Ausgabe Nummer 31 (2004)

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Hagelnetzabdeckung

Thuro-Stamm vom 7.7.04
 
Hagelnetzabdeckung
 
 
Der diesjährige Thuro-Stamm zum Thema Hagelnetzabdeckung fand auf dem Obstbaubetrieb der FAW Agroscope Wädenswil in Güttingen statt. Über 100 interessierte Obstbauern und -bäuerinnen nahmen an der Veranstaltung teil.
Die einleitenden Worte des Präsidenten Edwin Huber zeigten klar auf, dass eine Obstproduktion ohne Abdeckung zukünftig in unserer Region nicht mehr konkurrenzfähig ist. Die jährliche Lieferbereitschaft des einzelnen Obstbaubetriebes wird immer wichtiger. Im Thurgau ist bereits 30% der Obstfläche mit Hagelschutznetzen überdeckt. Dies entspricht einer Fläche von rund 437 ha (Stand 2004). In den letzten Jahren wurde die Hagelnetzfläche stetig ausgebaut, und in naher Zukunft wird sich die Ausdehnung fortsetzen. Die verschiedenen Anbieter von Hagelnetzkonstruktionen bekamen auf dem Rundgang die Möglichkeit, ihr Hagelschutzsystem vorzustellen und kritische Fragen seitens der Obstproduzenten zu beantworten. Bei den Netztypen wird ein 2-fädiges Netz verwendet. Dieses ist elastischer als das 3-fädige, welches in Zukunft nicht mehr erhältlich ist.
Der Trend geht in Richtung Gemischtgewebe (graue Netze), wobei die Querfäden schwarz und die Längsfäden weiss sind.
Bei der Konstruktion ist darauf zu achten, dass die Pfahlkappen genügend lang sind und sauber montiert werden.
Bei den Pfählen geht die Tendenz auf Holzkonstruktionen. Holzpfähle sind einfacher und schneller zu stellen und brauchen keine speziellen Armaturen, um Drähte zu montieren. Es ist darauf zu achten, dass die Holzpfähle gut imprägniert sind und nicht grün in den Boden gerammt werden.
Dr. Albert Widmer, Christian Krebs und Matthias Zürcher von der Agroscope FAW Wädenswil informierten über den Belichtungseinfluss von Hagelschutznetzen, den jährlichen Arbeitsaufwand und die anfallenden Kosten.
Belichtungseinfluss der Hagelnetze:
– Schwarzes Hagelnetz 18 bis 25%
– Weisses Hagelnetz 8 bis 10% (mit dem Alter zunehmend durch Verschmutzung)
– Graues Hagelnetz 15 bis 17%
Laut Albert Widmer konnten keine Einflüsse auf das Mikroklima und die Fruchtqualität festgestellt werden. Ein Einfluss auf die Lateralblütenbildung im Herbst ist möglich. Dies würde bedeuten, dass die Blüten schwächer ausgebildet werden als ausserhalb der Netzabdeckung.
Fazit:
– die Beschattung ist abhängig von der Farbwahl des Netzes
– die Gefahr von Sonnenbrand ist reduziert
– die Farbbildung insbesondere von Jonagold ist verzögert
– Ernteverzögerung, je nach Jahr und Lichtintensität
– kein Einfluss auf die innere Fruchtqualität
– Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
Der jährliche Arbeitsaufwand liegt zwischen 31 und 41 Stunden pro Hektare. Dieser Aufwand teilt sich je zur Hälfte auf den Frühling und Herbst auf. Das Ausbreiten wird in den meisten Fällen mit einer selbstfahrenden Bühne oder mit Stelzen gemacht (Christian Krebs). Über die genaue Kostenkalkulation informierte Mathias Zürcher, Agcroscope Wädenswil.
Der Kanton Thurgau wurde in den letzten drei Wochen von verschiedenen schweren Hagelschlägen getroffen. Ausser in wenigen Ausnahmefällen haben die Netze ihren Dienst erfüllt und die darunter stehenden Kulturen geschützt.

Landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg Fachstelle Obst- und Rebbau

Patrick Stadler
 
 
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