Ausgabe Nummer 1 (2010)

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Glückspost brachte Peter Epper Glück

Seit 25 Jahren arbeitet Peter Epper auf dem Hof von Louis und Margrith Eisenegger in Bettwiesen. Er geniesst den Familienanschluss.


1977 übernahmen Louis und Margrith Eisenegger den Hof Anet in Bettwiesen. Heute gehören 45 Milchkühe und 30 bis 40 Stück Jungvieh zum Betrieb. Im ersten Jahr konnte der Vater noch mithelfen. Von 1979 bis 1984 beschäftigte die Familie Eisenegger Schulabgänger aus nicht bäuerlichen Familien, die vorerst keine Lehrstelle fanden. Eine Anstellung mit einem vierzigjährigen Mann vom Sozialamt misslang. So steht im Tagebuch der Familie vom 26. Mai 1984: «Knecht davongelaufen ». Durch Zufall kaufte Margrith Eisenegger die «Glückspost», wo ihr ein Inserat auffiel: «29-jähriger Mann sucht Stelle in Gärtnerei oder Gemüsebau». Nach einem Telefongespräch stellte sich Peter Epper in Begleitung seiner Eltern vor. Am nächsten Tag nahm er bereits die Arbeit auf und konnte am 29. Mai 2009 sein 25-Jahr-Arbeitsjubiläum feiern.

Am liebsten arbeitet Epper im Stall
Epper wohnt bei der Familie Eisenegger und besucht alle vierzehn Tage seine Mutter in Thayngen SH. Der Jubilar geniesst sichtlich den Familienanschluss und pflegt zu den erwachsenen Kindern Sarah, Tamara, Rahel und Raphael ein fast geschwisterliches Verhältnis. So ist seine Zukunft bei der Hofübergabe der Eltern in einem Jahr an Raphael schon gesichert. «Am liebsten arbeite ich im Stall, tränke die Kälber, am ersten Tag mit der Flasche, füttere die Kühe, reinige die Liegeplätze und streue diese mit frischem Stroh ein», sagt Epper. Die Kälber wachsen ihm ans Herzen, so kann es vorkommen, dass er sich gegen den Verkauf einzelner Tiere wehrt, wie beispielsweise beim jungen Zuchtstier Leon. Freude hat er auch an einem Blüm-Kuhkalb. In der Braunviehherde sei das Blüm-Kuhkalb etwas wirklich Schönes.

Epper liebt die Arbeit in der Natur
Er arbeitet auch gerne auf dem Feld bei der Futtermittelproduktion für den eigenen Hof. Im Winter hilft er im Wald, was ihm ebenfalls zusagt. Hier steht für ihn die Jungwuchspflege im Vordergrund. Beim Stallbau wurde alles Holz aus dem eigenen Wald verwendet. Aus Eppers Erzählungen wird spürbar, dass ihm die Natur sehr viel sagt, sei dies im Stall, auf dem Feld, im Hausgarten, wo er der Bäuerin gelegentlich hilft, oder im Wald.

Viele Hobbys bringen Abwechslung
In der Freizeit klopft Epper gerne einen Jass. Er gewann sogar schon ein Preisjassen mit 169 Teilnehmern. Gerne spielt er auch Schach am Schachcomputer. Zudem löst er Rätsel in der «Glückspost». Diese wurde ihm vor Jahren von der Familie Eisenegger als Abonnement geschenkt. Seither liest er die Glückspost regelmässig und weiss so auch über Stars und Sternchen Bescheid. Besonders aufmerksam liest er Berichte über den Sechstagefahrer Bruno Risi, einem Neffen von Louis Eisenegger, der während seinen Ferien auch schon auf dem Hof mithalf. Als weiteres Hobby bezeichnet Epper Ferienreisen mit Reisegesellschaften in ferne Länder wie Rumänien, Polen, Indonesien und andere mehr. Angesprochen auf die vielen Hobbys meint er schmunzelnd: «Das braucht man, man kann ja nicht immer nur arbeiten. »

Mario Tosato



Louis und Sarah Eisenegger, Peter Epper und Margrith Eisenegger (von links nach
rechts) freuen sich über Eppers Arbeitsjubiläum. (tos)
Louis und Sarah Eisenegger, Peter Epper und Margrith Eisenegger (von links nach rechts) freuen sich über Eppers Arbeitsjubiläum. (tos)