Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Hagelgewitter mit lokalen Schäden

Ausgabe Nummer 21 (2015)

Der Wetterumschwung von letzter Woche und der merkliche Temperatursturz vom vergangenen Mittwoch brachten mit dem ersten Gewitter um die Abendstunden teilweise erhebliche Hagelschäden in unserer Region. Die Reben werden sich aber nach einem kurzzeitigen Wachstumsstopp praktisch überall wieder erholen. Gleichwohl wird es zu vereinzelten Ertrags-Ausfällen kommen.

Gewitterzelle über der Nordschweiz/Süddeutschland
Das angekündigte Unwetter vom 13. Mai hat vor allem in Teilen des Kantons Schaffhausen zu Schäden an den Reben geführt. Noch stärker getroffen wurde die Region Breisgau-Hochschwarzwald und die Region um den Kaiserstuhl, wo gemäss Meldungen Hagelkörner gross wie Golfbälle zu erheblichen Schäden an den Kulturen führten. Weniger bis gar nicht betroffen waren die Rebgebiete im Kanton Thurgau. Die feuchtwarme Witterung kombiniert mit kräftigen Höhenwinden und dem plötzlichen Temperaturabfall führten zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt zum ersten heftigen Gewitter, gekennzeichnet durch sehr viele Blitze und gar örtlich auftretenden Kleintornados.

Was ist mit den betroffenen Reben?
Die Schadbilder sind sehr unterschiedlich. Meist bewegen sich die Schäden auf tiefem Niveau und es sind nur einzelne beschädigte oder stellenweise ganz abgeschlagene Jungtriebe sichtbar. Die Kulturen dürften sich bereits schon nach wenigen Tagen wieder erholen und es wird kaum zu Ertragsausfällen kommen. Hingegen wird ein Wachstumsstopp von sicherlich gut einer Woche zu beobachten sein und das bisherige vitale Wachstum kurzzeitig deutlich verzögern. Stellenweise kam es aber auch zu erheblichen Ausfällen. Also zu jenen Schadbildern, wo praktisch sämtliche Triebe und damit die bereits sichtbaren Traubenstände durch den Hagel abgeschlagen wurden. Hier wird die Rebe nicht mehr kompensieren können und es wird bei diesen Stöcken in diesem Jahr zu einem deutlichen Minderertrag kommen. Auffällig ist, dass gerade dort, wo bereits früh mit Erlesen begonnen wurde, die Hagelschäden eher grösser sind.

Anstehende Arbeiten
Aufgrund der aktuellen Vegetationsentwicklung (die Reben befinden sich im Stadium 53, Gescheine deutlich sichtbar) ist der Zeitpunkt ideal, das Erlesen nun überall an die Hand zu nehmen und überschüssige Triebe beziehungsweise unterentwickelte Partien zu reduzieren. Auch ist es wichtig, dass nun überall die notwendigen Düngergaben für eine optimale Nährstoffversorgung während der Blüte verabreicht werden.


Markus Leumann,
Fachstelle Weinbau Schaffhausen/Thurgau







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