Ausgabe Nummer 29 (2005)
Gute Erfahrung mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit
Gemüse- und Obstproduzenten, Gastronomie und LBBZ Arenenberg in enger Zusammenarbeit
Gute Erfahrung mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit
Das LBBZ Arenenberg beteiligt sich an zwei von der EU und dem Bund mit finanzierten Interreg-III-Projekten: Bodensee Gemüse und Obst (BoGO) und Tafelfreuden Bodensee.
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Im Rahmen des Projektes Tafelfreude Bodensee werden Grossküchen und Gastronomie mit praktischen Tipps beraten. (tos) |
Seit Jahren führt der Informationsdienst des Kantons Thurgau während der Sommerferien Medienfahrten durch, wo Organisationen, Institutionen, Objekte oder Ereignisse aus der Sicht des Kantons vorgestellt werden. Ein Medienanlass befasste sich mit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des LBBZ Arenenberg.
Wettbewerbsfähigkeit soll gestärkt werden
Das Hauptziel von Interreg, einer Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union (EU), die 1989 lanciert wurde, sei es, durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an Binnen- und Aussengrenzen der EU-Länder die Entwicklung funktioneller und institutioneller Beziehungen zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen zu stärken, erklärte Otto Balsiger, Direktor LBBZ Arenenberg. Nach seinen Ausführungen ist das Konzept «Europa der Regionen» heute noch genauso aktuell wie vor 15 Jahren. Am LBBZ Arenenberg laufen seit 2003 zwei Interreg-III-Projekte, nämlich: Bodenseegemüse und Obst (BoGO) und Tafelfreuden Bodensee.
Bund beteiligt sich an den Projektkosten
Eine Kernkompetenz der Bodenseeregion sei die qualitäts- und umweltbewusste Produktion von Gemüse und Obst, stellt Peter Konrad, Leiter Fachstelle Gemüse- und Beerenbau LBBZ Arenenberg, fest. BoGO habe zum Ziel, Gemüse- und Obstbauproduzenten im Bodenseeraum beim Erarbeiten nachhaltig wirkender Strategien für den Anbau, die Vermarktung und deren Umsetzung in die Praxis für die Zukunft zu unterstützen. Die Laufzeit des Projektes ist von 2003 bis 2006 befristet. Der Bund beteiligt sich an den Projektkosten von 947 000 Euro mit rund 20 Prozent. Neben den Forschungsanstalten Tänikon und Wädenswil und anderen Institutionen beteiligen sich auch über 100 Obst- und Gemüseproduzenten rund um den Bodensee. Nach Angaben von Konrad befasst sich das Interreg-Projekt Tafelfreude Bodensee mit dem Aufbau umweltfreundlicher regionaler Lieferstrukturen für Grossküchen und Gastronomie sowie der Erhöhung der nach «Suisse Garantie»- und Bio-Richtlinien erzeugten Produkte aus der Region. Ferner soll die Vernetzung der Aktivitäten der Produzenten, Lieferanten, Gastronomen und Grossküchen rund um den Bodensee über die Beratungszentren durch Verbraucheraufklärung gefördert werden. Das Projekt, das bis 2008 dauert und rund 578 600 Euro kostet, wird vom Bund mit 34 Prozent unterstützt.
Mehr Flexibilität bei der Arbeitskraftregelung
Gemüseproduzent Axel Schächtle, Tägerwilen, glaubt, dass die Gemüsebranche vor schwierigen Herausforderungen steht. Neben der Globalisierung der Märkte und den rasanten technischen Fortschritten sieht er eine zunehmende internationale Konkurrenz als Folge der EU-Erweiterung. Schächtle schätzt in den Interreg- Projektgruppen, dass die Probleme strukturiert angegangen werden. Für die Thurgauer Gemüseproduzenten fordert er mehr Flexibilität bei der Rekrutierung von saisonalen Hilfskräften. Unter mehr Flexibilität bei der Arbeitskräfteregelung verstehen die Thurgauer Gemüseproduzenten, dass man die Aufenthaltsdauer entsprechend den spezifischen Bedürfnissen im Gemüsebau in zwei Perioden splitten sollte. Auch sollten Arbeitskräfte mehrmals hintereinander zum gleichen Arbeitgeber kommen können.
Spezialisierung ist die Zukunft
Eine Nutzwertanalyse habe gezeigt, dass aus Sicht der Thurgauer und Schaffhauser Gemüseproduzenten die Ziele «Einkommen vergleichbar mit anderen Unternehmen» und «Unternehmerische Freiheit» am wichtigsten sind, sagte Ralf Bötsch, Vizepräsident Gemüseproduzenten Thurgau und Schaffhausen. Um diese Ziele zu erreichen, werde eine Spezialisierung der Thurgauer Gemüsebaubetriebe immer wichtiger. Im Zentrum der politischen Rahmenbedingungen erhalten dabei die Bereiche Aussenschutz, Raumplanung und Arbeitskräfteregelung eine immer grösser werdende Bedeutung, bekräftigte Bötsch.

