Ausgabe Nummer 26 (2008)

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Gesunder Genuss mit neuer Tomatensorte

Thurgauer Tomatenproduzent hat die Nase vorne

Ralph Bötsch lanciert mit der neuen Tomatensorte Licorosso ein gesundes Produkt mit exzellentem Geschmack und spezieller Durchfärbung.

Der Tomatenkonsum sei in der Schweiz sehr hoch, liege doch der Pro-Kopf-Konsum der Bevölkerung pro Jahr bei rund zehn Kilogramm. Rund 45 Prozent der Tomatenverzehrmenge stamme aus der Schweiz, stellte Peter Konrad, Leiter Fachstelle Gemüse und Beeren, BBZ Arenenberg, an der Presseinformation auf dem Gemüsebaubetrieb von Ralph Bötsch in Salmsach fest. Dabei stamme acht Prozent der Schweizer Tomatenproduktion aus dem Thurgau. «Tomaten sind nicht gleich Tomaten», stellte Konrad fest. Vor allem geschmacklich gebe es viele Sorten, die zu wünschen übrig lassen. Nahrungssicherheit sei heute wieder in aller Munde, diese werde durch Züchtung, Forschung, Beratung und im Besondern durch die Sortenversuche der Gemüseproduzenten sichergestellt. «An erster Stelle steht die Produktequalität. Neben der Qualität sind aber auch die Standortverträglichkeit, die Anbautechnik, die Wachstumsfaktoren wie Licht, Luft, Wärme, Wasser und Nährstoffaufwand sowie Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit von grosser Bedeutung», sagte Konrad.

Tomaten mit Genuss und Gesundheit
Wie Franz Kifter, der Gemüsebau Bötsch bei Sorten und Pflanzen berät, erklärt, werden in der Schweiz rund 75 000 Tonnen Tomaten produziert. «Heute verlangen die Konsumenten von Tomaten Genuss, Geschmack, Farbe, Gesundheit, Inhaltstoffe, Vitamine, Antioxidanten, Fettsäuren und Authentizität aus regionaler Produktion », so Kifter. Lange Zeit sei bei den Produzenten Ertrag und Lagerfähigkeit im Vordergrund gestanden, heute stehe wieder Geschmack und Gesundheit im Zentrum. Die neue Sorte Licorosso- Tomaten, die von Ralph Bötsch als erstem Schweizer Produzenten lanciert werden, hätten signifikant mehr Lycopin, weil sich zusätzliches Lycopin im Fruchtfleisch befinde. Lycopin sei ein starkes Antioxidationsmittel, das Körperzellen vor freien Radikalen schütze. Freie Radikale können Körperzellen schädigen und gelten als Verursacher verschiedener Krankheiten wie beispielsweise Prostatakrebs, Brustkrebs, Herz- und Kreislaufkrankheiten, Osteoporose, Blut- und Hautkrebs. Zu Lycopin gebe es sehr viele wissenschaftliche Untersuchungen, aber noch keine Langzeitergebnisse, stellte Kifter fest. Lycopin ? das Rot der Tomate als natürlichen Schutz ? kenne man schon seit 1910, bestätigte Elisabeth Herzog Engelmann, Geschäftsleiterin der Thurgauischen Krebsliga. Aus Erfahrung weiss sie, dass Personen, die relativ viel Obst und Gemüse und damit auch mehr Carotinoide aufnehmen, meist auch eine andere Ernährungsweise und andere Lebensgewohnheiten haben als Personen, die sich einseitig ernähren. Deshalb empfehle die Krebsliga fünfmal täglich saisonales Gemüse und Obst zu essen.

Licorosso-Tomaten werden natürlich angebaut
«Bei mir werden Licorosso-Tomaten auf natürliche Weise in der Erde angebaut. Sie werden länger am Strauch gereift. Licorosso-Tomaten entstanden aus Wildformen und wurden in zehnjähriger Züchtungs- und Forschungsarbeit, Anbau und konsumfähig gemacht», gab Ralph Bötsch bekannt. Im letzten Jahr habe er erste Versuche auf seinem Betrieb gemacht und die Lizenzrechte bei der holländischen Firma De Ruiter Seeds erworben. In diesem Jahr habe er 5000 Stauden gepflanzt. Er rechnet mit einem Ertrag von zirka 40000 Kilogramm. Diese werden durch die S. Caviezel AG, Früchte und Gemüse AG, Arbon, vorwiegend über den Gastrokanal und Detailhändler vertrieben. In den kommenden Jahren soll diese Tomatenneuheit auch bei den Grossverteilern als Premiumprodukt verkauft werden. Laut Bösch eignet sich die neue Tomatensorte zum Rohverzehr und zur Verwendung in Salaten. In Suppen und Saucen zubereitet, werde das Lycopin vom menschlichen Körper besonders gut aufgenommen. Licorosso eigne sich wegen ihrer schönen Farbe auch zur Garnierung von Speisen.

Mario Tosato


Gabriela Grüter mit einer bisherigen
Tomatensorte und Ralph Bötsch mit den
neuen Licorosso-Tomaten. (tos)
Gabriela Grüter mit einer bisherigen Tomatensorte und Ralph Bötsch mit den neuen Licorosso-Tomaten. (tos)