Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Gemüse im Mulchbeet

Ausgabe Nummer 24 (2017)

Bei einem öffentlichen Flurgang auf den Versuchsfeldern vom Arenenberg auf dem Gutsbetrieb Brunnegg TG bei Kreuzlingen wurde demonstriert, wie der Mulcheinsatz im Erwerbsgemüsebau funktioniert.

Margareta Scheidiger und und Daniel Fröhlich vom BBZ Arenenberg begrüssten die anwesenden Gemüsebauern aus der Schweiz und dem angrenzenden Deutschland zum Flurgang. Auf 20 Aren des Gutsbetriebs Brunnegg wurde ein Versuch mit Gemüsepflanzung im Direkt- und Streumulchverfahren durchgeführt.

Vom Hausgarten abgeschaut
«Das Mulchverfahren hat man von den Gärten abgeschaut. Dort wurde der Boden schon immer mit Pflanzenabfällen zum Schutz des Bodenlebens, wie auch gegen Erosion, Verdunstung und zur Humusbildung abgedeckt», so Daniel Fröhlich. Nun wende man versuchsweise im Feldgemüsebau ähnliche Verfahren an. Durch die Mulchdecke bleibe die Temperatur konstanter. Margareta Scheidiger betonte, dass erst gemulcht werden soll, wenn sich der Boden erwärmt habe und etwas feucht sei. Dann bleibe dieser warm, feucht und krümelig, die Wurzelbildung werde angeregt, das Gemüse liege sauber auf, und nach und nach werden Nährstoffe an die rasch wachsenden Pflanzen abgegeben.

Allroundmaschine
Johannes Storch, Ingenieur und Betriebsleiter eines Bio Gemüsebetriebes in Dickendorf im Westerwald (D), war vor Ort mit dem Prototyp des Reihenmulchschneidegerätes MuroCut, das er zusammen mit der Firma Baertschi, Hüswil, Schweiz, entwickelte. Marcel Gerber, Betriebsleiter Brunnegg, führte vor, wie das Gerät im Direktpflanzungsverfahren eingesetzt wird: eine Messerwalze walzt die stehende Mulchmischung nieder. Diese ist im Versuch ein Gemisch aus Wintertriticale, Pannonischer Wicke und Wintererbse. Pflugartige Schneidevorrichtungen schneiden Rillen in den Mulch und Boden. Auch ein Trichter, durch den sehr gezielt Dünger beigegeben werden kann, ist eingebaut. Zuhinterst ist die Maschine wie eine normale Setzmaschine. Die Kistchen mit den Setzlingen – bei der Demo Sellerie – liegen auf und werden von Hand in die Rillen gepflanzt. Sie verschwanden noch beinahe im Mulch. Bei den Reihen nebenan, die zwei Wochen vorher mit Salaten, Kopfkohlen und Lauch bepflanzt wurden, waren die jungen Pflanzen aber schon gut sichtbar aus dem Mulch herausgewachsen. Es sei wichtig, die Mulchmischung in der abgehenden Blüte zu walzen, damit die Pflanzen nicht aussamen und wieder aufwachsen.

Streumulchverfahren
In den ersten Reihen wurde das Streumulchverfahren angewendet. Das Landsberger Gemenge aus italienischem Raigras, Winterwicke und Inkarnatklee wurde auf einem andern Feld produziert (Geberfläche), abgemäht und auf den vom Unkraut befreiten Acker aufgebracht (Nehmerfläche). Der Setzvorgang mit der Maschine war dann gleich. Auf dem Versuchsfeld kann jetzt verglichen werden, was sich besser bewährt. Stark zehrende Kulturen wie Lauch, Kopfkohle und Sellerie, fühlen sich wohl auf Mulch. Herbizid wird keines ausgebracht. Die Leguminosen im Mulch bringen auf natürlicher Basis Stickstoff Dünger ein.

Man lernt nie aus
An der Demo sah man junge Landwirte und Gemüsebauern, aber auch solche mit jahrzehntelanger Erfahrung auf eigenen Betrieben: «Man lernt nie aus», war zu hören und man wolle schauen, was für neue Ideen und Geräte da seien. Das Ziel ist es, die Maschine je nach Nachfrage serienmässig herzustellen und dass sie mehrere Gemüsepflanzer zusammen kaufen und auch ausmieten.


Trudi Krieg










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