Ausgabe Nummer 22 (2010)
Generalversammlung Verband Thurgauer Landwirtschaft
Verband Thurgauer Landwirtschaft gut gestartet
Das erste Geschäftsjahr des Verbands Thurgauer Landwirtschaft schloss mit einem Defi zit von zirka 173 000 Franken ab. Seit 1988 wurden erstmals die Mitgliederbeiträge erhöht. Markus Hausammann wurde als Nachfolger von VTL-Präsident Andreas Binswanger gewählt. Mit 115 Stimmen, bei vier leeren Stimmzetteln, wurde Markus Hausammann, bisher verantwortlich für das Ressort Bildung/ Weiterbildung, an der ersten Generalversammlung des Verbands Thurgauer Landwirtschat (VTL) in Sulgen, zum neuen Präsidenten gewählt.
Er löst Andreas Binswanger ab, der das Amt neun Jahre bekleidete. Nach seiner Meinung ist der Interessenverband VTL nach dem Zusammenschluss von sieben selbstständigen Organisationen und der Bildung neuer Gremien wie Basiskonferenz, Fachgruppen und Kommissionen gut gestartet. In den Bereichen Meinungsbildung, Meinungsbündelung und Meinungskompetenz sei eine Leistungsverbesserung bereits spürbar. Auch im Bereich Einflussnahme auf kantonaler und nationaler Ebene sowie in der Zusammenarbeit mit der «Aussenwelt» sei eine Steigerung feststellbar. Bei der Geschäftsstelle mussten die Personalressourcen intern und extern erweitert werden. Zudem seien weniger Vorstandsmitglieder mit Mehraufgaben konfrontiert.
175 Jahre bäuerliche Interessenvertretung
In seiner letzten Ansprache als Präsident wies Binswanger auf die 175-jährige Interessenvertretung für die Thurgauer Bauernfamilien hin. Ein Rück- und Ausblick werde mit drei Jubiläumssäulen der Wanderausstellung dargestellt. Als grosse Herausforderungen ortete er auf Milchmarktebene eine gut funktionierende Branchenorganisation Milch, auf politischer Ebene das Agrarfreihandelsabkommen mit der EU und ein allfälliger WTOAbschluss, was zur Marktöffnung führe. Schliesslich sei es auf Qualitätsebene die vielbeschworene Qualitätsstrategie.
Beitragserhöhung wurde genehmigt
VTL-Vorstandsmitglied Jörg Streckeisen präsentierte die Rechnung des ersten Verbandsjahres, die mit einem Verlust von rund 173 000 Franken abschloss. Bei gleichbleibenden Mitgliederbeiträgen für das laufende Jahr sei ein Defi zit von 151 000 Franken veranschlagt. Seit der letzten Beitragserhöhung im Jahr 1988 fand eine Teuerung von 43,3 Prozent statt. Laut Streckeisen soll das neue Beitragssystem gerecht und einfach sein. Es basiert auf einem Grundbeitrag, einem Flächenbeitrag und einem Intensitätsbeitrag. Je nach Betriebsgrösse beträgt die Beitragserhöhung für einen Kleinbetrieb 95 Frankern und für einen Gemüsebaubetrieb rund 177 Franken. Während ein Teilnehmer die Beitragserhöhung von 70 Prozent kritisierte, verlangte ein anderer eine grössere Transparenz. Die Beitragserhöhung ab 2011 wurde mit einer Gegenstimme genehmigt.
Urban Dörig neu im Vorstand
Urban Dörig, Diessenhofen, wurde in den Vorstand gewählt. Als Delegierte beim Schweizerischen Bauernverband wurden Markus Hausammann, Esther Schürch- Peter und Urban Dörig gewählt. Für seine erfolgreiche Arbeit wurde Andreas Binswanger zum Ehrenmitglied ernannt. Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, lobte die erfolgreiche Arbeit des abtretenden Verbandspräsidenten. Die Glückwünsche der Thurgauer Regierung zum 175-Jahr- Jubiläum des Thurgauer Bauernverbands überbrachte Regierungsrätin Monika Knill in Vertretung von Landwirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer. Sie wies auf die grosse Bedeutung der Thurgauer Landwirtschaft hin. Lobend erwähnte sie auch die Aus- und Weiterbildung im landwirtschaftlichen Berufsfeld.
Mario Tosato
Die nächste Generalversammlung findet am Donnerstag, 26. Mai 2011 statt. Bitte merken Sie sich diesen Termin bereits jetzt in Ihrer Agenda vor.
