Ausgabe Nummer 16 (2008)

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Gut besuchte Aktionärsversammlung der Thur Milch Ring AG

«Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt»

Dank dem internationalen Milchmarkt gibt sich der Verwaltungsratspräsident der Thur Milch Ring AG an der Aktionärsversammlung im BBZ Arenenberg zuversichtlich. Doch gelte es die Veränderungen am Markt konsequent zu nutzen.

«Den Markt gewinnen immer jene, die am schnellsten sind», begrüsste Verwaltungsratspräsident Roland Werner Aktionäre und Gäste zur Aktionärsversammlung der Thur Milch Ring AG. Diese Aussage beweise die gut vorbereitete Vermarktung von Käse und Joghurts mit dem Swissnessbonus im süddeutschen Raum. Dank der internationalen Marktentwicklung sei für die Milchproduktion wieder mehr Zuversicht angesagt als in der Vergangenheit. «Je konsequenter wir uns vom konservativen und abgeschotteten Markt hin zum liberalen und offenen Markt bewegen, um so stärker werden wir von diesem positiven Trend profitieren», sagte Werner. Nach seinen Ausführungen schaffte es die «Emmi-Plattform», zu der auch die Thur Milch Ring AG zähle, als erste Gruppe, nach einer langen Phase der Milchpreissenkungen, eine Preiserhöhung mit den Abnehmern auszuhandeln. Nach Meinung von Werner werden die Diskussionen um ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU zu emotionell geführt. Dabei werde regelrecht schwarz gemalt. Tatsache sei aber, dass sich die Märkte weiter öffnen. «Heute erscheint es mir noch viel wichtiger als früher, rechtzeitig auf Markttrends zu reagieren und die Situation mitzugestalten, so lange dies noch möglich ist. Ich bin überzeugt: Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt», so Werner.

Ausstieg aus der Milchkontingentierung
Das Geschäftsjahr sei geprägt gewesen vom Wechsel in der Geschäftsleitung von Peter Lagler zu Urs Schwizer und die Organisation der Geschäftsstelle. Von den ausgestiegenen Lieferanten profitierte die grosse Mehrheit, Mehrmengen zu produzieren. Gesamthaft betrage der Mehrmengenanteil 18 Prozent der Milchmenge der ausgestiegenen Produzenten, gab Schwizer bekannt. Der durchschnittliche Preis für Industriemilch lag bei 66,7 Rappen plus 0,5 Rappen Bonus je Kilo. Bei der Käsereimilch lag der Durchschnittspreis bei 72,9 Rappen plus 0,5 Rappen Bonus je Kilo. Derzeit beschäftige sich die Thur Milch Ring AG intensiv mit der Zeit nach dem 30. April 2009 (vollständiger Ausstieg aus der staatlichen Milchkontingentierung). In die Überlegungen werden die Lieferanten an Regionaltagungen mit eingebunden, stellte Schwizer fest.

Der Verwaltungsrat wurde für vier Jahre bestätig
Die Aktionäre stimmten der Gewinnverteilung von 9740.65 Franken, mit 300 Franken als gesetzliche Reserve, 700 Franken Einlage in die freie Reserve sowie der Auszahlung einer Dividende von 5 Franken (netto 3,25 Franken) je Aktie zu. Der Vortrag von 240,65 Franken wird auf die neue Rechnung gebucht. Die Aktionäre genehmigten eine Entschädigung von 0,0004 Rappen pro Kilo für den gesamten Verwaltungsrat zu. Der Verwaltungsrat mit Roland Werner, Präsident, Wäldi, Urs Haubensak, Vizepräsident, Kreuzlingen, Hermann Kunz, Islikon, Werner Schweizer, Hochdorf, Bruno Walser, Buch bei Märwil, und Jonas Züllig, Uttwil, wurde für die Amtszeit 2008 bis 2012 bestätigt.

Mario Tosato


Roland Werner: «Den Markt gewinnen
immer jene, die am schnellsten sind.» (tos)
Roland Werner: «Den Markt gewinnen immer jene, die am schnellsten sind.» (tos)