Ausgabe Nummer 6 (2004)

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Grosser Andrang und hohe Preise

Schlachtviehmarkt in Weinfelden
 
Grosser Andrang und hohe Preise
 
Der öffentliche Schlachtviehmarkt in Weinfelden zog zahlreiche Interessenten an. Insgesamt wurden 87 Tiere verkauft.
 
Bevor geboten wird, wird die Kuh kritisch begutachtet.
 

«Drei Franken fünfzig, sechzig, siebzig, achtzig zum letzten! … » tönt es in der Markthalle Sangen in Weinfelden. Wie jeden ersten Dienstag im Monat führt die Erzeugergemeinschaft (EZG) Bodenseefleisch AG mit Margrit Wolf als Geschäftsführerin einen Schlachtviehmarkt durch. Die Veranstalter sind zufrieden. Der Andrang ist gross. Die Bauern kommen vom ganzen Kanton, und sogar aus den Nachbarkantonen sind einige angereist. Auch die Bauern sind zufrieden. Von Vielen ist zu hören, dass die Preise auf dem Schlachtviehmarkt höher seien, als wenn der Händler direkt in den Stall kommt. Hier überbieten sich die Händler gegenseitig, und so steigt der Preis. Da lohnt sich der Transport vom Stall nach Weinfelden. Viele Bauern freuen sich: «Heute sind die Preise gut.»

Kritische Begutachtung des Viehs
Auf dem Platz herrscht reger Betrieb. Bei strahlendem Wetter werden die Tiere zuerst gewogen, vom Experten taxiert, und dann den Händlern vorgeführt. Kritische Gesichter mustern die Kühe. Mit geübten Handgriffen wird die Fleischigkeit der Kuh geprüft. Und dann wird geboten, bis die Kuh den Besitzer wechselt. Der neue Besitzer markiert sie, führt sie ab und verkauft sie später an den Metzger. Eine Bedingung des Marktes ist, dass die Kuh noch am selben Tag geschlachtet werden muss. Das Ganze wird von den anderen Bauern und Interessierten kritisch begutachtet und kommentiert. Am Schlachtviehmarkt bleibt Zeit, eine Tasse Kaffee zu trinken und mit den Kollegen zu fachsimpeln. Die Qualität der angebotenen Kühe lässt allerdings keine grosse Kritik zu. Laut Margrit Wolf sind fast alle Tiere qualitativ hoch stehend. Sie meint, dass die schlechten Kühe zu Hause im Stall bleiben. Denn die Bauern wollen sie nicht unter den kritischen Augen ihrer Kollegen vorführen.

Nach harzigem Anfang gute Entwicklung
Die alte Tradition des Schlachtviehmarktes ging in den letzten Jahren unter. Vor einen Jahr belebte Margrit Wolf die Tradition wieder. Der Anfang war zäh. Am ersten Markt wechselten nur 17 Kühe ihren Besitzer. Am Dienstag wurden 87 Tiere verkauft.
Dass der Andrang so gross war, könnte an der Futterknappheit liegen. Ein Bauer erzählt, dass er seine Kuh dem Metzger verkaufte, weil er sie nicht mit teurem zugekauftem Futter füttern möchte. Dazu sei ihre Milchleistung zu tief. In einem anderen Jahr mit mehr Futter hätte er sie behalten können. Der grösste Teil der verkauften Tiere waren Kühe. Daneben gab es einige Rinder und Stiere.
Einige kritische Stimmen beanstanden den Stress eines solchen Marktes für die Tiere. Jedoch sei der Stress nicht grösser als auf einer Viehschau. Die Tiere machten einen ruhigen Eindruck, auch wenn man in vielen Blicken lesen konnte, dass sie wohl wussten, wohin ihre Reise geht. (uhu)

 
 
 
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