Ausgabe Nummer 12 (2008)

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Grünes Licht für neuen Verband

Gut besuchte TBV-Delegiertenversammlung in Sulgen

Die Gründung des neuen Verbands Thurgauer Landwirtschaft fand eine breite Zustimmung. Zustimmung fand auch der jährliche Beitrag von maximal 2.50 Franken je Hektare für die bäuerliche Berufsbildung.

Mit 158 Ja gegen 3 Nein folgten die Delegierten des Thurgauer Bauernverbands (TBV) dem Antrag des Vorstandes, die Arbeitsgruppe des TBV zu beauftragen, die Gründung des neuen Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL) vorzubereiten. Andreas Binswanger, Präsident TBV, betonte nochmals, dass der neue Verband breit und direkt von der Basis abgestützt werden soll. Als weitere Vorteile nannte er eine klare Zuweisung der Aufgaben und Kompetenzen sowie die Sicherstellung des Informationsflusses in allen Bereichen. Mit weniger Organisationsaufwand soll mehr Wirkung erzielt werden. Zudem können die finanziellen Mittel effizienter eingesetzt werden. Nur zwei Votanten sprachen sich gegen den neuen Verband aus. Befürchtet wird die Minderung der Bedeutung der Agroberatungsvereine. Die Frauen sind nach Meinung eines Sprechers zu wenig gut vertreten, was von Binswanger bestritten wurde. Die Gründungsversammlung des VTL erfolgt am 30. Juni.

Ja zur Finanzierung der Berufsbildung
Nachdem Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), die neuen Strukturen der bäuerlichen Aus- und Weiterbildung vorgestellt hat, stimmten die Delegierten einstimmig dem Antrag des Vorstandes zu, wonach die landwirtschaftliche Berufsbildung im Thurgau bis auf weiteres mit einem jährlichen Beitrag von maximal 2.50 Franken je Hektare finanziert werden soll. Einstimmig wurde die neue Fachkommission Berufsbildung mit Bruno Meili, Eschlikon, als Präsident, gewählt.

Drei neue Ehrenmitglieder
Claus Ullmann, Eschenz, erklärte seinen Rücktritt als Vizepräsident des TBV und als Delegierter beim SBV. Als neuer Delegierter beim SBV wurde Jörg Streckeisen, Berg, gewählt. Einen Wechsel gibt es auch bei den Vertretern der Landjugend. Für die beiden zurücktretenden Markus Hofer, Gundetswil, und Ignaz Knobel, Wängi, wurden Mirjam Eisenbart, Fehraltorf, und Manuela Hengartner, Istighofen, gewählt. Für ihre grossen Verdienste zugunsten der Thurgauer Landwirtschaft wurden Claus Ullmann, Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt, und Kurt Baumann, ehemaliger Leiter Fachstelle Pflanzenbau und Düngung BBZ Arenenberg, zu Ehrenmitgliedern gewählt.

Halbzeit beim Gentechnologie- Moratorium
Wie Hermine Hascher, Geschäftsführerin TBV, in ihrem Jahresbericht festhält, werden bei allen Veränderungen die Kernaufgaben wie Interessenvertretung, Betreuung und Begleitung von Arbeitsgruppen, die Beratung und die Dienstleistungen nicht vernachlässigt. Wichtig sei aber auch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit mit Messeauftritten, 1.-August-Brunchs und anderem mehr. Hascher erinnerte daran, dass beim Moratorium zur Gentechnologie Halbzeit sei. Eine in der Basis und der Wissenschaft abgestützte Arbeitsgruppe des Thurgauer Bauernverbandes sei jetzt daran, zuhanden des Vorstands die Grundlagen zur Meinungsbildung zu erarbeiten. Binswanger betonte abermals die ablehnende Haltung des TBV gegenüber einem Agrarfreihandelsabkommen mit der EU.

Versammlungsteilnehmer rügte Vorstand
Ein Versammlungsteilnehmer rügte den Vorstand, dass der Bauernverband nicht an der Demonstration gegen die Umzonung von 40 Hektaren Kulturland für die Aldi-Verteilerzentrale in Wigoltingen vertreten war. Binswanger bekräftigte nochmals, dass sich der TBV mehrmals gegen die Umzonung von Kulturland ausgesprochen habe. An der politisch gefärbten Demonstration wollte der TBV aber nicht teilnehmen.

Mario Tosato


Die drei neuen Ehrenmitglieder Claus Ullmann (von links ), Hans Stettler und Kurt Baumann nehmen die Gratulation
von Präsident Andreas Binswanger entgegen. (tos)
Die drei neuen Ehrenmitglieder Claus Ullmann (von links ), Hans Stettler und Kurt Baumann nehmen die Gratulation von Präsident Andreas Binswanger entgegen. (tos)