Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Heutiger Milchviehstall genügt nicht mehr den Ansprüchen

Ausgabe Nummer 5 (2015)

Drei SVP-Kantonsräte kritisieren die hohen Kosten von 2,8 Millionen Franken. Der Verband Thurgauer Landwirtschaft steht hinter dem Projekt.

Wie Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft (VTL), und Jürg Fatzer, VTL-Geschäftsführer, auf Anfrage erklären, begrüsst der VTL das Projekt für einen neuen Milchviehstall am Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg. Der VTL werde das Projekt verfolgen und darauf achten, dass die Kosten in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Dennoch soll der Bau den heutigen Ansprüchen gerecht werden.
Martin Huber, Direktor BBZ Arenenberg, weist darauf hin, dass die Milchwirtschaft im Thurgau eine grosse Bedeutung hat. So stamme einer von zwölf Litern Milch, welche in der Schweiz gemolken werde, aus dem Thurgau. Heute würden grosse Laufställe gebaut, in denen die Kühe selbstständig den Milchroboter aufsuchen. Der bestehende Milchviehstall auf dem Arenenberg habe Platz für 22 Kühe. Ein Familienbetrieb halte oft mehr Kühe im Stall, deshalb sei ein leistungsfähiger Stall geplant, wo die Arenenberger Schüler mit den heutigen Mitteln konfrontiert werden.

Eigene Berater bei der Planung
Wie Martin Huber weiter erklärt, wurde der bestehende Stall im Jahr 1990 gebaut und entspreche den heutigen Anforderungen nicht mehr. So sei der Schulstall mit einem einfachen Melkstand ausgerüstet. Der BBZ-Direktor wies darauf hin, dass der Neubau kein Kunstwerk werden soll, vielmehr müsse er den heutigen Anforderungen in der Milchviehhaltung entsprechen; Kosten sind dabei wichtiger Bestandteil. Huber wies darauf hin, dass die eigenen Berater bei der Planung sehr stark involviert seien, auch um die Kosten tief zu halten. Mit dem Stallbau im Jahr 1990 wurde ein Zeichen zugunsten von Lauf- statt Anbindeställen gesetzt, auch für kleinere Herden. Der jetzt geplante Stall soll, so Huber, wiederum ein Zeichen in Bezug auf Bau, Technik, Betriebsabläufe und auch Kosten, bei einer optimierten Stallgrösse von 50 bis 70 Plätzen, setzen.

Drei SVP-Kantonsräte stellen kritische Fragen
Anderer Meinung sind die drei SVP-Kantonsräte und Landwirte Moritz Tanner, Winden, Mathias Rutishauser, Lengwil, und Daniel Vetterli, Rheinklingen. Moritz Tanner beschäftigt die Kosten des geplanten Stalles, er befürchtet, dass der Milchviehstand zu teuer werde. Rutishauser will vom Regierungsrat wissen, wie viele Melkroboter im Thurgau und wie viele schweizweit in landwirtschaftlichen Schulen im Einsatz sind. Daniel Vetterli, Rheinklingen, fordert, dass sich der geplante Bau an der landwirtschaftlichen Praxis orientieren soll.


Mario Tosato




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