Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Genuss zum Anfassen und Erleben

Ausgabe Nummer 37 (2017)

Vom 14. bis 24. September stehen in der ganzen Schweiz, speziell auch im Zürcher Oberland und in der Region Hinterthurgau/Zürich und St. Gallen, regionale Köstlichkeiten im Mittelpunkt. Zubereitet werden sie von 20 lokalen Gastronomie- und Genusshandwerksbetrieben.

Der Holzofen im KORN.HAUS in Vogelsang war eingeheizt, Peter Fischer, Leiter der Bäckerei, schob das Gefäss mit dem fixfertigen Dinkelteig auf den Tisch und zeigte den Besuchern, die normalerweise kaum mit Brotteig, Mehl und heissen Holzöfen zu tun haben, wie man ein Zwirbelbrot herstellt. Stefan Flückiger von der Schweizer Genusswoche war kurzfristig für den angekündigten Direktor der Schweizer Genusswoche Josef Zisyadis eingesprungen. Michael Dubach, Regionalmanager und Geschäftsführer von Zürioberland Tourismus, und Ruedi Engeler, Mitglied der Geschäftsleitung KORN.HAUS hatten sich unterdessen weisse Schürzen umgebunden.
Um die 600 Gramm schwer sollte ein Zwirbel idealerweise sein, sagte Fischer, schnitt ein Stück Teig ab, wog es zur Kontrolle, und zwirbelte den Teig auf der bemehlten Oberfläche zu einem wunderschönen länglichen Brot. Aline Schmucki, Praktikantin Regionalmanagement, traff das Gewicht nicht auf Anhieb, besser machte es ihr Chef, er schätzte punktgenau, auch Flückiger hatte ein sicheres Augenmass, tat sich hingegen mit dem Zwirbeln schwer. «Es sind noch keine Meister vom Himmel gefallen», tröstete Bäckermeister Fischer. Weiter erklärte er, dass sie im KORN.HAUS dem Brotteig bis zu 16 Stunden Zeit geben zum Aufgehen. Deshalb brauche man weniger Hefe und kriege trotzdem luftige und verträgliche Brote. Das Zwirbelbrot werde aus je einem Drittel hellem, dunklem und Vollkorn-Dinkelmehl hergestellt.

Geheimtipps und Rosinen
Die Gäste hatten viel Spass in der Backstube und halfen im Anschluss auch tatkräftig mit, die Brote mit der sogenannten Backschüssel in den 260 Grad heissen Holzofen zu schieben. «Die Rechnung geht auf», sagte Geschäftsleitungsmitglied Ruedi Engeler, aus 18 Kilogramm Teig machten wir 30 Brote mit einem durchschnittlichen Gewicht von 600 Gramm, Bravo.» Während Aline Schmucki ein paar Rosinen aus dem Programm der diesjährigen Genusswoche herauspickte und näher vorstellte, roch es bereits verführerisch.
Für Gourmets sei die Genusswoche seit langem ein Geheimtipp. Einzelne Betriebe der insgesamt 20 lokalen Gastronomie- und Genusshandwerksbetriebe die mitmachen, seien schon lange dabei, andere kämen neu dazu. So zum Beispiel der Kneipphof Dussnang, der während der Genusswoche mit einheimischen Äpfeln und Trauben, begleitet von Getränken der Region, aufwartete. Im Gasthaus Hulftegg werden die Gäste an zwei Wochenenden mit Köstlichkeiten aus den Küchen der Mitarbeitenden verwöhnt und auf der Alp Schnurrberg heisse es vom 20. bis am 24. September: kneippen und geniessen. Im Restaurant Schauenberg drehe sich alles ums Herbstgitzi und im Gasthaus Sternen in Sternenberg stehe das Wild im Mittelpunkt, erklärte Aline Schmucki weiter. Und wer mehr über Demeter Dinkelseelen und Bio Suisse Butterzöpfe wissen möchte, könne am 20. September selber in der Backstube im KORN.HAUS stehen.
Nun aber duftete das Brot aus dem Holzofen köstlich. Peter Fischer hievte ein Brot aus der Hitze, klopfte auf den Boden des Zwirbels und nickte. «Wer nimmt die Arbeit mit der Backschüssel in Angriff?», fragte er. Dubach und Flückiger überboten sich in dynamischer Körperarbeit und es sah ganz so aus, als hätten sie nicht das erste Mal Brote aus dem heissen Ofen geholt.

Das ganze Programm der Genusswoche in der Region Zürioberland, Thurgau und St. Gallen ist abrufbar: www.zürioberland.ch


Ruth Bossert










« zurück zur Übersicht