Ausgabe Nummer 33 (2003)

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Generalversammlung der Käsereifungs-AG in Weinfelden

Generalversammlung der Käsereifungs-AG in Weinfelden
Dank einer Aufstockung des Aktienkapitals von bisher 700 000 Franken auf nun zwei Millionen Franken und mit Hilfe der Kantonalbank kann die Käsereifungs-AG in Weinfelden ihren Betrieb rundum erneuern. Insgesamt will der Betrieb, in dem rund 10 Prozent der Schweizer Käse gereift werden, drei Millionen Franken in eine neue Behandlungsanlage und in die Infrastruktur investieren.

Blicken mit Zuversicht in die Zukunft (v. l. n. r.): Betriebsleiter Eduard Markwalder, VR-Vizepräsident Toni Müller und VR-Präsident Alfred Ernst von der Thurgauischen Käsereifungs-AG. (hil)



An ihrer 39. Generalversammlung auf dem Thurberg bei Weinfelden blickte die Thurgauische Käsereifungs-AG auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2002/2003 zurück. Trotz des sich verschlechternden Marktumfeldes konnte die Firma im abgelaufenen Geschäftsajhr mit annähernd vier Millionen Kilo Käse (oder 37 717 Laibe Emmentaler) so viel Käse entgegennehmen wie noch nie in der Firmengeschichte. Aus ihren Dienstleistungen zu Gunsten der Käsehersteller und des Käsehandels erwirtschaftete die Firma einen Erlös von 1,16 Millionen Franken oder acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn vor Abschreibungen betrug 422 000 Franken, wovon 240 000 Franken für die anstehende Sanierung und Gesamterneuerung der Anlagen zurückgestellt wurden. Das Aktienkapital wurde wie in den vergangenen Jahren mit drei Prozent verzinst. Die Abwicklung des Tagesgeschäftes verlief zumeist in den ordentlichen Bahnen, einzig bei der Zahlungsmoral gewisser Kunden musste Verwaltungsratspräsident Alfred Ernst eine gewisse Trübung feststellen. In einem Einzelfall durfte ein Kunde seine Ware nur gegen Barzahlung aus dem Reifungslager entnehmen.
Trotz der weiterhin angespannten Lage auf dem Käse- und Milchmarkt blickt das Weinfelder Unternehmen, das Milchproduzentenorganisationen, Milchkäufern und Käsehandelsfirmen gleichermassen gehört, mit Zuversicht in die Zukunft. Für das laufende Geschäftsjahr 2003/2004 wurde ein Gewinn vor Abschreibungen von 220 000 Franken budgetiert. Alfred Ernst rechnet aber mit rund 600 Tonnen weniger Käse, der zur Reifung entgegengenommen werden wird.

AK-Erhöhung geglückt
In den kommenden Jahren will die Käsereifungs-AG kräftig investieren. Die bereits in Angriff genommene Erhöhung des Aktienkapitals von 700 000 auf zwei Millionen Franken kommt gut voran. Bereits seien 1,13 Millionen Franken neues Aktienkapital zugesichert, konnte Alfred Ernst den Aktionären mitteilen. Der grösste Teil davon sei bereits auf dem entsprechenden Konto einbezahlt worden. So haben beispielsweise die Thurgauer Milchproduzenten ihren Anteil von bisher 220 000 Franken auf 620 000 Franken aufgestockt. Auch konnten einige Milchkäufer als Kleinaktionäre dazugewonnen werden. Vorerst nicht ins Boot der Käsereifungs-AG steigt der Milchkäuferverband St. Gallen/Appenzell. Der Verband wollte mit einem namhaften Beitrag einsteigen, unter der Bedingung, dass die Milchkäufer nach der Aktienerhöhung die Mehrheit halten würden. Nachdem der Verwaltungsrat dies aber abgelehnt hatte, wurde das Angebot zurückgezogen.
An der GV hat sich der Verwaltungsrat die Kompetenz geben lassen, die noch fehlenden 370 000 Franken Aktienkapital in den nächsten zwei Jahren in Eigenregie zu akquirieren.

Rundum-Erneuerung
Rund drei Millionen Franken will nun die Käserreifungs-AG in diesem und im nächsten Jahr in eine Rundum-Erneuerung investieren. Der grösste Brocken (2,4 Millionen Franken) entfällt auf eine neue Behandlungsanlage. Neben der AK-Erhöhung trägt ein bereits zugesicherter Bankkredit zur Finanzierung der Investitionen bei. Das Auswahlverfahren für die neue Behandlungsanlage ist bereits abgeschlossen. Zum Zuge kommt das dänische Unternehmen Tinofix. Die Anlage wird in diesem Herbst in Dänemark konzipiert, zusammengebaut und mit eigens aus der Schweiz angelieferten Käse-Laiben «eingefahren». Danach wird die Anlage wieder abgebaut, nach Weinfelden transportiert und dort von lokalen Firmen endmontiert. Vorgängig wird die Liegenschaft saniert und die nötigen baulichen Vorarbeiten erledigt. Dank baulicher Anpassungen erhöht sich die Kapazität des Lagers um zehn Prozent auf rund 12 000 Laibe. Der Einbau der neuen Anlagen ist auf Februar/März 2004 vorgesehen. Im Rahmen der Investitionen wird auch ein neuer Lastwagen angeschafft.
Bei den Verantwortlichen der Käsereifungs-AG ist man überzeugt, dass sich die Investitionen mittel- und langfristig auszahlen werden. «Der Verwaltungsrat ist der Ansicht, dass die Strukturbereinigung zwar zu weniger, aber zu grösseren Betrieben führen wird, die nicht a priori bereit sind, in neue oder grösser Keller zu investieren», meinte VR-Präsident Ernst. Daraus wird auch in Zukunft ein grosser
Bedarf an Reifungskapazität abgeleitet. Allerdings gelte es zuerst, eine «Durststrecke von einem bis zwei Jahren zu überwinden.» (hil)