Ausgabe Nummer 40 (2007)
Giftpflanzen im Garten
Die Erfahrung hat die Menschen im Laufe
der Zeit gelehrt, giftige Pflanzen von ungiftigen
zu unterscheiden. Naturvölker
wissen sehr genau, welche Pflanzen als
Nahrungsmittel, als Heil- oder Medizinalpflanzen
oder gar als todbringende für
Jagd oder Krieg zu verwenden sind. Uns ist
dieses Wissen zum grossen Teil verloren
gegangen.Trotzdem wird auch heute noch,
zumindest in Teilgebieten, den Kindern
beigebracht, welche Pflanzenteile gut und
welche schlecht für Leib und Leben sind.
Pflanzen lassen sich nicht einfach in giftige
und nützliche einteilen. Oft sind auch in
unseren Nutzpflanzen Gifte zu finden, und
man muss sehr genau wissen, welche Teile
essbar sind. So ist zum Beispiel die Frucht
der Kartoffel giftig, während die Sprossknollen
im Boden ein Hauptnahrungsmittel
sind. In unseren Gärten würde
kaum eine Pflanze mehr stehen bleiben,
wenn man alle diejenigen, die irgendwo eine
giftige Substanz enthalten, ausreissen
müsste. Verschiedene Nutzpflanzen produzieren
sehr beliebte Früchte, von denen
jedoch gewisse Teile giftige Substanzen
enthalten. Der Inhalt der harten Kernschale
von Aprikosen, Pfirsichen, Kirschen,
Zwetschgen oder Bittermandeln
enthält hochgiftige Blausäure. Am
verlockensten sind jedoch die giftigen,
beerenartigen Früchte. Besonders Kinder
können den Verlockungen der Beeren oft
nicht widerstehen. Hier kann es schon hie
und da zu Unwohlsein, Erbrechen, erhöhtem
Puls oder Müdigkeit kommen. Zum
Glück schmecken viele giftige Beeren so
bitter oder herb, dass von vornherein keine
grossen Mengen gegessen werden und
somit ernsthafte Vergiftungen mit langfristigen
Folgen selten sind. Nicht ungefährlich
sind viele Blumenzwiebeln, obwohl es
eher unwahr-scheinlich ist, dass diese gegessen
werden. So lösen die Zwiebeln von
Schneeglöckchen, Osterglocken und diverse
andere Erbrechen und Durchfall
aus. Bei wildwachsenden Pflanzenarten
gibt es sehr giftige Pilze, die mit Speisepilzen
verwechselt werden können. Aber
auch die Früchte und Blätter der Herbstzeitlose
oder des weissen Germers können
schwere Vergiftungen verursachen. Der
blaue Eisenhut verursacht beim Verspeisen
seiner Wurzel Lähmungen von Lippe
und Zunge, im Extremfall sogar Atemnot
und Herzstillstand. Bei der Eibe sind ausser
dem roten Fruchtmantel alle Teile giftig,
also auch die Samen. Im Jahre 2005
sind in der Schweiz 590 Erwachsene und
2104 Kinder durch Giftpflanzen erkrankt.
Vergiftungen mit Todesfolge sind keine
aufgetreten. Seit Beginn der statistischen
Erfassung gab es durch diesen Sachverhalt
bei Menschen 13, bei Tieren 217 Tote.
BBZ Arenenberg, Daniel Brogle, Schulbetrieb Gärtnerei
Vorgehen bei Verdacht auf Pflanzenvergiftung
Wenn jemand Teile einer möglicherweise giftigen Pflanze eingenommen hat, muss zuerst diese Pflanze genau bestimmt werden. Bei Vergiftungsverdacht und Vergiftungserscheinungen einen Arzt konsultieren.
Wer
Alter, Gewicht, Geschlecht, Telefonnummer des Betroffenen.
Was
Genaue Bezeichnung der Pflanze, wenn möglich mit wissenschaftlichem Namen.
Wie viel
Sorgfältiges Abschätzen der maximal möglichen Menge.
Wann
Zeitangabe (gesichert oder vermutet).
Was
Allfällige erste Symptome, bereits getroffene Massnahmen.
Nummer des Tox-Zentrums: 044 251 51 51
BBZ Arenenberg, Daniel Brogle, Schulbetrieb Gärtnerei
Vorgehen bei Verdacht auf Pflanzenvergiftung
Wenn jemand Teile einer möglicherweise giftigen Pflanze eingenommen hat, muss zuerst diese Pflanze genau bestimmt werden. Bei Vergiftungsverdacht und Vergiftungserscheinungen einen Arzt konsultieren.
Wer
Alter, Gewicht, Geschlecht, Telefonnummer des Betroffenen.
Was
Genaue Bezeichnung der Pflanze, wenn möglich mit wissenschaftlichem Namen.
Wie viel
Sorgfältiges Abschätzen der maximal möglichen Menge.
Wann
Zeitangabe (gesichert oder vermutet).
Was
Allfällige erste Symptome, bereits getroffene Massnahmen.
Nummer des Tox-Zentrums: 044 251 51 51
