Ausgabe Nummer 51 (2004)

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Grosses Interesse an Informationen zum Beruf Landwirt

Aus- und Weiterbildung
 
Grosses Interesse an Informationen zum Beruf Landwirt
 
Am vergangenen Samstag fand am LBBZ Arenenberg die bereits traditionelle Informationsveranstaltung zum Beruf Landwirt statt. Direktor Otto Balsiger, Lehrmeister Bruno Meili, Landwirtschaftslehrling Manuel Hüglin und Fachstellenleiter Ruedi Huber informierten die über 140 Zuhörerinnen und Zuhörer über den Ausbildungsweg, die Sonnen- und Schattenseiten sowie die Weiterbildungsmöglichkeiten bei diesem vielseitigen und anspruchsvollen Beruf.
 
Viele interessierten sich für die neue Berufsausbildung. (mb)
 
Trendwende: Deutliche Zunahme der Lehrabschlüsse im Thurgau
Das neue Ausbildungsmodell stellt den Lehrling und das Ziel für eine umfassende und fundierte landwirtschaftliche Berufslehre in den Mittelpunkt der Anstrengungen. Erstmals werden mit diesem Pilotver-such zwei Ausbildungsmodelle im Sinne eines Markttests zur freien Auswahl durch Lehrlinge und Lehrmeister angeboten. Die Vorteile des neuen Modells der dreijährigen Ausbildung auf Lehrbetrieben wurden von den Akteuren rasch erkannt. Den Lehrlingen bringt der kontinuierliche Bildungsaufbau und die gleichmässige Verteilung des Lehrstoffs über die ganze Lehrzeit deutliche Vorteile. Praktisches Können und theoretisches Wissen werden laufend miteinander verbunden. Das erleichtert den Lehrlingen den Durchblick und das Verstehen von Zusammenhängen sowie das Mitdenken. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Lehrlinge werden dadurch stärker gefördert.

Mit Natur und Technik im Einklang
Der Beruf des Landwirts ist ein Job für vielseitige, verantwortungsbewusste Menschen, welche sowohl an der Natur als auch an der Technik Freude haben. Menschen, welche unternehmerisch denken und handeln, und doch nicht gefühllos sind.
Modernste Melktechnik und empfindsame Kuhseelen – beide müssen fachmännisch betreut sein – nur dann klappts mit der Milchproduktion. Die anvertrauten Tiere müssen richtig gepflegt werden – auch dann, wenn sie einmal krank sind. Der Landwirt ist am Puls des Lebens. Geburten, aber auch das Ableben von Tieren gehören zu seinem Alltag. Er geht aber auch mit modernsten Maschinen und Geräten um und kann deren Unterhalt durchführen. Im Nebel mit 20 Tonnen Zuckerrüben auf der Landstrasse zu ver-kehren verlangt viel Verantwortungs- und Fingerspitzengefühl! Anstehende einfache Reparaturen werden meist selbst erledigt. Elektronikkenntnisse werden dabei immer wichtiger.
Der heutige Landwirt ist aber auch ein ausgewiesener Fachmann für die Pflege unserer Landschaft, kennt den Boden und die Pflanzen und weiss, wie man Naturräume schafft. Ausserdem ist die EDV auch auf dem Bauernhof nicht mehr wegzudenken: Nährstoffbilanzen, Fütterungs- und Düngungspläne sowie Buchhaltungen werden nur noch mit dem PC erstellt.

Nicht nur für Bauernsöhne!
Gut ausgebildete und motivierte Absolventen einer landwirtschaftlichen Ausbildung sind derzeit sehr gesucht: Landwirtschaftliche Genossenschaften, Betriebshelferdienste, der Handel, Buchhaltungsdienste usw. sind auf kompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angewiesen. Auch ohne eigenen Betrieb macht deshalb eine landwirtschaftliche Lehre durchaus Sinn. Als Frau hat man heutzutage dieselben Chancen, denn die moderne Technik auf den Höfen hat viele der schweren Arbeiten stark erleichtert.
Freude an Natur und Technik, gute Gesundheit und eine positive Einstellung sowie eine abgeschlossene Real- oder Sekundarschule sind wichtige Grundvoraussetzungen für den Beruf. Gewünscht sind auch handwerkliche Fähigkeiten und Freude am Rechnen.

Weiterbildungsmöglichkeiten
Zukünftige BetriebsleiterInnen besuchen in der Regel die modular aufgebaute Betriebsleiterschule, welche mit der Berufsprüfung abgeschlossen werden kann. Wer anschliessend noch zusätzliche Kurse im Bereich der Unternehmensführung und Betriebswirtschaft belegt, hat die Möglichkeit, die Meisterprüfung zu absolvieren.
Wer sich für eine Tätigkeit im Bereich des Handels, der Beratung oder der Ausbildung interessiert, hat nach dem Besuch einer Berufsmittelschule die Möglichkeit, an der Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen Agronomie zu studieren. Viele weitere Wege (Handelsschule, Technikerschule usw.) stehen offen.
Eine landwirtschaftliche Ausbildung ist aber auch eine ausgezeichnete Grundlage für den Einstieg in einen anderen Beruf, wie zum Beispiel beim Grenzwachtkorps oder der Polizei.

Lehrmeister – persönlicher Coach des Lehrlings
Manuel Hüglin absolviert das zweite Lehrjahr. Er berichtete von seinen ersten Erfahrungen. Dass er bereits Verantwortung übernehmen kann, erfülle ihn mit Freude. Den täglichen engen Kontakt mit dem Lehrmeister schätze und nutze er. Manuel Hüglin bevorzugt das neue Modell nicht zuletzt darum, weil er neu drei verschiedene Lehrbetriebe kennen lernen kann.
Lehrmeister Bruno Meili ist Mitglied der Berufsbildungskommission. Mit einigen Beispielen aus dem Alltag unterstrich er, wie wichtig ein gutes Zusammenleben auf dem Lehrbetrieb ist, das durch gegenseitige Offenheit geprägt sein muss. Wenn der Lehrling von «unseren» Kühen spreche, sei das Wir-Gefühl geweckt. Er unterstrich die Bedeutung der Begeisterungsfähigkeit in dieser Phase der Persönlichkeitsentwicklung.

Reger Austausch
Während der Kaffeepause und in der Diskussionsrunde wurde die Gelegenheit benutzt, spezifische Fragen zu beantworten. So wurde darauf hingewiesen, dass auch die neue Lehrabschlussprüfung gesamt-schweizerisch anerkannt ist und dass für eine Zweitausbildung ein Lehrjahr angerechnet wird. Zum Abschluss wurde darauf hingewiesen, dass ausgebildete Landwirte gesuchte Leute sind, denn sie haben in ihrer vielseitigen Ausbildung gelernt, flexibel zu sein und Verantwortung zu übernehmen.
Lehrstellenlisten und detaillierte Auskünfte können jederzeit bei folgender Adresse bezogen werden:
LBBZ Arenenberg,
Fachstelle Berufsbildung Landwirt,
Ruedi Huber, 8268 Salenstein,
Telefon 071 663 31 45.
E-Mail ruedi.huber@tg.ch oder auf dem Internet unter www.lbbz.tg.ch

Monika Bänninger-Müller, LBBZ Arenenberg
 
 
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