Ausgabe Nummer 37 (2007)

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Herbstversammlung des Thurgauer Weinbauverbandes in Sulgen

Augustregen war unerwünscht

Der Thurgauer Weinbauverband erwartet trotz der starken Regenfälle im August eine Ernte mit einer guten Traubenqualität und einer etwas grösseren Menge als im Vorjahr.

«Nach einem milden Winter und einem schönen April wurden bereits am 12. Mai die ersten Blüten an den Rebstöcken gesichtet. Das habe ich in meiner langjährigen Berufskarriere als Winzer noch nie erlebt», stellte Peter Egloff, Präsident des Thurgauer Weinbauverbandes (TWV), zu Beginn der Herbstversammlung, fest. Die Reben konnten optimal wachsen. Zum rechten Zeitpunkt setzte jeweils Regen ein, was das Wachstum der Trauben positiv beeinflusste. Im Juni war der Reifungsprozess gegenüber dem Vorjahr um einen Monat im Vorsprung. «Die Reben hielten uns Winzer auf Trab, so dass wir kaum Zeit fanden, den Wein des Jahrgangs 2006 in Flaschen abzufüllen. Jetzt müssen wir uns sputen, damit die Weintanks bei Erntebeginn leer sind», sagte Egloff. Die starken Regenfälle vom 8. August und der vergangenen Tage waren allerdings unerwünscht und stoppten den optimalen Reifungsverlauf.

Höhere Ernteerwartung
Bruno Hugentobler, Leiter Fachstelle Obst- und Rebbau, Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg, erwartet bei den Blauburgunder Trauben eine Ernte von rund 1100 Tonnen, leicht mehr als im Vorjahr, und beim Müller-Thurgau mit 500 Tonnen ebenfalls etwas mehr. Nach seiner Meinung sollte die Mindestgradation von 70 Öchsle beim Blauburgunder (Kategorie I) und bei den Weissweinsorten Gewürztraminer, Pino gris und Chardonnay (Kategorie I) von 70 Öchsle sowie beim Müller-Thurgau (Kategorie I) von 65 Öchsle, nach den letzten Messungen problemlos erreicht werden. Bei der Weinlesekontrolle für die bevorstehende Ernte gebe es nur wenig Änderungen, wichtig sei allerdings, dass das ganze Traubengut lückenlos erfasst werde.

AOC wird eingeführt
Hugentobler informierte über die Veränderungen in der Weinbauverordnung im Rahmen der Agrarpolitik 2011. So werde sich der Bund aus den Weinlesekontrolle verabschieden und diese den Kantonen überlassen. Die Weinbaugebiete sollen mit Westschweiz, Deutschschweiz und italienische Schweiz neu definiert werden. Bei der Klassierung sollen Begriffe wie Appellation d"Origine Contrôlée (AOC), Landwein und Tafelwein, eingeführt werden. Für AOC werde im Thurgau eine entsprechende Verordnung durch das Departement des Innern und Volkswirtschaft vorbereitet. AOC soll per 1. Januar 2008 eingeführt werden. Somit dürfen Weine vom Jahrgang 2007, die im Jahr 2008 abgefüllt werden, nicht mit AOC ausgezeichnet werden.

Mario Tosato


Neuer Weinführer
Hans-Peter Wägeli, Marketing Verantwortlicher (TWV), konnte den neuen Thurgauer Weinführer, der von Heidi Vetter getextet und gestaltet wurde, präsentieren. Die Broschüre erscheint in einer freundlichen Aufmachung und präsentiert das Spezielle der einzelnen Thurgauer Weinkellereien. Nach den Ausführungen von Othmar Lampert, Werbekommission, soll der Auftritt an der Schlaraffia 2008 neu gestaltet und die Weinprämierung modifiziert werden. (tos)

www.thurgauweine.ch


Peter Egloff (links) und Bruno Hugentobler
informieren über die bevorstehende
Traubenernte. (tos)
Peter Egloff (links) und Bruno Hugentobler informieren über die bevorstehende Traubenernte. (tos)