Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Gute Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten

Ausgabe Nummer 35 (2016)

52. Generalversammlung der Thurgauischen Käse-Reifungs AG

Aufgrund der Produktionseinschränkungen beim Emmentaler ist das Lagerpotenzial des Käsereifungslagers in Weinfelden nur halb ausgelastet. Für den leerstehenden Keller für Schmierkäse wird noch ein Nachmieter gesucht.

Jürg Fatzer, Präsident des Verwaltungsrates (VR) der Thurgauischen Käse-Reifungs AG, thematisierte in seiner Begrüssungsrede zur 52. Generalversammlung im Restaurant Thurberg das milchwirtschaftliche Umfeld, welches von starkem Kostendruck geprägt ist. Die Liberalisierungsschritte mit Zollabbau, fehlende Stützungsgelder sowie die schlechte Wirtschaftslage sind stärker als die Anstrengungen der Branche in Qualität, Effizienz und Innovation.

Weichenstellung für die Zukunft
«Unsere Tätigkeit, die Lagerung und Pflege von Emmentaler, ist abhängig davon, wieviel Lieferanten und Aktionäre produzieren können. Dies wiederum ist von der Nachfrage der Konsumenten abhängig. Es stimmt uns zuversichtlich zu wissen, dass uns Aktionäre und Produzenten wohlgesinnt sind», so Jürg Fatzer. Im vergangenen Berichtsjahr befasste sich der VR mit dem Ersatz des Lastwagens mit Aufbau, der bereits 13 Jahre im Einsatz ist. Ein Ersatz ist beschlossen, dieser wird vom neuen Chauffeur gefahren, und somit bleibt der Ansprechpartner für die Lieferanten gleich. Mit dieser Anschaffung erfolgte aus Sicht des VR eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Jürg Fatzer sicherte zu, dass der Chauffeur die Käse im gleichen Verfahren abholen wird. Er informierte, dass sich der VR auch mit dem Unterhalt des Gebäudes befasste: «Wir beabsichtigen, die Aussenfassade des Bürobereichs neu zu streichen. Erstmals wird eine Werbung der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) auf der Nord-Ost-Seite angebracht.» An der letzten GV wurde durch die Aktionäre angeregt, dass man mit der ES nochmals das Gespräch sucht, um für den Emmentaler zu werben. Inzwischen entschied die Geschäftsstelle der ES, einen einmaligen Beitrag an den Schriftzug (mit Produktfoto) zu entrichten.

Produktionseinschränkungen beim Emmentaler
Eine Gebäuderenovation ist auf das Frühjahr 2017 vorgesehen. Der Eingangsbereich zu den Büros erhält durch die SO Tilsiter einen neuen Schriftzug. Jürg Fatzer gab einen Ausblick auf die Aussichten am Käsemarkt. 10 % der Schweizer Käseproduktion entfällt auf den Emmentaler (knapp 19 000 t), zwei Drittel der Menge wird exportiert. Ein Drittel, circa 6000 t, wird im Inland konsumiert. Im ersten Halbjahr wurden rund 1000 t weniger Emmentaler produziert. «Eine Einbusse von 10 % wirkte sich auch bei unseren Einlieferungszahlen aus», sagte Jürg Fatzer. Zu den Aussichten für 2016/17: Im Juni wurde aufgrund der Produktionseinschränkungen 55 %, Juli/August 45 % der Referenzmengen produziert. Auch auf den Herbst hin sei kein Lichtblick in Aussicht. Man hoffe, dass sich die Situation bald wieder ändere. Die Wirkung der Werbekampagne mit den Testimonials Michelle Hunziker und Matthias Sempach hat noch zu keiner Trendwende geführt. Die Aktionäre stimmten der Jahresrechnung 2015/16 sowie der Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns zu. Ebenfalls zugestimmt wurde dem Bericht der Revisionsstelle und die verantwortlichen Organe des VR wurden entlastet.

Termingerecht und kundenorientiert
Wahlen: Hugo Frehner hatte seinen Rücktritt aus dem VR eingereicht. Sein Engagement und seine Leistungen wurden gewürdigt. Als sein Nachfolger wurde Walter Aeschlimann, aus Römerswil, Leiter AOP Sortenkäse bei Emmi Schweiz AG gewählt. Ernst Lehmann, Betriebsleiter der Thurgauischen Käse-Reifungs AG, berichtete, dass in diesem Jahr das Lager weniger ausgelastet sei. Durch den eingangs erwähnten Produktionsrückgang beträgt die aktuelle Lagerauslastung nur 75 bis 80 %. Das Käsereifungslager sei zahlenmässig wieder auf der Höhe wie zum Zeitpunkt seiner Errichtung im Jahre 1965. Bei den Mitarbeitern habe sich Chauffeur Leo Angst als ideale Neubesetzung erwiesen. Derzeit wird die Arbeit mit 380 Stellenprozenten bewältigt, dieser Anteil soll auch künftig beibehalten werden. Es habe sich gezeigt, dass die täglichen Aufgaben nur mit flexiblem und gut ausgebildetem Personal termingerecht und zur Zufriedenheit der Kunden ausgeführt werden können, sagte der Betriebsleiter. Reparaturarbeiten selbst ausführen zu können, schlage sich in der Bilanz positiv nieder. Die Käse-Reifungs AG hat, nach dem Auszug eines Mieters, leerstehende Räume, für die Nachmieter gesucht werden.


Isabelle Schwander




« zurück zur Übersicht