Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Gewappnet für Veränderungen in der Branche

Ausgabe Nummer 24 (2014)

Generalversammlung 2014 der Agro Treuhand Thurgau AG

Das immer komplexere Steuerumfeld ist für die Agro Treuhand Thurgau AG, zu deren grössten Kundengruppen Landwirtschaftsbetriebe und landwirtschaftliche Organisationen gehören, eine stete Herausforderung.

Urs Reut, Verwaltungsratspräsident der Agro Treuhand Thurgau AG (ATT), führte durch die Generalversammlung 2014 von Anfang Juni im Gasthaus zum Trauben, Weinfelden. Er stellte fest, dass mit 1081 Stimmen über 20 Prozent der Aktionäre an der Versammlung teilnahmen. Der ursprüngliche Gedanke der Selbsthilfe-Treuhandstelle wurde auch im vergangenen Jahr aktiv weitergeführt und den wechselnden Bedingungen und Vorschriften angepasst. Reut berichtete, dass dank einem Ruling, einem Einvernehmen mit den Steuerbehörden, die steuerlichen Aspekte mit der Verwaltung und der Verteilung der Aktien vereinfacht und gut gelöst wurden. Im Tagesgeschäft spürt die ATT die Auswirkungen der Neuausrichtung der Agrarpolitik auf die bäuerlichen Betriebe und das immer komplexere steuerliche Umfeld, welches immer weniger Kontinuität aufweist, wie Gottfried Thomi, Geschäftsführer der ATT, feststellte. Auf nationaler Ebene setzt sich der Geschäftsführer als Verwaltungsratspräsident der Agro-Twin AG für die Rechnungslegung und die Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Buchhaltungssoftware ein. Diese Firma stellt zurzeit das Nachfolgeprogramm von Agro-Twin zusammen. Es wird unter dem Namen A-Twin den Treuhandstellen und deren Kunden zur Verfügung gestellt. «Der Umstellungszeitpunkt bei der ATT ist für 2014/15 vorgesehen, für Kunden steht das Programm bereits zur Verfügung», informierte Thomi.

Aktienanteil gestärkt
Bei der Präsentation der Jahresrechnung erläuterte Reut einzelne Posten und zog das Fazit, dass trotz ausserordentlicher Aufwendungen (zum Beispiel Wertberichtigung der eigenen Aktien) im Berichtsjahr 2013 ein positives Ergebnis von über 17 000 Franken erreicht wurde: «Dies entspricht den Grundsätzen und Zielen unseres Unternehmens, das nicht möglichst hohe Gewinne ausweisen, sondern ein positives Betriebsergebnis will», meinte Reut. Um für die Veränderungen in der Branche gerüstet zu sein, sollten für langfristige technische Erneuerungen und eine genügend fachliche Ausbildung der Mitarbeiter in den nächsten Jahren etwas höhere Gewinne angestrebt werden. Die Aktionäre stimmten den Anträgen des Verwaltungsrates zu: Sie genehmigten Jahresrechnung und Jahresbericht und stimmten der Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung zu. Erneut wählten sie die Provida Wirtschaftsprüfungs AG als Revisionsstelle. Der Verwaltungsrat gratulierte Ferdi Barmettler, Teamleiter «BeBu Flex» und verantwortlich für den Fachbereich Nachfolgeregelung, zum 25-Jahr-Dienstjubiläum bei der ATT. Unter «Verschiedenes» informierte Thomi, dass die ATT und das BBZ Arenenberg 2014 wiederum gemeinsam Kurse für die Nachfolgeregelung auf dem Hof anbieten. Für den Bereich Vorsorge empfahl er, nur Verträge mit Prämien abzuschliessen, welche den Vermögensverhältnissen angepasst sind, um eine Überversicherung zu vermeiden.

Potenzial von Fruchtfolgegemeinschaften
Im Anschluss informierte Bruno Durgiai, Dozent für landwirtschaftliche Betriebslehre an der Hochschule für Agrar-, Forst und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen über Ergebnisse und Erkenntnisse aus Projektarbeiten zum wirtschaftlichen Potenzial von Fruchtfolgegemeinschaften. Bei Projektbeginn 2009 galten die WTO-Verhandlungen als gescheitert, und ein EU-Freihandel war in weite Ferne gerückt. Projektziel war es, die Betriebe vorzubereiten, mit welchen Massnahmen sie vorausschauend und planerisch handeln können, um Einkommenseinbussen durch die Grenzöffnung zu begegnen. Durgiai zeigte auf, wie in diesem Projekt nur schon durch die Optimierung des bestehenden Maschinenparks die Schlagkraft der im Projekt erfassten Betriebe mit Fruchtfolgegemeinschaften (FFG) erhöht wurde. Als Fazit des 2011 abgeschlossenen Projekts resultierte die Erkenntnis, dass für FFG je Hektare 600 Franken tiefere Maschinenkosten und Arbeitszeiteinsparungen möglich sind. Von den zehn Referenzbetrieben erfolgten die Rückmeldungen dahingehend, dass sie die FFG unter anderem als Chance zur Spezialisierung erkannten. Durgiai, von Versammlungsteilnehmern darauf angesprochen, räumte ein, dass unterschiedliche Labels und Produktionsverfahren (Extenso) für FFG sowie verschiedene Gesetzgebungen ein Problem darstellen können,. Einen Lösungsansatz sähe er darin, wenn eine Gruppe von Beratern aus Ackerbau-Kantonen entstünde, die daran arbeitet, die Schnittstellen bei den Vorschriften zu finden, welche für FFG hinderlich sind.


Isabelle Schwander







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