Ausgabe Nummer 26 (2004)
Im Grundsatz vergleichbare Positionen
| Besuch österreichischer Bauernvertreter im Thurgau | |||
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Im Grundsatz vergleichbare Positionen
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| Schweizer und österreichischer Bauernpolitiker trafen sich Anfang Woche in der Ostschweiz zu einem Gedankenaustausch. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen zur europäischen und weltweiten Liberalisierung der Agrarmärkte. Der Greuthof von SBV-Präsident Hansjörg Walter in Wängi bildete eine der Stationen des Besuchs. | |||
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| Die Delegation der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs orientierte sich auf verschiedenen Betrieben in den Kantonen Thurgau und St. Gallen über die Situation der Schweizer Bauernfamilien und erörterte mit der Spitze des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) aktuelle agrarpolitische Fragen. Einig zeigten sich die Bauernvertreter beider Länder an der Medienorientierung auf dem Greuthof in Wängi, dass eine grenzenlose Liberalisierung der Agrarmärkte nicht im Sinn der bäuerlichen Familienbetriebe beider Länder sei. Die österreichische Delegation wurde von Rudolf Schwarzböck angeführt, dem Vorsitzenden der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs. An der Spitze der SBV-Vertretung standen Präsident und Nationalrat Hansjörg Walter und Direktor Jacques Bourgeois. Vieles ist vergleichbar Nachdem die Gäste aus Österreich am Dienstagmorgen in Stettfurt das Gemüsebauunternehmen von Erwin Gamper besichtigt hatten, traf man sich auf dem Betrieb von Präsident Hansjörg Walter zur Medienkonferenz. Hier wurden den Gästen die Schweizer Landwirtschaft und die Besonderheiten der Agrarpolitik vorgestellt. Von der Struktur sowie von den klimatischen und topographischen Bedingungen her weist die Landwirtschaft der beiden Länder viele Parallelen auf, betonten sowohl Rudolf Schwarzböck als auch Hansjörg Walter. Auch die agrarpolitische Grundausrichtung sei in mancher Hinsicht vergleichbar, wurde konstatiert. Im Mittelpunkt der Erörterung von politischen Fragen standen die laufenden WTO-Verhandlungen. Einig war man sich darin, dass die derzeitigen Liberalisierungsvorstellungen zu weit gehen. Sowohl Österreich wie auch die Schweiz fordern, dass das Prinzip der Multifunktionalität akzeptiert wird und Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auch in benachteiligten Gebieten Bauernfamilien eine Existenz ermöglichen. Schwarzböck meinte dazu, dass die Landwirtschaft in Österreich zwar eine beachtliche politische und gesellschaftliche Solidarität geniesse, wogegen das Tempo der WTO-Liberalisierung zu forsch sei. «Kaufpatriotismus» als Heilmittel? Mit Blick auf die EU-Mitgliedschaft Österreichs meinte Schwarzböck, dass es in der Landwirtschaft vorerst zu einer Art Beitrittsschock gekommen sei, dass dieser aber mittlerweile überwunden sei. Er wies dazu einerseits auf die Erfolge im Milchsektor hin, wo Österreich mittlerweile mehr nach Italien und Deutschland exportiert, als es von dort importiert. Andererseits erwähnte er eine Art «Kaufpatriotismus», der sich seit dem Jahr des EU-Beitritts in unserem Nachbarland entwickelt hat. «Wir sind nicht klein und schwach, sondern klein und tüchtig», kommentierte er das Selbstverständnis der österreichischen Landwirtschaft in der Europäischen Union. Mit Bezug auf die staatliche Unterstützung hielt Schwarzböck weiter fest, dass es in den letzten Jahren eine Umlagerung der Fördermittel gegeben habe. Die Mehrheit der Gelder werde nun zur Förderung des ländlichen Raumes als Ganzes eingesetzt, der kleinere Teil dagegen werde zur Stützung von Märkten eingesetzt. Auf dem Besuchsprogramm stand am Dienstagnachmittag schliesslich der Betrieb von Robert Bischofberger, dem Präsidenten des St. Gallisch-Appenzellischen Milchverbandes, wo Fragen der Milchwirtschaft diskutiert wurden. Hierbei ging es darum, sich gegenseitig über die getroffenen Massnahmen zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen für die Milchproduzenten zu orientieren. Von besonderem Interesse für die Gäste waren die ersten Vorstellungen über den Ausstieg aus der Milchkontingentierung. Für die Schweizer Vertreter stand die Frage im Zentrum, wie die Österreicher es geschafft haben, nach dem EU-Beitritt die Marktanteile im Milchprodukteexport auszubauen. (pd/hil) |
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