Ausgabe Nummer 19 (2008)
GLIB-Generalversammlung in Weinfelden
Grössere Nachfrage nach Investitionskredit- und Betriebshilfedarlehen
Im vergangenen Jahr gewährte die Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfe (GLIB) Investitionskredit- und Betriebshilfedarlehen von insgesamt rund 13 Millionen Franken.Die GLIB setzte die Gelder zielgerichtet ein. Gerade bei den Strukturanpassungen in der Landwirtschaft trage die GLIB eine grosse Verantwortung, stellte Verwaltungsratspräsident Markus Gubler zu Beginn der Generalversammlung fest. Nach seinen persönlichen Einschätzungen wird das Jahr 2008 mit WTO und EU-Agrarfreihandelsabkommen zum Jahr der Weichenstellungen. Im Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen zu einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU glaubt Gubler nicht, dass es sinnvoll sei, Lebensmittel durch ganz Europa zu transportieren. Er bekundet auch Mühe mit Lebensmittelimporten aus ärmeren Ländern wie beispielsweise aus Ägypten, wo Kartoffeln zu den Grundnahrungsmitteln zählen. Gleichzeitig würden aber in der Schweiz Kartoffeln mit einer guten Qualität, weil sie den Kalibrierungsvorschriften nicht entsprechen, den Tieren verfüttert.
Nur ein Gesuch wurde abgelehnt
Laut Geschäftsführer Werner Aus der Au hat die Geschäftsstelle von den 129 vorhandenen und neuen Gesuchen deren 84 (Vorjahr 77) dem Verwaltungsrat in Form eines Antrages vorgelegt. 83 Gesuche wurden bewilligt. Die gewährten Investitionskredit- und Betriebshilfedarlehen betragen 12,989 Millionen Franken (Vorjahr 10,158 Millionen Franken.) Auf Grund des Gesuches erhielt die GLIB vom Bund 700000 Franken an neuen Mitteln. 33 Gesuche wurden im Bereich Ökonomiegebäude bewilligt. Bei den Neubauten wurde ausschliesslich in Laufstalllösungen investiert. Nach Angaben von Aus der Au war der Gesuchseingang bei den Starthilfen wieder unterdurchschnittlich. Nach seiner Ansicht scheinen die agrarpolitischen Diskussionen für viele noch zuwenig Perspektiven bezüglich Betriebsübernahmen zu geben.
Trend zu grösseren Milchwirtschaftsbetrieben
Im Jahr 2007 wurde 63 Betrieben mit Milchviehhaltung ein neuer Investitionskredit gewährt. Diese verfügen über ein Milchkontingent/Lieferrecht von durchschnittlich 213 645 Kilogramm Milch. Betriebe mit kleineren Kontingenten erweiterten unter anderem das Wohnhaus oder bauten andere Betriebszweige aus, um in absehbarer Zeit die Milchwirtschaft aufzugeben. Wie Aus der Au erklärt, geht der Trend immer mehr zu grösseren Milchwirtschaftsbetrieben mit einer Produktion von rund 300000 Kilogramm Milch, was 40 bis 45 Kühen entspreche.
Ausgesprochen gute Zahlungsmoral
Der Bestand an unverzinslichen Darlehen betrage per 31. Dezember 2007 93,026 Millionen Franken. Bei den Betriebshilfedarlehen liege der Bestand bei 2,682 Millionen Franken. Aus der Au sprach von einer ausgesprochen guten Zahlungsmoral der Bauern.
Die GLIB habe für den Kanton Thurgau einen sehr hohen Stellenwert, zähle doch der Thurgau zu den grossen Landwirtschaftskantonen, stellte Regierungsrat Kaspar Schläpfer fest. Zum Schluss der Generalversammlung dankte Gubler Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt, und Alfred Ernst, Geschäftsführer der Thurgauer Milchproduzenten, die beide demnächst in Pension gehen, für ihr Engagement zugunsten der Landwirtschaft.
Mario Tosato

Werner Aus der Au (v. l.), Markus Gubler, Regierungsrat Kaspar Schläpfer und Hanspeter Herger, CEO der Thurgauer Kantonalbank, während der GLIB-Generalversammlung. (tos)
