Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. März 2019


Idealer Zeitpunkt für Rebschnitt und Planungsarbeiten

Ausgabe Nummer 8 (2019)

Bisher verlief das neue Jahr eher moderat und günstig für die Reben ab, zumindest was die Witterungsbedingungen betrifft. In der Weinbaupolitik und auf den Weinmärkten präsentiert sich die Situation dagegen nicht unbedingt harmonisch. Die neue Agrarpolitik 22+ beschäftigt zurzeit die Verbände und Gremien relativ stark. Und die gut gefüllten Keller sorgen da und dort für einen gewissen Druck auf die künftige Traubenübernahme.

Moderate Wintertemperaturen
Der Winter verlief bisher recht unspektakulär. So zeigen die Wetterdaten eine leichte Kälteperiode um Mitte Dezember und eine weitere dann während der zweiten Januarhälfte. Zwischendurch folgten aber immer wieder relativ milde Phasen, teilweise mit Tagesdurchschnittswerten deutlich über der Nullgradgrenze. Relativ warm, bis gegen 10 °C, war es auch kurz vor Weihnachten und während den letzten Tagen. Dank der günstigen Witterung kommen die Winzer mit dem Rebschnitt gut voran und die Erwartung besteht, dass trotz fast frühlingshafter Temperaturen, der Rebenaustrieb nicht vor Anfang April zu erwarten ist.

Junge Weissweine teilweise bereits im Verkauf
Anlässlich der Jungweindegustation «Weiss» des Jahrgangs 2018 waren sich die anwesenden Kellermeister grundsätzlich einig, dass sich die Weissweine sehr füllig und einige bereits füllfertig präsentierten. Aufgrund der trockenen und heissen Witterung während dem letzten Sommer gaben unter anderem der «richtige Erntezeitpunkt» und das «Säuremanagement » Anlass zu angeregten Diskussionen. Dank den heutigen Möglichkeiten zur Temperatursteuerung während der Gärung darf man davon ausgehen, dass die hiesigen Weissweine punkto Haltbarkeit und Fülle im Vergleich zum Hitzesommer 2003 einen Qualitätssprung gemacht haben.

Neue Pflanzenschutzstrategien
Ein wesentliches Ziel des integrierten Pflanzenschutzes ist die Förderung einer nachhaltigen Produktion. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Massnahmen ergriffen. Eine davon ist der Einsatz möglichst schonender Pflanzenschutzmittel (PSM). Im Rebbau hat man den Vorteil, dass vor allem die innere Qualität der Trauben von Interesse ist, die äussere spielt eine untergeordnete Rolle. Diesen Umstand kann man sich zunutze machen, um Rückstände von PSM zu reduzieren. Erkenntnisse aus der Forschung und neue Pflanzenschutzmittel liefern dazu die notwendige Grundlage. Abhängig von Jahr, Sorte und Lage können so mehr oder weniger deutliche Reduktionen erreicht werden.


Fachstelle Rebbau SH-TG-ZH







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