Ausgabe Nummer 50 (2005)

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Hansueli Walser– ein Leben lang von der Alp fasziniert

Persönlichkeiten kommen und gehen

Hansueli Walser– ein Leben lang von der Alp fasziniert

Hansueli Walser hat während drei Amtsperioden im Vorstand des Thurgauer Bauernverbandes (TBV) mitgewirkt. Was ihm diese Zeit gebracht hat, und warum er von der Alp fasziniert ist, erzählt er im folgenden Interview.


Hansueli Walser, hier mit Gilbert Angerer aus Stilfs,
Südtirol, bewundert die Alphirten, die auf den
Hochalpen während drei Monaten zum Teil sehr
hart arbeiten. (zVg)

Wie wurden Sie damals TBV-Vorstandsmitglied und was hat Ihnen diese Zeit gebracht?
Hansueli Walser: Dafür, dass man mich angefragt hatte, gab es zwei Gründe: Einerseits trat ein Vorstandsmitglied aus der Region Oberthurgau zurück und andererseits kam ich wegen meiner Funktion als Vorstandsmitglied der Agroberatung in Frage. Positiv an meiner Mitarbeit beim TBV sehe ich rückblickend vor allem, dass ich als Vorstandsmitglied laufend gut informiert war und dank meiner Mitarbeit als Präsident in der Kommission Viehwirtschaft auch ständig Kurse und Weiterbildungen besuchen konnte.

Welche markanten Veränderungen sind Ihnen im Laufe der Zeit beim TBV aufgefallen?
Hansueli Walser: Heute geht alles viel schneller – Entscheidungen müssen viel schneller gefällt werden. Da im Vorstand Mitglieder aus allen Betriebsrichtungen dabei sind, ist es schwierig, alle auf einen Nenner zu bringen. Und doch ist es wichtig, dass Vertreter aus allen Bereichen im Vorstand dabei sind.

Gibt es ein spezielles Ereignis, dass Sie als Vorstandsmitglied im TBV erlebt haben?
Hansueli Walser: Wir waren vor neun Jahren (1996) mit dem TBV in zwei Cars nach Bern zum Demonstrieren gefahren. Das ist mir schon geblieben. Wir mussten auf dem Bundesplatz davonrennen, weil die Polizei Tränengas einsetzte. Das war wirklich ein bleibendes Erlebnis.

Welchen Bezug haben Sie zu Ihrem ehemaligen Ressort Tierhaltung?
Hansueli Walser: Praktisch alles, was mit dem Ressort Tierhaltung zu tun hatte, haben wir in der Kommission Viehwirtschaft bearbeitet. Die Grillkurse, WEGA-Auftritte und die Auftritte an der Frühjahrsmesse in Frauenfeld wurden von der Kommission Viehwirtschaft unterstützt.

Nach Ihrem Rücktritt aus dem Vorstand belegen Sie ein Amt weniger. Wofür investieren Sie die frei gewordene Zeit?
Hansueli Walser: Ich würde gerne mehr Sport treiben. Aber ich bin auch im Gemeinderat, und dort gibt es aufgrund einer Neubesetzung mehr Arbeit. Doch schon seit drei Jahren machen wir nach der Obsternte im Herbst Ferien. Mein grosses Hobby ist, auf den Alpen sein. Jede Alp ist anders, dass Gelände, wie sie geführt und organisiert wird. Ich bin ein Fan von Hochalpen! Immer wieder staune ich, wie gut genährt die Rinder zurückkommen, obschon es scheint, dass es auf den Alpen kaum Gras hat, aber es hat sehr grosse Nährwerte.
Zudem vermittle ich Alpvieh – das ist auch ein Hobby von mir. Früher kam jeweils die ganze Familie mit – das waren unsere Sommerferien. Bereits mein Grossvater war Älpler, und ich war als Kind jeden Sommer mit meinem Vater auf der Alp. Ja, seit vierzig Jahren war ich jeden Sommer auf der Alp. Als Alphirt war ich selber aber nie tätig.

Was möchten Sie abschliessend sagen? Was ist Ihnen zurzeit besonders wichtig?
Hansueli Walser: Wichtig ist, dass die Bauern an die Zukunft glauben. Ich kann einfach nicht glauben, dass die, die Nahrungsmittel produzieren, nichts verdienen sollen. Ich glaube, dass hier eine Wende kommen wird!