Ausgabe Nummer 23 (2007)
Grossandrang beim Tag der offenen Tür auf dem Aeulihof
Viel Zivilcourage und Unternehmerrisiko
Mehrere Hundert Personen aus der ganzen Schweiz besuchten den neuen Milchvieh- Laufstall auf dem Aeulihof in Weinfelden und zeigten sich vom grosszügigen Bau mit modernsten Einrichtungen beeindruckt.Die offizielle Einweihung am vergangenen Sonntag im Aeulihof, Weinfelden, wurde vom Männerchor Weinfelden eröffnet. In seinem Eröffnungswort erinnerte Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Verwaltungsrates Aeulihof AG, an den verstorbenen Bauer, Viehhändler, Kaufmann und Politiker Siegfried Gideon, dessen Wille es 1992 gewesen sei, dass der landwirtschaftliche Betrieb weitergeführt werde.Trotz schwierigem Umfeld in der Milchwirtschaft habe sich die Pächterfamilie Andreas und Beatrice Walter und der Verwaltungsrat der Auelihof AG für den Bau eines neuen Milchviehstalles entschieden. Damit könne auf den Ausstieg aus der Milchkontingentierung im 2009 agiert und die Arbeitsproduktion gesteigert werden.
Pächterfamilie fühlt sich wohl
Josef Broger, Geschäftsführer LBA Bauund Architekturbüro,Weinfelden, liess die Baugeschichte mit den Vorabklärungen im Jahr 2006, Baubewilligung am 17. November 2006, Baubeginn am 13. Februar 2006,Aufrichte Mitte Mai 2006, nochmals Revue passieren. Die Abschlussarbeiten erfolgten in den letzten Wochen. Der Milchviehstall biete Platz für 83 Kühe,einen Muni und diverse Kälber. Broger sprach von einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen der Aeulihof AG, dem Pächterehepaar Andreas und Beatrice Walter sowie den Handwerkern. Auch Andreas Walter gab der grossen Freude über das gelungene Bauwerk Ausdruck. Zusammen mit seiner Ehefrau Beatrice übernahm er im Jahre 1997 die Pacht. Angesprochen auf das Verhältnis zur Besitzerfamilie Gideon und zum Verwaltungsrat der Aeulihof AG, sprechen die beiden Pächter übereinstimmend nur lobende Worte. Die Zusammenarbeit sei unkompliziert und herzlich. «Zusammen mit unseren drei Töchtern fühlen wir uns auf dem Auelihof ausgesprochen wohl», so Andreas und Beatrice Walter.
Moderner Melkstand
«Für uns war wichtig, dass der Melkstand und der Warteraum so gross ist, wie er heute ist.» Dies habe vor allem für die Zukunft Bedeutung, wenn allenfalls in späteren Jahren die Milchproduktion ausgebaut werde. Der helle und freundliche Melkstandraum ist mit einem modernen 2 x 12 Parallel-Melkstand (ausgebaut 2 x 10) ausgerüstet. Die Melkgrube ist als Flachgrube ausgerüstet und damit schwellenlos vom Melkraum her erreichbar. Fachleute sprechen von einem der modernsten Melkstände Europas.
Courage und Unternehmerrisiko
Unter die Gratulanten reihte sich auch Hans Eschenmoser, Präsident des Gemeindeparlamentes Weinfelden. Er erinnerte daran, dass die Familie Gideon ihren Milchviehstall bis vor 15 Jahren im Dorf an der Frauenfelderstrasse hatte. Dank geschickten Verhandlungen von Siegfried Gideon konnte die Siedlung am heutigen Standort bezogen werden. Für Weinfelden, welches ständig durch Wohn- und Gewerbebauten wachse, sei es erfreulich, dass trotz der schwierigen Zeiten in der Landwirtschaft eine landwirtschaftliche Existenz weiter entwickelt werde. Dazu brauche es in der heutigen Zeit viel Courage und Unternehmerrisiko für einen solchen Neubau, bekräftigte Eschenmoser.
Pächterfamilie findet Konsens
In der heutigen Zeit sei es in Agglomerationsnähe schwer, die verschiedenen Interessen zwischen der Wohnbevölkerung und der Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen.Wie Eschenmoser erklärt, gelingt es aber der Pächterfamilie des Aeulihofes, diesen Konsens zu finden. Das heisse, das Land sorgsam zu bewirtschaften, damit sich die Leute nicht am Lärm und Gestank stören und am Schluss doch noch ein Ertrag erwirtschaftet werde.
Mario Tosato

Hans Eschenmoser, Präsident Gemeindeparlament Weinfelden, selbst ein aktiver Bauer, gratuliert der Aeulihof AG und dem Pächterehepaar Andreas und Beatrice Walter zum gelungenen Werk. (tos)
