Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Grosse Teilnahme am "Blumenwiesentag 2014"

Ausgabe Nummer 23 (2014)

Wiederum nahmen gegen 60 Besucher am «Blumenwiesentag» teil. Teilnehmer des kantonalen Blumenwiesenprojekts und weitere Interessierte diskutierten die richtigen Schritte bei der Neuansaat und Pflege von artenreichen Heuwiesen. Nach der Besichtigung von Neuansaaten aus dem Jahr 2013 und 2014 in Hefenhofen konnte auch noch eine streifig angelegte Neuansaat in Dozwil begutachtet werden.

Wie schon in den Vorjahren fand auch dieses Jahr eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts «Neuansaaten von artenreichen Heuwiesen im Thurgau» statt. Gegen 60 Projektteilnehmer und weitere Interessierte fanden sich am Vormittag des 26. Mai in Hefenhofen ein. Nach der Begrüssung durch Raimund Hipp vom Amt für Raumentwicklung startete die Veranstaltung mit der Besichtigung einer Neuansaat 2014 (Bild 1).
Betriebsleiter Heinz Huber stellte seinen Betrieb, die Motivation für die Projektteilnahme und das Vorgehen bei der Ansaat vor, welche auf einer bestehenden extensiv genutzten Wiese erfolgte. Nach dem Umbruch im Frühjahr wurde mehrmals geeggt und Ende April gesät. Laut dem Betriebsleiter gestaltete sich die Saat aber als sehr schwierig: Wie schon bei den Ansaaten des Vorjahres musste das Saatgut wiederum von Hand portionsweise in die Krummenacher- Sämaschine gegeben werden. Johannes Burri von der Fenaco kommentierte das Vorgehen folgendermassen: Das Saatgut für die artenreichen Heuwiesen lasse sich nur «schlecht» oder «ganz schlecht» ausbringen und die Vorgehensweise von Heinz Huber sei richtig gewesen. Dass sie erfolgsversprechend ist, zeigen die letztjährigen Ansaaten des Betriebs, die heuer ohne Probleme die geforderten Zeigerarten aufwiesen (Bild 2).
Bei diesen letztjährigen Ansaaten konnte zudem der Unterschied verschiedener Anlagemethoden und verschiedener Saatguttypen besprochen werden. Fragen zum Einfluss des Schnitttermins auf die Artenzusammensetzung und die Möglichkeit zur Steuerung des Bestandes (hohe Dichten an Margeriten, Klappertopf usw.) wurden ebenfalls thematisiert.
Abschliessend wurden die beiden Vernetzungskorridore beim Veranstaltungsort vorgestellt: Sie verfügen über erfreulich hohe Dichten an besonders wertvollen Biodiversitätsförderflächen (BFF) von 9 beziehungsweise 11 Prozent (Wiesen, Weiden, Hochstamm-Obstgärten und Hecken der Qualitätsstufe II, Wiesen und Weiden mit Zusatzmassnahmen und Buntbrachen usw.). Gemäss Erhebungen der Vogelwarte Sempach steigt die Revierdichte von seltenen Vogelarten wie Schwarzkehlchen, Neuntöter, Gold- und Grauammer aber auch vom Feldhasen bei über 9 Prozent ökologisch besonders wertvollen BFF in der landwirtschaftlichen Nutzfläche markant an.
Nach dem offiziellen Abschluss verschob sich fast die Hälfte der Teilnehmer des Blumenwiesentags noch für die «fakultative» Besichtigung von Neuansaaten auf den Betrieb von Johannes Lieberherr. Hier wurden in diesem Frühling zwei Streifen zwischen den Nussbaumreihen angesät. Im Gegensatz zur ersten betrachteten Neuansaat 2014 präsentierte sich diese Fläche noch ganz ohne Bewuchs. Nach den notwendigen Säuberungsschnitten in diesem Jahr bleibt nun mit Spannung abzuwarten, wie sich die besichtigten und die vielen weiteren Ansaatflächen dieses Jahrs – insgesamt über 50 Hektaren – im kommenden Jahr präsentieren.


Nina Moser (Amt für Raumentwicklung) und
Daniel Nyfeler (BBZ Arenenberg)










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