Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
8. Juni 2018


Hütehunde zeigten Arbeit in Perfektion

Ausgabe Nummer 41 (2017)

Am Wochenende vom 6. bis 8. Oktober fand in Oberegg SG bei Muolen die Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Ins Final am Sonntag schafften es von den 50 Teams die besten 16. Den Sieg holte sich Johann Beeli aus Donat/Ems mit Hund Becco.

Ganz konzentriert steht Corinne Nyffenegger mit ihrer Hündin Ianna am Start. Den Blick in die Ferne gerichtet. Dort steht eine Herde Schafe rund 500 Meter entfernt. Der Border Collie scheint bereits zu wissen, um was es geht. Erwartungsvoll schaut die Hündin ihr Frauchen immer wieder an und wartet auf ihren Einsatz. Die Frau aus dem Aargau gibt Ianna ein Zeichen und blitzschnell schiesst die Hündin los. Mit verschiedenen Pfeifzeichen signalisiert sie ihr, was sie zu tun hat.
Mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad fand am Sonntag das Finale der Schweizer Meisterschaft der Hütehunde statt. Anstatt wie bei den Qualifikationsläufen in den vergangenen zwei Tagen mit nur fünf Schafen, mussten die Schäfer und Schäferinnen mit ihren Hunden zweimal 10 Schafe zusammenführen und durch einen Parcours lotsen. Zudem mussten die Hunde ebenso mit Pfeif- und Wortbefehlen markierte Schafe aus der Herde in zwei Gruppen trennen. Insgesamt nahmen 50 Teams an den drei Tagen teil. Von den 16 Finalisten holte sich Johann Beeli aus Domat/Ems mit Hund Becco den Schweizer Meistertitel.

Border Collies zeigen wolfsähnliche Jagdinstinkte
«Ich wünsche mir eine praktische Arbeit mit gutem Teamwork zwischen Schäfer und Hund, bei der man sieht, dass der Hund selbstständiges Arbeiten zeigt», sagte der Richter Dick Roper aus England den Teilnehmern bei der Parcoursbesichtigung. Es muss ersichtlich sein, dass der Hund weiss, was er zu tun hat. Fehlerfrei wären dabei 170 Punkte zu erreichen. «Das schafft aber niemand, denn es ist eine Arbeit zwischen verschiedenen Lebewesen, die alle ihr eigenes Verhalten mit sich bringen», sagt OK-Präsident Andreas Schiess. Eine gewisse Portion Glück, dass alles stimmt, gehöre dazu. Er hält seit 16 Jahren Border Collies, die sich für die Arbeit mit Schafen sehr gut eignen. «Die Hunderasse hat einen angeborenen Instinkt, um eine Herde zusammenzuführen, -halten und zum Führer zu bringen», sagte der fünffache Schweizer Meister und ist überzeugt, dass die Ausbildung der Hütehunde hauptsächlich das Fördern ihrer Veranlagung ist. Es sei eine Art Jagdinstinkt, die beim Wolf ebenso sichtbar sei. Bereits ein junger Border Collie beherrsche das Beobachten, Fixieren und Umkreisen seiner Beute und merke dabei, was er mit seiner Körperhaltung und -spannung bewirke. «Der Mensch hat sich dieses Verhalten für seine Zwecke zugute gemacht», sagt der Mann aus Gossau, der Hütehunde ausbildet und Kurse anbietet. An der diesjährigen Schweizer Meisterschaft reichte es ihm für den zweiten Platz.

30 Schafrassen auf einem Platz
Nebst dem sportlichen Teil und der Festwirtschaft, bot der Anlass einen kleinen Markt mit Produkten von und für Schafe sowie mit regionalen Spezialitäten. Zudem umrahmte eine Schafrassenausstellung die Meisterschaft, und schweizweit waren zum ersten Mal über 30 Schafrassen auf einem Platz zu bestaunen. Darunter zeigen Tierhalter auch seltene Rassen, wie das Ungarische Zackelschaf oder das Jakobsschaf.


Daniela Ebinger













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