Ausgabe Nummer 48 (2010)
Handel mit Nutz- und Zuchtvieh richtig eingebrochen
Beim Braunvieh wird bei der Milch eine weitere Leistungssteigerung angestrebt. Wichtig ist die genomische Selektion. Matthias Süss und Markus Kempf ersetzen Urs Schwegler im Sekretariat.
An der Jahresversammlung der Interessengemeinschaft Brown Swiss-Züchter (IGBS) in Wädenswil erinnerte Martin Rust vom Schweizer Braunviehzuchtverband in seinem Referat «Grössere Zuchtfortschritte dank höherer Sicherheit» an die rund 40 Einzelmerkmale der Zuchtziele beim Braunvieh. Jährlich soll 100 bis 200 kg Milch mehr gemolken werden, dies bei einem Fettgehalt von 4,0 Prozent und einem Eiweissgehalt von 3,5 Prozent. Die Lebensleistung soll 40 000 kg Milch und mehr betragen. Weiter nannte er eine gute Melkbarkeit, gute Zellzahlen und eine gute Fruchtbarkeit. Die Anzahl der Standardabschlüsse beim Braunvieh im Milchkontrolljahr 2009/2010 betrug bei allen Kühen 6887 kg Milch (4,04 Prozent Fett, 3,38 Prozent Eiweiss, Zellzahl in 1000 ergibt 107, Persistenz). Die jährliche Milchleistung für Kühe in vier Laktationen und folgende betrugt 7851 kg. Seit 1990 beträgt der jährliche Leistungsanstieg plus 73 kg Milch. Als Sicherheitsmerkmale in der Zucht nannte Rust bei den Erstlaktierenden «genug» Milch, gute Melkbarkeit, funktionelles Euter und eine gute Eutergesundheit.
Zukunftsstrategie in der Braunviehzucht
Der Referent betonte die Sicherheit dank genomischer Selektion. So gebe es weniger Versager aus Testeinsätzen. Mit Sonderbehandlungen können Korrekturen eingeleitet werden. Ein wichtiger Faktor sei auch der B-% = Bestimmtheitsgrad. Unter 50 Prozent basiert auf Abstammung, über 50 Prozent = nachzuchtgeprüft, ein Stier mit zehn Töchtern mit Milchleistung hat ein Prüfungsresultat von zirka B-% 55. Ein Stier mit 1000 Töchtern = B-% 99. Nach Rusts Angaben soll der Zuchtwert mit B-% analysiert werden. Wichtig sei auch der Fokus auf die wirtschaftlichen Merkmale. Die Stärken sollen beibehalten werden. Bei der Anpaarung sollen Pedigrees einbezogen und die besten Kuhfamilien und neue Technologien genutzt werden.
Wechsel im IGBS-Sekretariat
In seinem Jahresrückblick stellte IGBS Präsident Ruedi Bachofen fest, dass der schlechte Milchpreis und die fehlenden Nutzviehexporte zur Folge haben, dass der Handel mit Nutz- und Zuchtvieh richtig einbrach. Erfreulich sei die Leistungssteigerung beim Braunvieh. Um mit den anderen Milchrassen Schritt zu halten, seien noch einige Anstrengungen nötig, um den genetischen Trend in der Milchleistungssteigerung im positiven Bereich zu halten. Bachofen glaubt, dass der Preis für die genomische Selektion von 500 Franken zu hoch ist, damit es sich lohne, Kühe zu testen. Der Präsident bedauert, dass sich der Gesundheitszustand von Geschäftsführer Ueli Schwegler nur unwesentlich verbesserte, so dass er seine Arbeit nicht mehr im gewünschten Rahmen wahrnehmen kann. Neu wird Matthias Süess, Andwil SG, für das Sekretariat, und Markus Kampf, Zeglingen BL, für das IGBS-Schau- und Auktionsbüro zuständig sein. Im Vorstand erklärten Heini Stricker, Mörschwil SG, und Ueli Schwegler, Eigenthal LU, den Rücktritt. Sie werden durch Emil Alder, Wattwil SG, und Markus Kempf ersetzt. Mit dem IGBS-Award 2010 wurde Oliver Bulot, Direktor des französischen Braunviehzuchtverbands ausgezeichnet. Er konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen.
Mario Tosato
