Ausgabe Nummer 28 (2007)

zurück zur Übersicht

Gesucht: Bio Suisse- und IP-Suisse-UrDinkelproduzenten

Die Interessengemeinschaft (IG) Dinkel betreibt seit Jahren Absatzförderung für das ehemals wichtigste Getreide im alemannischen Sprachraum. Für Dinkel herkömmlicher Sorten aus dem traditionellen Anbaugebiet konnte sie die geschützte Bezeichnung UrDinkel registrieren lassen. Inzwischen ist UrDinkel zu einer geschätzten Marke geworden. Schweizer UrDinkel erfreut sich trotz sinkendem Zollschutz gegen ausländische Billigkonkurrenz steigender Nachfrage. Die IG Dinkel sucht neue Anbauer der Sorten Oberkulmer oder Ostro, die entweder nach IP-Suisse- oder Bio Suisse-Anforderungen produzieren. Das traditionelle Ur- Dinkel-Anbaugebiet ist durch einen Umkreis von 30 km um die Röllmühlen definiert. In diesen Röllmühlen wird in einem ersten Arbeitsgang nach dem Dreschen das Korn vom Spelz befreit.
Dank verschiedenen aktiven Röllmühlen und einer stillgelegten Annahmestelle gehört der ganze Thurgau zum angestammten UrDinkel-Anbaugebiet. Folgende Röllmühlen arbeiten mit der IG Dinkel zusammen und nehmen Urdinkel an:

  • Mühle Bachmann, 8253 Willisdorf
  • Mühle Heiterthal, 8405 Winterthur;
  • Walter Thürig, 8505 Pfyn
  • Wahrenberger & Sohn, 8556 Lamperswil.
Die grösste Nachfrage besteht aktuell nach UrDinkel aus Bio-Suisse-Anbau. Zur Förderung des Anbaus und dank guter Marktlage kann ab der Ernte 2008 eine Bio-Urdinkel-Prämie zusätzlich zum Richtpreis der Bio Suisse bezahlt werden. Der Deckungsbeitrag von Bio-UrDinkel liegt ohne die vorgesehene Prämie zwischen jenem von Futtergetreide und Weizen.
Im extensiven und im biologischen Anbau weist der Dinkel gegenüber den andern Getreidearten einige Vorteile auf. Starke Bestockung und lange Halme sorgen für eine gute Unkrautunterdrückung. Die geringe Standfestigkeit zwingt den Produ- zenten zu einer zurückhaltenden Stickstoffdüngung. Daraus ergibt sich aber wieder ein Vorteil für den hofdüngerarmen Betrieb, indem er mit dem Dinkelanbau Hofdünger für andere, bedürftigere Kulturen sparen kann. Die alten Dinkelsorten sind spätsaatverträglich und eignen sich auch für niederschlagsreiche Grenzlagen des Ackerbaus. Für den tierhaltenden Betrieb ist auch der gute Strohertrag noch ein Plus. Wer eine Kultur mit den beschriebenen Eigenschaften sucht, sollte sich mit der IG Dinkel in Verbindung setzen.

Weitere Informationen und Anmeldung: Telefon 034 409 37 38 oder www.urdinkel.ch.

BBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenbau und Düngung, Jakob Rohrer