Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Gründung des Kälbergesundheitsdienstes im Fokus

Ausgabe Nummer 3 (2017)

Der Wechsel im Vorstand der Swiss Beef Region Ost und die Vorstellung des Kälbergesundheitsdienstes (KGD) waren die wichtigsten Punkte auf der Traktandenliste.

Wie Oliver Engeli, Präsident Swiss Beef Region Ost, in seinem Jahresbericht anlässlich der Generalversammlung in Schönenberg an der Thur erklärte, steigen viele Milchproduzenten auf die extensive oder auch auf die intensive Rindfleischproduktion um. Die Schweiz besitze über 100 000 Mutterkühe, dabei sei die Zahl der Milchkühe aufgrund des arg gebeutelten Milchmarktes weiterhin abnehmend.

81,7 Prozent Inlandanteil bei Rindfleisch
Nach Aussagen von Oliver Engeli habe sich der globale Markt für Rindfleisch weiter entwickelt. Nach einem Produktionsrückgang im Jahr 2015 habe sich das Blatt wieder geändert. Die Nachfrage in Asien und vor allem in China sei weiterhin ununterbrochen. Der Inlandanteil beim Rindfleisch (inklusive Verarbeitungsfleisch) liegt zurzeit bei 81,7 Prozent Die Produktionsausdehnung beim Bankfleisch im Jahr 2016 von 5,3 Prozent sei hoch und nicht zu unterschätzen. Die zurzeit gute Marktsituation kann aber auch plötzlich kippen. Zuviel und zuwenig ist sehr eng beieinander. Der Grenzschutz ist dabei ein Garant für eine stabile Produktion. Das gute Image von Rindfleisch sei nach wie vor eine der tragenden Stützen der Preise. Dies umsomehr, bei den über lange Zeit tiefen Schweinefleischpreisen mit Daueraktionen in den Supermärkten.

Vorstand für vier Jahre gewählt
Die Rechnung 2016 der Swiss Beef Region Ost schloss mit einem Gewinn von 3988 Franken, wobei das Vermögen auf 28 618 Franken anwuchs. Ihren Rücktritt aus dem Vorstand erklärten Peter Philipp, Untervaz GR, Hanspeter Räz, Stadel bei Niederglatt ZH, und Marcel Steinmann, Adlikon bei Andelfingen ZH. Neu wurden Thomas Fehr, Widnau SG, Fabian Kummer, Dipoldsau SG, und Fredy Saller, Volken ZH, in den Vorstand gewählt. Der bisherige Vorstand mit Oliver Engeli, Engishofen TG, als Präsident, sowie Christoph Guhl, Homburg TG, Bernhard Schlatter, Beringen SH, und Ralph Schudel, Beggingen SH, wurde für weitere vier Jahre wieder gewählt.

Stärkung der Marke «Schweizer Fleisch»
Heinrich Bucher, Direktor Proviande Genossenschaft, Bern, erinnerte zu Beginn seines Referates, dass laut Parlaments- und Bundesratsbeschlüsse im Jahr 2014 eine Querschnittskürzung beim Sach- und Betriebsauwand beim Leistungsaufwand Proviande von 223 000 Franken (3,6 Prozent) vorgenommen wurde. Beim Leistungsauftrag Proviande 2017 beträgt die Reduktion 323 200 Franken (5 Prozent). Laut Buchers Aussagen steht das Fleisch in der Kritik. Kritisiert werde die Nachhaltigkeit, Tierwohl, Ethik, Ernährung, Gesundheit und anderes mehr. Vertrauen sei beim Fleisch das wichtigste Kapital und dies könne mit der Rückverfolgbarkeit verbessert werden. Bucher betonte, das in der Schweizer Fleischwirtschaft bis im Jahr 2017 ein DNA-Rückverfolgbarkeits- System etabliert sein soll, mit dem der Nachweis erbracht werden kann, dass Fleisch und Fleischprodukte mit der Herkunftsdeklaration Schweiz effektiv von Tieren stammen, die in der Schweiz gehalten und geschlachtet werden. Als Nutzen nannte der Proviande-Direktor, die unabhängige Herkunftsüberprüfung, die Minimierung der Missbrauchsfälle, Transparenz über Rohmaterialherkunft, die Steigerung des Konsumentenvertrauens sowie die Stärkung der Marke «Schweizer Fleisch» und der ganzen Wertschöpfungskette.

Gesundheit der Aufzucht- und Mastkälber weiter verbessern
Nach Meinung von apl. Prof. Dr. Martin Kaske, Geschäftsführer des Kälbergesundheitsdienstes (KGD) besteht grosses Potenzial, die Gesundheit der Aufzucht- und Mastkälber in der Schweiz zu verbessern. Der KGD soll die Bauern und Tierärzte unterstützen, damit die Kälber auf den Geburts- und Mastbetrieben gesund bleiben, weniger Antibiotika brauchen und bessere Leistungen bringen. Der Verein KGD wird Leistungsaufträge an den bestehenden Rindergesundheitsdienst (RGD) erteilen.
Andreas Widmer, Vorstandmitglied von Swiss Beef CH, wurde an der Gründungsversammlung vom 16. Dezember 2016 zum Präsidenten des Vereins KGD gewählt. Nach der Gründung des Vereins, soll nun die Mitgliederbewerbung erfolgen und die Finanzierung sichergestellt werden. Als möglichen Start nannte Widmer den Sommer 2017. Die Ausbildung der Vertragstierärzte soll sofort erfolgen. Als Projektplan nannte er vorerst sechs Jahre.


Mario Tosato













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