Ausgabe Nummer 33 (2005)
Gemeinsam erfolgreich entscheiden
Schwerpunkt Unterbehmung Bauernhof
Gemeinsam erfolgreich entscheiden
Familie Gisela und Christoph Schneider, Hof Langwies in Wallenwil, standen im Sommer 2004 vor wichtigen betrieblichen Entscheidungen. Der Melkstand musste saniert werden, und der Stall war inzwischen zu klein geworden. Doch die aktuellen Veränderungen im Milchmarkt warfen viele Fragen auf. Zu diesem Zeitpunkt war Familie Schneider mit der Betriebsberatung im Gespräch, welche ihnen geraten hat, am ARC-Kurs teilzunehmen.

«Es ist sehr schwierig, die
ARC-Weiterbildung Interessierten
zu erklären, aber wir sind froh,
haben wir am Kurs teilgenommen!»,
meint Familie Schneider.
Herr und Frau Schneider, was hat Sie dazu bewogen, auf dieses Angebot einzusteigen?
Schneiders: Bevor wir am Infohalbtag waren, konnten wir uns gar nicht richtig vorstellen, was dieser Kurs beinhaltet. Das Interview mit dem Ehepaar, das an diesem Kurs schon teilgenommen hatte, hat uns dazu bewogen, am Kurs teilzunehmen. Zudem hat sich ein mit uns befreundetes Paar auch für die Teilnahme am Kurs entschieden, was uns in unserer Entscheidung bestärkt hat. Es bot sich hier auch die Möglichkeit, als Paar einmal etwas gemeinsam zu machen und sich stärker miteinander auseinander zu setzen. Uns war es eigentlich schon immer wichtig, über Angelegenheiten im Betrieb zu diskutieren und wichtige Entscheidungen gemeinsam zu fällen.
Während der Weiterbildung haben Sie sich entschieden, die Investition in den Milchviehstall zu realisieren, was hat Ihnen den Entscheid durch die Teilnahme am Kurs erleichtert?
Schneiders: Während des ARC-Kurses hatten wir verschiedene Aha-Erlebnisse, wie beispielsweise, dass bei gewissen Entscheidungsprozessen miteinander reden, Ziele formulieren und Wege suchen sehr wichtig ist. Diese Art Umgang miteinander haben wir schon vorher gepflegt, nur war uns die Wichtigkeit nicht so bewusst. Der Kurs hat uns in diesem Sinn bestätigt. Zudem wurde uns klar, dass der strategische Entscheid, in der Milchproduktion zu bleiben und zu expandieren, unseren Bedürfnissen entsprechend der richtige Weg ist.
Was war es denn, was fehlte, um die Entscheidung vor dem Kurs zu treffen?
Schneiders: Wie schon erwähnt, fehlte uns vielleicht einfach das Bewusstsein für einen Entscheid, den wir innerlich schon gefällt hatten. Anders gesagt, wir haben im Kurs eine gemeinsame Vision entwickelt, daraus Ziele formuliert und Strategien entwickelt, wie diese Ziele erreicht werden könnten. Wir hatten dadurch etwas Greifbares in den Händen und sahen die Investition in einem grösseren Zusammenhang. Es ist unser Ziel, ein Vollerwerbsbetrieb zu sein und Milch zu produzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, expandieren wir im Bereich der Milchproduktion.
Hat Ihnen also das gemeinsame Entwickeln von Visionen und Zielen geholfen, die Investition bewusster anzugehen und zu realisieren?
Schneiders: Als wir vor einem Jahr die Ziele nicht so klar vor Augen hatten, waren die Bedenken viel grösser, ob diese Investition wirklich richtig sei, und es war schwieriger, das Risiko abzuschätzen. Man könnte diesen Umstand mit einer Bergwanderung vergleichen: Kennt der Wanderer sein Ziel und hat er eine Karte mit dem eingezeichneten Weg, so gelangt er schneller und sicherer zum Ziel, als wenn er planlos umherirrt.
Frau Schneider: Ich habe vorher eher gebremst; durch das gemeinsame Entwickeln einer Strategie wurde es einfach klar, dass die Investition dazugehört, wenn wir die Ziele erreichen wollen.
Hat Ihnen die ARC-Weiterbildung auch für andere Entscheidungen etwas gebracht?
Schneiders: Bevor wir heute eine Entscheidung auf dem Betrieb treffen, muss klar sein, welche Ziele wir verfolgen. Dadurch können wir unsere Zeit effizienter einsetzen.
Im Kurs und insbesondere bei den gegenseitigen Betriebsbesuchen kamen von verschiedenen Kursteilnehmern Ideen und Inputs, die uns sicherlich bei der einen oder anderen Entscheidung weiterhelfen.
Wie hat sich die ARC-Weiterbildung auf Ihren Betriebs- und Familienalltag ausgewirkt?
Schneiders: Die Lebensqualität hat für uns eine neue Bedeutung erhalten. Wir setzen uns heute zum Ziel, wann wir Feierabend haben wollen oder wann wir uns ein freies Wochenende nehmen. Während des Kurses haben wir neue Seiten aneinander entdeckt, was uns für unsere Partnerschaft einen neuen Impuls gegeben hat und uns zeigt, wie wichtig unsere Partnerschaft ist.
Nicht nur unsere Partnerschaft hat profitiert, sondern auch die Beziehung zu unseren Eltern. Wir suchen heute stärker das Gespräch und erklären unsere Vorstellungen und betrieblichen Absichten.
Herr Schneider: Ja, wir haben heute mehr Mut, auch unangenehme Sachen anzusprechen. Zuerst hat man Angst, aber nachher merkt man, dass sich die Sache zum Positiven wendet und zu konstruktiven Gesprächen führt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich die Gesprächskultur verbessert hat.
Gab es auch negative Aspekte beim Kurs?
Schneiders: Wenn wir die Aufgaben richtig machen wollten, so hat das sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Während der einzelnen Tage absolvierten wir ein straffes Programm.
Welchen Bauernfamilien würden Sie die Weiterbildung empfehlen?
Schneiders: Diese Weiterbildung kann man allen empfehlen! Aber sicher denjenigen Paaren, die sich im hektischen Berufsalltag Zeit nehmen möchten, um als Paar eine Standortbestimmung ihres Betriebes und ihrer Familie zu machen.
Bei Fragen zum Kurs sind wir gerne bereit, Auskunft zu erteilen, Telefon 071 971 23 52.
