Ausgabe Nummer 10 (2009)

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Generalversammlung der PO Ostschweiz in Mettlen

Segmentierung ist keine Lösung

Der Vorschlag des Vorstandes, dass die gelieferte Menge des Vorjahres als Basismenge gilt, fand Zustimmung. Zwei Gegenanträge wurden deutlich abgelehnt.

«Zwei Monate vor der definitiven Aufhebung der Milchkontingentierung haben die Emotionen innerhalb der Branche den Höhepunkt erreicht», begrüsste Präsident Bernhard Gysel 621 Stimmberechtigte und eine Anzahl Gäste zur 4. Generalversammlung der Produzentenorganisation (PO) Ostschweiz. Diese habe sich beim Milchstreik zurückhaltend verhalten, was sich im Nachhinein bezahlt machte. Reto Rauch, Geschäftsführer der PO Ostschweiz, bekräftigte, dass die Mehrmengenprojekte seiner Organisation in den vergangenen Jahren alle im Ausland realisiert wurden. Sorgen bereitet ihm, dass 1888 Tonnen (plus 3,2 Prozent) Käse exportiert und 3751 Tonnen Käse (plus 10,1 Prozent importiert wurden.

PO Ostschweiz kompromissbereit
Im Zentrum der Generalversammlung stand das neue Reglement über das Milchmanagement. Laut dem Vorschlag des Vorstandes gilt als Gesamtmenge (Basismenge) die Summe der von den Mitgliedern gelieferten Menge des jeweiligen Vorjahres. Jedem Produzent werde ein Anteil der Basismenge, Zusatzmenge und Überträge des Vorjahres zugeteilt. Der Vorstand entscheide über Zusatzmengen und allfällige Mengenkürzungen. Der Vorstand sprach sich auch klar gegen eine Segmentierung aus: «Die Segmentierung ist zwar ?in?, aber aus unserer Sicht keinesfalls die Lösung für die Schweizer Milchwirtschaft. Dies ist mit der Käsereimilch belegbar. Mit billiger Überschussmilch der Standartsorten wird der Markt mit Billigkäsen unterlaufen.» Walter Arnold, Abnehmer der Milch der PO Ostschweiz, betonte, dass die PO Ostschweiz die Schweizer Milchproduzenten (SMP) in verschiedenen Bereichen unterstütze und immer gesprächsbereit sei. Dies beweise unter anderem die Zustimmung zur Fettintervention und bei Selbsthilfemassnahmen. Ein Kompromiss sei auch der Antrag, dass der Vorstand eine Segmentierung einführen würde, wenn die Schweizer Milchmenge bei einer Segmentierung 80 Prozent erreiche. Das neue Milchreglement, gültig ab 1. Mai, wurde nach eingehenden Diskussionen mit 417 Ja gegen 170 Nein-Stimmen genehmigt.

Nationale Angebotsbündelung abgelehnt
Abgelehnt wurde der Antrag von Lorenz Brülisauer, Appenzeller Sammelstellen, wobei die PO Ostschweiz die Beschlüsse der SMP Delegiertenversammlung respektieren sollte. So dürfen Mehrmengen nicht als Basismengen gelten. Nationale Massnahmen zur Segmentierung der verarbeiteten Milchmenge sollen unterstützt werden. Auch der Antrag von Christian Litscher wurde abgelehnt, wonach die PO Ostschweiz verpflichtet werde, zusammen mit weiteren interessierten Milchorganisationen und der SMP auf den 1. Mai eine nationale Angebotsbündelung zu entwickeln und umzusetzen.

Bündner befassen sich mit Mozzarellafabrik
Auf die Frage, ob er eine Mozzarellafabrik plane, antwortete Walter Arnold mit einem klaren Nein. Vor Jahren habe er eine Mozzarellafabrik besessen, diese aber den Gebrüder Züger verkauft. Wie er wisse, befassen sich Milchbauern aus dem Bündnerland mit einer Mozzarellafabrik, doch sei das Projekt noch lange nicht spruchreif, erklärte Arnold, der mit dem Ausgang der Generalversammlung sichtlich zufrieden war.

Mario Tosato


Bernhard Gysel, Präsident der PO Ostschweiz.
(tos)
Bernhard Gysel, Präsident der PO Ostschweiz. (tos)