Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Gründung eines Verbandes Thurgauer Moster

Ausgabe Nummer 34 (2017)

Mitte August erfolgte im Restaurant Taverne in Istighofen die Fusion des Thurgauer Süssund Kundenmosterverbandes und gleichzeitig eine Gründungsversammlung für den neuen Verband Thurgauer Moster. Bis zur GV im Januar 2018 werden die bisherigen Vorstandsmitglieder der beiden ehemaligen Verbände den neuen Verband führen. Dann können ordentliche Neuwahlen vorgenommen werden.

Peter Widmer, Co-Präsident des Thurgauer Süssmosterverbandes sagte, dass der Zusammenschluss zwischen dem Kundenmoster- und dem Süssmosterverband einen weitsichtigen Entscheid darstellt. Das Umfeld der bäuerlichen Obstverwertung, die heute eher Obstveredelung bedeute, habe sich stark verändert. Neue technische Möglichkeiten, die Veränderung der Familienstrukturen mit einem Rückgang des Eigenverbrauchs an Saft sowie das grosse Angebot an anderen Getränken – dies seien einige der Gründe, weshalb es weniger Süssmoster gibt, welche auf traditionelle Weise für die Selbstversorgung arbeiten. Die Möglichkeiten der heutigen leistungsfähigen Pressen und Abfüllanlagen sowie stark gestiegene Qualitäts- und Deklarationsvorschriften hätten dazu geführt, dass die Abnehmer bevorzugt grössere Posten beziehen. «Dies eröffnet Chancen für Betriebe, welche sich auf die Produktion eines gesunden Getränkes von hoher Qualität spezialisieren », so Peter Widmer.

Neuen Statuten zugestimmt
Anlässlich der Gründungsversammlung Verband Thurgauer Moster (VTM) erfolgte die 53. und letzte Versammlung des Kundenmosterverbandes mit dessen Präsident Edi Bosshard. 18 Kundenmoster nahmen daran teil und stimmten der Auflösung des Verbandes zu. Ebenso stimmten sie der Übertragung des Vermögens an den neuen Verband zu. Edi Bosshard räumte ein, dass mit der Auflösung auch ein wenig Wehmut verbunden sei, eine lange Tradition gehe damit zu Ende. Anlässlich der nachfolgenden Versammlung der Süssmoster wurde der Aufnahme der Mitglieder des Kundenmosterverbandes zugestimmt. Bei der Gründungsversammlung Thurgauer Mosterverband wurde über die Statuten des gemeinsamen Verbandes VTM abgestimmt. Der Verbandszweck des VTM: Der Verband will der Bevölkerung die Selbstversorgung mit Obstprodukten ermöglichen, die Moster technisch, wirtschaftlich und qualitativ fördern sowie deren Interessen wahren (sowohl in kantonalen wie schweizerischen Angelegenheiten). Und der Verband will die Qualität der Produkte und den Konsum fördern. Der neue Verband hat nur zwei Mitgliederkategorien: Aktivund Ehrenmitglieder. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder des Kundenmoster- sowie des Süssmosterverbandes verbleiben während der Startphase des VTM im Vorstand.

Nachfolgeregelung im Hinblick auf Neuwahlen
Peter Widmer kündigte auf den Zeitpunkt der nächsten GV im Januar 2018 seinen Rücktritt an. Er sagte, der Vorstand werde in den nächsten Monaten mit geeigneten Kandidaten Kontakt aufnehmen, um diese für eine Mitarbeit im Vorstand des VTM zu gewinnen. Nebst seinem Rücktritt zeichnen sich noch weitere personelle Veränderungen im Vorstand ab, unter anderem wird auch Max Windler, Co-Präsident des nun aufgelösten Thurgauer Süssmosterverbandes, Anfang 2018 zurücktreten. Unter «Verschiedenes » wurde darauf hingewiesen, dass der VTM sich auch künftig am Qualitätswettbewerb beteilige und der Vorstand auf möglichst viele eingereichte Muster hoffe.
Urs Müller von der Fachstelle Obstbau TG/SH am BBZ Arenenberg gratulierte den Mitgliedern zum neuen Verband und erinnerte daran, dass für diesen Zusammenschluss sehr viel Vorarbeit geleistet wurde, unter anderem auch unter aktiver Mitwirkung des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft. Er informierte über die bevorstehende Pensionierung von Ueli Henauer und seine Nachfolgerin, Tanja Ackermann, welche bereits am BBZ Arenenberg ihre Arbeit aufgenommen hat. Er betonte, dass der bewährte Kursleiter Stefan Freund vom landwirtschaftlichen Zentrum SG, Flawil, nach wie vor Mosterkurse durchführen werde, wenn genügend Anmeldungen eintreffen, und es begrüssenswert wäre, wenn für die Kurse auch jüngere Leute motiviert werden könnten.


Isabelle Schwander




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