Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
9. April 2020


Gute Noten für Grund- und Trinkwasser

Ausgabe Nummer 5 (2020)

Im Kulturzentrum Buch zeigten zwei Fachexperten des Kantons auf, wie es um die Qualität unseres Grund- und Trinkwassers steht.

Der Schutz des Wassers gehört heute zu den grössten Herausforderungen: Weltweit steigt der Bedarf, doch die Verfügbarkeit stagniert. Dazu häufen sich Meldungen, welche die Qualität von Grund- und Trinkwasser bemängeln. Die SVP Ortspartei Iselisberg wollte es genau wissen und machte die Frage «Wie sauber ist unser Trinkwasser?» zum Thema des traditionellen Neujahrsanlasses. Im vollbesetzten Kulturzentrum in Buch gaben Heinz Ehmann, Leiter Gewässerqualität Wassernutzung beim Amt für Umwelt Thurgau, und Christoph Spinner, Chemiker und Leiter des kantonalen Labors, Einblick in ihren Zuständigkeitsbereich und erklärten, welche Faktoren die Wasserqualität beeinflussen und mit welchen Massnahmen der Kanton dagegen angeht. Am meisten aber interessierte wohl das Publikum, wie es um die Sauberkeit unseres Wassers steht. «Trinkwasser kann bedenkenlos konsumiert werden», sagte Christoph Spinner, und Heinz Ehmann attestierte auch dem Grundwasser ebenfalls eine gute Qualität.

Chlorothalonil und seine Abbauprodukte
Allerdings gibt es da auch ein paar Baustellen im Bereich Pflanzenschutz. Dazu gehört etwa das in den 1970er-Jahren eingesetzte Fungizid Chlorothalonil, das heute als krebserregend gilt. Auch rücken vermehrt Industriechemikalien in den Mittelpunkt. Die meisten nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel lägen jedoch unterhalb der rechtlichen Höchstwerte, sagte Christoph Spinner. Dass Chlorothalonil nun erneut für Schlagzeilen sorgt, schreibt der Kantonschemiker einer erweiterten Risikobewertung des Bundes von alten Pflanzenschutzmitteln zu. Diese umfasst nun auch die Abbauprodukte von Wirkstoffen. «Darüber weiss man nur wenig», sagte Spinner. Gemäss dem Vorsorgeprinzip müssten jedoch auch Abbauprodukte zwingend beurteilt werden. Und diese würden so lange als relevant eingestuft, bis das Gegenteil bewiesen sei, sagte Spinner. Dennoch: Das Bundesamt für Landwirtschaft hat gehandelt und im Dezember per sofort den Verkauf von Chlorothalonil verboten. Seit Anfang Jahr dürfen Produkte mit diesem Wirkstoff nicht mehr eingesetzt werden.


Text und Bilder: Evi Biedermann







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