Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Gemeinsam gegen Littering

Ausgabe Nummer 38 (2014)

Vertreterinnen und Vertreter des VTL beteiligten sich am Freitag, 12. September, gemeinsam mit dem kantonalen Tiefbauamt mit einer ganztägigen Standaktion beim Bahnhof Weinfelden am Clean-up-Day.

Mittels einer «Littering-Kuh», den Feldrandtafeln «Abfall macht mich krank» und «Ich esse lieber Gras statt Müll. Danke», persönlichen Informationen und Gesprächen mit Passanten beteiligte sich der VTL am vergangenen Freitag am nationalen «Clean-Up-Day 2014», um die Bevölkerung für die Littering-Problematik zu sensibilisieren. Frühmorgens nahmen Mitarbeiter des Werkhofs Sulgen eine Säuberungsaktion auf den Hauptachsen rund um Weinfelden vor. Sie lieferten kurz vor Freitagmittag am Bahnhof eine riesige Flut des eingesammelten, achtlos weggeworfenen Mülls, an. Die Werkhofmitarbeiter deponierten diesen Müll rund um die «Littering-Kuh», die der VTL aufgestellt hatte, wodurch sich die Kernbotschaft des Informationsstandes noch auf eindrückliche Art und Weise erhöhte. Urs Schär, der den Informationsstand mitbetreute, stellte fest, dass die «Littering- Kuh» und der eingesammelte Müll einen wirklichen Blickfang auf die Aktion bildeten: «Vereinzelt kamen Passanten zur ‹Littering-Kuh› mit den Müllbergen davor, und es ergaben sich interessante Gespräche. Viele jedoch warfen nur einen kurzen Blick darauf und eilten rasch am Stand vorbei. Ich vermute, dass sich die meisten in Gedanken dabei ertappt fühlten, selbst auch schon Abfälle, zum Beispiel aus dem Auto in die angrenzende Wiese, weggeworfen zu haben.»

Folgenreiches Littering
Urs Schär zog aus den Gesprächen das Fazit, dass die meistgestellte Frage lautete, warum so viel einfach achtlos weggeworfen wird: «Auf diese Frage konnte ich zwar keine schlüssige Antwort geben, aber aus meiner Sicht war die Beteiligung des VTL an diesem Tag eine sehr gute Aktion, welche die Leute zum Nachdenken anregte.» Danach befragt, welche eigenen Erfahrungen er mit Littering auf seinen Feldern hat, meinte er, dass der Zeitaufwand für die Säuberung, bevor er mit Feldarbeiten beginnen kann, unterschiedlich gross ist: «Es benötigt schon mindestens eine Viertelstunde für das Einsammeln von Unrat, bevor ich mit dem Mähen des Grases beginnen kann. Wenn ich aus dem Gras Dürrfutter machen will, muss ich am zweiten Tag meist noch einmal Müll einsammeln, was ziemlich deprimierend ist!». Am gefährlichsten für die Kühe sind Glasscherben und Splitter von Aludosen. Dazu Urs Schär: «Selber hatte ich sicher mindestens eine Kuh, welche an Resten von Unrat, der versehentlich ins Futter gelangte, verendete. Diese Kuh musste zweimal innerhalb eines Monats am Magen operiert werden, die zweite Operation überlebte sie nicht.» Während des Aktionstages habe er sich Gedanken dazu gemacht, wie die Bevölkerung nachhaltig für die Probleme von Littering sensibilisiert werden könnte.

Aus Gedankenlosigkeit aufrütteln
«Denkbar wären Hinweise bereits auf den Verpackungen, die den Verbraucher auf die möglichen Folgen von achtlos weggeworfenem Müll (zum Beispiel Folgekosten für die Müllbeseitigung, die Folgen für die Landwirtschaft und Nutztiere) aufmerksam machen», so Urs Schär. Auch Therese Huber, welche den Informationsstand betreute, stellte fest, dass die Passanten überrascht waren über den Abfallberg: «Der Anblick hat zum Nachdenken angeregt und hoffentlich aus der Gedankenlosigkeit des Wegwerfens aufgerüttelt. Das Verständnis, zumindest zum Zeitpunkt der Gespräche am Infostand, über die Folgen für die Landwirtschaft und die Tiere war allseits da und unsere Ausführungen gut nachvollziehbar.» Danach befragt, welche Massnahmen gegen Littering sie als nachhaltig erachte, meinte Therese Huber: «Flaschen und Aludosen sollten nur mit Pfand erhältlich sein. Ich beobachtete am Aktionstag, dass ein grosser Teil der Passanten am Bahnhof mit Getränkedosen in der Hand unterwegs ist. Wohin diese Dosen dann gelangen, ist ungewiss. Ich bin der Meinung, dass die Systemgastronomie ein taugliches Abfallkonzept entwickeln könnte. Zudem sollte mehr gebüsst werden. Denkbar wären ‹Abfall-Dedektive›. Die Kinder sollten im Schulunterricht, auf allen Klassenstufen, immer wieder verschiedentlich in die Aufklärung zur Abfallthematik miteinbezogen werden.»


Isabelle Schwander







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