Ausgabe Nummer 8 (2006)
Getreidedüngung: Harnstoff hilft Kosten sparen
Getreidedüngung: Harnstoff hilft Kosten sparen
Der dreijährige Streifenversuch 03 bis 05 des Forums Ackerbau mit der Weizensorte Levis hat gezeigt, dass Einsparungen bei der Stickstoffdüngung durch den Einsatz von Harnstoff gegenüber der üblichen N-Düngungspraxis möglich sind. Sechs verschiedene N-Düngungsstrategien (eine Variante bestockungsbetonte N-Düngung, drei schossbetonte Varianten, eine qualitätsbetonte Variante und die Variante «Agroline») wurden miteinander verglichen (siehe Tabelle/Grafik). Die zweijährigen Düngungs-Exaktversuche 03 bis 04 der SHL Zollikofen bestätigen diese Erkenntnis aus den Streifenversuchen.

* Die verwendete Menge Suplesan enthält auch Phosphor und Kali im Wert von Fr. 57..
Restliche Bewirtschaftung betriebsüblich nach ÖLN-Vorgaben. AS = Ammonsalpeter, HS = Harnstoff

N-Düngungsversuch mit Levis 2005, Dotnacht.
Resultate
Die Erträge, Proteingehalt und Hektolitergewicht (HLG) variierten erstaunlich wenig. Das Verfahren Harnstoff rangierte im Mittel der Standorte ertragsmässig immer in den ersten zwei Rängen, im extrem trockenen Sommer 03 auf Rang 3. Es hat sich gezeigt, dass in der Praxis zwar richtig gedüngt wird, aber mit den tieferen Verfahrenskosten der Variante Harnstoff (eine Durchfahrt weniger, günstiger N) ist noch etwas herauszuholen. Die N-Verfahrenskosten sind gemäss Tab. 1 für diese Variante mit 308 Franken (2 Durchfahrten à Fr. 15. variable Kosten, 2 Akh à Fr. 25., Dünger Fr. 228.) am günstigsten. Der um die N-Düngungskosten bereinigte Erlös war deshalb bei Harnstoff mit 4027 Franken am höchsten. Gegenüber der zweitbesten Variante «Forum» resultierte ein Mehrerlös von 131 Franken, gegenüber der Variante «CH» ein solcher von 203 Franken. Bei der qualitätsbetonten Düngung wird die Ertragseinbusse finanziell nicht wettgemacht, solange es keine Qualitätsbezahlung gibt.

Die 2. und 3. Ammonsalpetergabe im 1-Knoten- beziehungsweise Fahnenblattstadium können ohne Ertragseinbusse und nennenswertes Qualitätsrisiko durch 1 Harnstoffgabe zum Schossen (1-Knoten) ersetzt werden. Da der Harnstoff-Stickstoff nur langsam verfügbar ist (das Amid muss zuerst in Ammonium und weiter zu Nitrat umgewandelt werden), wird ein kontinuierliches N-Angebot bis zur Kornfüllung gewährleistet. Die oft geäusserten Bedenken wegen hohen Ammoniakverlusts (trocken, warm) oder Auswaschung scheinen aufgrund der verbesserten Formulierung und der guten Resultate nicht gerechtfertigt zu sein. Beim Entec-Dünger wird die Umwandlung von Ammonium zu Nitrat mit einem eingebauten Nitrifikationshemmer während vier bis acht Wochen verzögert. Entec ist aber teuer und in der Schweiz für den Handel (noch) nicht bewilligt. Eigenimporte sind mit Sonderbewilligung möglich.
