuche. Die positiven Effekte von Untersaaten lassen sich nicht kurzfristig feststellen. Bei Mais sind die Erfahrungen mit Untersaaten bereits gut, ebenfalls bei Raps, Sonnenblumen und Getreide. Der Referent schätzte die Chancen, Mais herbizidlos zu produzieren, als gut ein. Er gab zu bedenken, dass für die Sortenliste «Mais» als Grundlage die Ergebnisse der von Agroscope koordinierten Sortenversuche dienen. Wenn die strukturellen Reformen bei Agroscope in der angekündigten Weise erfolgen, wäre damit auch dieser Forschungsbereich in Frage gestellt. Beim Silomais ist der Erntezeitpunkt das Wichtigste. «Die Sortendiskussionen um Restpflanzenverdaulichkeit nutzen wenig, wenn der Erntezeitpunkt falsch gewählt wurde », so Hanspeter Hug. Die Unterfussdüngung fördert eine rasche Jugendentwicklung. Die Saattiefe ist dem Wetter angepasst vorzunehmen. Die Keimfähigkeit ist saisonabhängig.

Ziel: Regelmässiger Bestand
Ein abgetrockneter Boden erwärmt sich schneller. Das Bodenprofil muss das Wurzelwachstum fördern. Pflugsolen und Verdichtungen sollten vermieden werden. Bei «Stay green»-Maissorten ist die Blattabreife verzögert. Während die Körner bereits reif sind, sind die Blätter immer noch grün. Die physiologisch aktive Restpflanze fördert die Wasserabgabe aus dem Korn. Bei diesen Sorten ist es schwieriger, den richtigen Erntetermin zu bestimmen. Die grüne Farbe der Blätter kann fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass die Pflanzen noch nicht reif. Was ist aus Fütterungssicht zu beachten? Der Stärkegehalt nimmt mit höherem Trockensubstanzertrag (TS) zu. Die Verdaulichkeit der Fasern steigt bis zu 30 bis 35 % TS, danach sinkt sie rapide. Der optimale Ertrag wird nicht nur über die Sortenwahl erreicht: Alles müsse darauf ausgerichtet werden, einen regelmässigen Bestand zu erhalten. «Die heutigen Maissorten sind sensibler für Erwärmung. Für die Fresslust der Tiere ist dies ein wichtiger Faktor, sobald es nachgärt, ist die Fresslust eingedämmt», gab Hanspeter Hug zu bedenken. Mit späten Sorten habe man ein zeitlich längeres Silier-Fenster. Der Referent zog das Fazit, dass der Mais in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung durchlief, das Thema «Smart Farming » werde hier sicher einen Teil der weiteren Entwicklungen mit beeinflussen. Die Erfolge in Züchtung und Ertragssteigerungen bezeichnete er als ein Gemeinschaftswerk von Landwirtschaft und Forschung.


Isabelle Schwander




« zurück zur Übersicht