Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. April 2019


Generalversammlung von Mutterkuh Schweiz

Ausgabe Nummer 14 (2019)

Am Mittwoch, 27. März 2019 fand in der Vianco Arena in Brunegg die 42. Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz statt.

Neue Mitglieder
Der Präsident von Mutterkuh Schweiz Mathias Gerber begrüsste 166 stimmberechtigte Mitglieder und eingeladene Gäste zur 42. Vereinsversammlung. Erfreulich ist die steigende Zahl der Neumitglieder (+130), die mit grasbasierter Fütterung in der Mutterkuhhaltung ein gutes und gesuchtes Produkt auf den Markt bringen. Die erfreulichen Preise aller Programme von Mutterkuh Schweiz und die vielfältigen Absatzkanäle motivieren die Neueinsteiger.

Genuss und Emotionen
Zu Beginn der Versammlung referierte Markus Heiniger, Leiter Marketing & Beschaffung Transgourmet Schweiz AG, zum Thema «Chancen für Label- und Mehrwertprodukte in der Gastronomie». Die Hälfte des konsumierten Fleisches erfolgt in der Gastronomie. 25 % des nachhaltig produzierten Fleisches wird im Detailhandel verkauft, in der Gastronomie dagegen nur 3 %. Warum ist das so schwierig? Hier ist leider der Preisdruck entscheidend, jedoch für den Konsumenten sind Rückverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit, Tierwohl und dessen Gesundheit immer öfter ein Thema. Heiniger wies vor allem auf den Dialog zwischen den Produzenten, Vermarktern und Konsumenten hin. Das servierte Steak soll eine Geschichte «erzählen können». Der Konsument ist dann eher bereit, mehr für nachhaltig produziertes Fleisch zu bezahlen.

Mutterkühe hautnah an der Beef.ch
Der Geschäftsführer von Mutterkuh Schweiz, Urs Vogt, blickte auf das vergangene Jahr zurück. Der Verein nahm an 36 Anlässen wie AMA, BEA, LUGA oder OLMA teil. Am wichtigsten Event, der beef.ch, kann der Konsument die Mutterkuhhaltung vom Kalb bis zum fertigen Stück Fleisch erleben. Der Anlass wird jährlich an verschiedenen Orten in der Schweiz durchgeführt. Im Jahr 2019 ist sie in Buochs NW, Luzern, Basel und Delémont-Courtemelon JU geplant.
Mehr Informationen unter www.beef.ch

NaturaVeal gesucht
Im kommenden Juli startet das neue Programm Weiderind mit Transgourmet. Im ersten Jahr sind ungefähr 700 Lieferungen geplant.
Gesucht sind neue Produzenten für NaturaVeal, die Zahl der NaturaBeef-Produzenten dagegen soll im Moment nicht mehr wachsen. Gezielte saisonale Abkalbungen und ein Mehrpreis von Mitte Juni bis Mitte Oktober sollen eine bessere Aufteilung der schlachtreifen Tiere im Jahr verschaffen. Die Nachfrage in den Sommer- und Herbstmonaten ist viel grösser als das knappe Angebot, was auch teilweise mit Sömmerungsbeiträgen verbunden ist.
Bei den Programmen SwissPrimBeef (Traitafina) und PremiumBeef (Transgourmet) sind vornehmlich Rinder und Ochsen gesucht. Die Menge der schlachtreifen Tiere bleibt stabil. Im 2018 wurden insgesamt 61 133 Tiere in allen bestehenden Programmen von Mutterkuh Schweiz vermarktet.
Für Mutterkuh Schweiz ist es wichtig, dass das Tierwohl, die Weide und die grasbasierte Fütterung gefördert wird. Ein zusätzlicher Weidebeitrag im RAUSProgramm für die jüngeren Rindviehkategorien wurde von Mutterkuh Schweiz gemeinsam mit der IP Suisse und Bio Suisse initiiert.

Zwei neue Vorstandsmitglieder
Es gab zwei Austritte aus dem Vorstand. Nach langjähriger Tätigkeit haben Vizepräsident Josef Burri aus Lamperdingen LU und Jon Paul Thom aus Ardez GR ihren Rücktritt gegeben. Josef Burri wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
Neu wurden der langjährige Berater Pius Eggerschwiler aus Schenkon (LU) und Hans Andrea Marugg aus Präz (GR) von der Versammlung in den Vorstand gewählt. Ebenfalls konnten diverse Jubiläen verzeichnet werden. Eines davon waren die beiden 30-Jahre- Jubiläen des Geschäftsführers von Mutterkuh Schweiz, Urs Vogt, und von Jon Paul Thom, der Vorstandsmitglied, Berater und Experte ist.
Von den Mitgliedern wurde der Preisabzug bei der Fettabdeckung der Schachtkörper kritisiert. Für die Klasse 4 wird der Produzent preislich mehr bestraft als für die Klasse 2, obwohl man weiss, dass die Fleischqualität bei den leicht fetteren Schlachtkörpern besser ist. Mathias Gerber versicherte, dass Mutterkuh Schweiz sich diesem Thema annehmen wird.


Ania Soller
Mutterkuhhalterin aus Neukirch-Egnach










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