Ausgabe Nummer 46 (2010)

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Herausforderungen für Generationen auf dem Bauernhof

Die Trilogie «Zusammenleben vor und nach dem Generationenwechsel» mit dem Thema «Aus Sicht der jungen Generation» wurde in Sulgen gestartet.

Vor allem jüngere Frauen folgten der Einladung der Kommission Frauen in der Landwirtschaft des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL). ?Generationen sind Lebensphasen. Jedes Alter, jede Generation hat ihre Vorlieben, Ziele, ihre Themen. Jede Generation hat die Aufgabe, ihre Rolle, ihren Platz zu finden. Das hat auch viel mit Abgrenzungen, mit Loslassen und Unsicherheit, mit Angst und Trauer zu tun?, stellte die Referentin Rita Helfenberger, Agridea, fest. Schon eine Paarbeziehung pflegen sei herausfordernd. Kommen dann noch Kinder dazu, steigen die Herausforderungen zusätzlich an. Wie die Referentin aus vielen Beratungsgesprächen weiss, muss das Leben mehrerer Generationen auf dem Hof und Generationenbeziehungen gepflegt und geregelt werden. Leben und arbeiten mit mehreren Generationen unter einem Dach oder auf einem Hof sei total anspruchsvoll, interessant und sicherlich eine Chance. Wer sich diesen Herausforderungen stelle, könne wachsen und sich weiterentwickeln, das gelte sowohl für die junge als auch für die ältere Generation.

Gespräche helfen Konflikte lösen
Wichtig sei die Kommunikation auf dem Hof. Gut geführte Gespräche, bei der jede Person zu Wort kommt und ihre Situation schildern kann, können Konflikte lösen. Von Bedeutung sei aber auch der gegenseitige Respekt und die Wertschatzung. Probleme, Konflikte seien nicht als individuelles Versagen, sondern als Teil des Systems Generationen zu sehen, stellt Rita Helfenberger fest. Wichtig sei, dass Losungsvarianten und die passenden Möglichkeiten gesucht und gefunden werden. Dabei sollen Vereinbarungen getroffen und die Rollen und Arbeitsteilung gefunden werden. Wichtig sei auch das Respektieren von Privatraumen. Nützlich könne der Austausch mit Gleichgesinnten sein. Wenn nötig soll auch Hilfe angefordert werden.

Rolle des Partners oder Ehemanns
Im anschliessenden Workshop wurde auch die Rolle des Ehemanns oder Partners sichtbar. Wichtig sei, dass sich der junge Mann von seiner Mutter losen könne und die Frau, die vielfach nicht aus bäuerlichen Kreisen stamme, unterstutze. Gesprochen wurde auch über das Wohnrecht der älteren Generation, das zu Problemen fuhren kann. Sichtbar wurden aber auch die Probleme um die zunehmende Verschuldung der Bauernbetriebe.

Mario Tosato



Rita Helfenberger (stehend) begeleitet den Workshop und vermittelt wertvolle Tipps. (tos)
Rita Helfenberger (stehend) begeleitet den Workshop und vermittelt wertvolle Tipps. (tos)