Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Hohe Zufriedenheit der Lernenden auf den Lehrbetrieben

Ausgabe Nummer 45 (2014)

Jährlich besucht die Berufsbildungskommission an einem Arbeitstag im Winter etwa einen Drittel der lernenden Landwirtinnen und Landwirte auf ihren Lehrbetrieben. Dabei wird das Mitglied der Berufsbildungskommission von einem Vertreter der Berufsschule Arenenberg begleitet. Das Schwergewicht der Besuche wird auf die Lernenden im ersten Jahr gelegt.

Mit einem Fragebogen wird das Befinden des Lernenden auf dem Lehrbetrieb ergründet, dies ohne Beisein des Lehrmeisters oder einer anderen Person des Betriebs. Im Rückblick auf die Besuche im Winter 2013/2014 wurden die Antworten der Lernenden erstmals detailliert ausgewertet. 62 Fragebogen wurden in die Auswertung einbezogen. Fazit ist ein hoher Anteil von Lernenden, die zufrieden sind und denen es auf dem Lehrbetrieb gut bis sehr gut gefällt.

Lehrmeister erhalten gute Noten für die Ausbildung
Über 90 Prozent der Lernenden geben an, dass sie von ihrem Lehrmeister gut ausgebildet werden. Im gleich hohen Prozentbereich wird auch angegeben, dass sich der Berufsbildner genügend Zeit nimmt, um eine Arbeit zu erklären und in eine neue Tätigkeit einzuführen. Betreffend der Unterstützung des Lehrmeisters bei der Verfassung von Berichten für die Lerndokumentation sind die Lernenden auch zufrieden. Jene Lehrlinge, deren Dokumentation bei der ersten Kontrolle in der Berufsschule als mangelhaft beurteilt wurden, wissen sehr wohl, dass sie selber mehr tun müssen für eine gute Dokumentation und dass das Verfassen der Berichte den Lernerfolg in allen Bereichen der Ausbildung verbessert.
Trotz diesen positiven Rückmeldungen arbeitet die Bildungskommission an einer ständigen Verbesserung der Ausbildungsqualität. Jenem Lehrling, der schlecht ausgebildet wird, nützt es nichts zu wissen, dass die meisten seiner Kollegen auf ihrem Lehrbetrieb gut gefördert werden. Seine Situation und die seiner Nachfolger an dieser Lehrstelle müssen verbessert werden. Daran arbeitet die Berufsbildungskommission.

Arbeiten und Wohnen auf dem Lehrbetrieb findet Anklang
In der Befragung, die zwischen Dezember 2013 und Februar 2014 stattgefunden hat, zeigt sich eine sehr hohe Zufriedenheit bei der täglichen Arbeit und bei der Wohnsituation. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass pro Jahr 6 bis 8 Prozent der Lernenden ihre Lehrstelle wechseln, häufig schon in den ersten Wochen des Lehrjahres. Jene Lehrverhältnisse, bei denen «die Chemie vom Beginn weg nicht stimmte», sind zum Zeitpunkt der Lehrstellenbesuche schon aufgelöst.

Lange Arbeitszeiten, zufriedene Lernende
Ein Dauerthema bei den Lehrstellenbesuchen ist die Arbeitszeit. Die angehenden Landwirte arbeiten mit 55 Stunden pro Woche deutlich länger als andere Berufslernende. Vor allem in Lehrbetrieben mit arbeitsintensiver Tierhaltung ist es für den Berufsbildner eine Herausforderung, den Lernenden an den wichtigen Arbeiten teilhaben zu lassen und trotzdem die Arbeitszeit einzuhalten. Eine regelmässige Überschreitung der Höchstarbeitszeit kann die Berufsbildungskommission nicht dulden, auch wenn von den Lernenden selbst höchst selten Klagen geäussert werden. Den meisten Lehrlingen gefällt ihr gewählter Beruf sehr gut und sie haben eine hohe Leistungsbereitschaft.
Die Lehrstellenbesuche vermitteln insgesamt ein positives Bild der landwirtschaftlichen Praxisausbildung. Viele motivierte Lehrmeister bilden talentierte und eifrige junge Landwirtinnen und Landwirte aus. Die Thurgauer Lehrbetriebe können guten Berufsnachwuchs in die Arbeitswelt entlassen.


BBZ Arenenberg,
Bildung,
Jakob Rohrer







« zurück zur Übersicht