Ausgabe Nummer 49 (2009)

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Genug Schweizer Apfelsaft trotz Feuerbrand

In den letzten Jahren sind zahlreiche Hochstammbäume dem Feuerbrand zum Opfer gefallen. Deshalb drohen Mostäpfel zur Mangelware zu werden. Die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW gibt nun gemeinsam mit den Mostereien Gegensteuer. Unter traditionellen und neu gezüchteten Hochstammsorten sucht sie jene, die nicht nur reichlich Ertrag abliefern und gut schmeckenden Apfelsaft ergeben, sondern vor allem auch robust gegenüber Krankheiten sind. Konsumentinnen und Konsumenten sollen auch weiterhin schmackhaften Schweizer Apfelsaft aus IP- und Bioanlagen geniessen können.

Damit die Schweizer Mostereien den Importprodukten die Stirn bieten können, sind sie auf regelmässige, gute Erträge inländischer Mostäpfel angewiesen – und die Qualität muss stimmen. «Für uns Moster zählen vor allem zwei Dinge: Eine hervorragende Saftqualität und gute Verarbeitungseigenschaften», erklärt Ernst Möhl, Präsident der Centralgenossenschaft für Alkoholfreie Verwertung Schweizerischer Obstprodukte (CAVO). Deshalb hat er die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW beauftragt, gemeinsam mit dem Schweizerischen Obstverband, Beratungsorganisationen und Obstbaumschulen nach geeigneten Sorten zu forschen.

Guter Wuchs, robust gegen Feuerbrand
Die Früchte für Schweizer Obstsäfte stammen auch heute noch zum grösseren Teil aus professionell betreuten Hochstammobstgärten. Damit diese genügend hohe Erträge für eine wirtschaftlich konkurrenzfähige Produktion abwerfen, braucht es aber wuchsfreudige, krankheitsrobuste Sorten – das heisst vor allem auch solche, die dem Feuerbrand trotzen. Dass es Unterschiede in der Feuerbrandanfälligkeit gibt, konnten ACW-Fachleute in ihren Versuchen zeigen: Bereits hat man erste Sorten identifiziert, die weniger stark vom Feuerbrand geschädigt werden und gleichzeitig einen guten Wuchs zeigen sowie regelmässige und hohe Erträge versprechen. «Bis wir soweit sind, dass wir konkrete Sortenempfehlungen abgeben können, müssen wir die Sorten noch eingehender und über weitere Jahre prüfen», sagt Gabriella Silvestri, die bei ACW verantwortlich ist für das Projekt «Sortenwahl für eine integrierte Feuerbrandstrategie im Schweizerischen Mostapfelanbau SOFEM».

Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW, Wädenswil