Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Im Zentrum stand die faire Milchproduktion

Ausgabe Nummer 37 (2017)

Die ausserordentliche Generalversammlung der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP) befasste sich unter anderem mit dem aktuellen Gerichtsfall. Ruedi Schnyder kündigte altershalber seinen Rücktritt als Präsident an. Die Versammlung verlief fair und konstruktiv.

Ziel der ausserordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP) ist es, der Genossenschaft mit rund 900 Mitgliedern die Rechtssicherheit zurückzubringen, begrüsste Präsident Ruedi Schnyder, Ellighausen, die 117 anwesenden Mitglieder. Er erinnerte an den Beschluss der SMP, für die saisonale Marktstützung unter dem Titel LactoFama Gelder einzuziehen. Dieser geht auf einen Antrag der Zentralschweizerischer Milchproduzenten (ZMP) und der Lobag bis ins Jahr 2012 zurück. 2015 beschloss der Vorstand TMP, das Inkasso nicht mehr über die Milchkäufer abzuwickeln, sondern selbst in die Hand zu nehmen. Schnyder zeigte auf, welche Diskussionen und Gespräche innerhalb der Genossenschaft geführt wurden, bevor die Nichtzahler aufgefordert wurden, die ausstehenden Beiträge zu begleichen. Der Entscheid des Bezirksgerichtes Arbon bestätigt, dass die zur Zahlung fälligen Beiträge grossmehrheitlich geschuldet sind. Die Beklagten reichten aber eine Beschwerde gegen die Beschlüsse der LactoFama ein. Schnyder erklärte, dass die Genossenschaft laut Gerichtsurteil nur dann Leistungen von ihren Mitgliedern fordern könne, wenn diese eine statutarische Grundlage haben. Diese sei nun mit der heutigen Abstimmung sichergestellt.

Der Statutenänderung wurde grossmehrheitlich zugestimmt
Schnyder erinnerte auch daran, dass die vorgesehene Finanzierung von 0,35 Rappen pro Kilogramm Milch zur saisonalen Marktstützung (LactoFama) vollumfänglich geschützt wurde. Gegen diesen Entscheid haben die Beklagten beim Obergericht des Kantons Thurgau eine Beschwerde eingereicht. «Mit der ausserordentlichen Generalversammlung wurde der Mangel in unseren Statuten behoben, damit ist die Genossenschaft rechtlich abgesichert» so Schnyder. Mit 98 Ja gegen 14 Nein stimmten die Versammlungsteilnehmer dafür, dass die ordentlichen und statutengemäss gefassten Beiträge zu bezahlen sind. Mit 89 Ja- zu 28 Nein-Stimmen wurden auch die Finanzierung nationaler Selbsthilfemassnahmen sowie Finanzierung der Genossenschaft TMP und des Genossenschaftsverbandes Schweizer Milchproduzenten (SMP) im Rahmen der statutarischen Höchstbeträge genehmigt. Der Präsident orientierte über die Rückvergütung von rund einer Million Franken an die Genossenschaftsmitglieder in der Vergangenheit.

Präsident kündigt Rücktritt an
Ruedi Schnyder wies darauf hin, dass 2018 ein ordentliches Wahljahr ist und kündigte altershalber seinen Rücktritt an. Aus gleichem Grund wird auch Vorstandsmitglied Hans Keller, Schocherswil, zurücktreten. Zur Findung eines neuen Präsidenten wird eine externe Kommission eingesetzt. Wie Schnyder in seinen Ausführungen weiter erklärte, hat eine Arbeitsgruppe das Forum Milchthurgau entwickelt. Dieses soll den politischen Meinungsbildungsprozess zwischen Präsident, Vorstand, Delegierten und der Basis bilden. Im Zentrum stehen Vermarktungsstrukturen, Milchmarkt, Branchenorganisation Milch sowie Preisbindung. Schnyder wies darauf hin, dass die Genossenschafter eingeladen sind, Themen und Diskussionspunkte einzubringen. Das erste Forum Milchthurgau wird am 26. September durchgeführt. Vorgesehen ist die Konstituierung des Forums Milchthurgau und die Genehmigung des Reglements. Diskutiert werden Anliegen der Forumsteilnehmer sowie die Nachfolgeregelung des Vorstandes TMP 2018. Nationalrat Markus Hausammann, Präsident des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft, lobte die Arbeit der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten. Nach der Versammlung hielt ein Besucher fest, dass die Versammlung informativ und äusserst fair verlief.


Mario Tosato










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