Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Imker fordern Aufschub für Neonicotinoid-Zulassung

Ausgabe Nummer 44 (2015)

Nur noch bis Ende Jahr ist der Einsatz der drei bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide in der Landwirtschaft stark eingeschränkt. Die von der Universität Bern letzte Woche veröffentlichte Studie beweist die von den Bienenhaltern längst befürchtete Gefahr dieser Pestizide für die Bienen. Für gründlichere Verträglichkeitsprüfungen fordern die Imker vom Bund die Verlängerung des Moratoriums.

Seit zwei Jahren darf das Raps- und Mais-Saatgut zum Schutz vor Schädlingen nicht mehr vorbeugend mit den drei Neonicotinoide Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid gebeizt werden, da sie im Verdacht stehen, das Bienensterben mitzuverschulden. Einem internationalen Forscherteam unter der Leitung der Universtität Bern ist es nun gelungen, die schädigende Wirkung von zwei dieser Chemikalien auf die Bienenköniginnen nachzuweisen.
«Zwei der aktuell verbotenen Pflanzenschutzmittel schädigen die Königinnen erheblich», erläutert Benjamin Dainat vom Bienengesundheitsdienst die Studie: «Da diese Anführerinnen nicht nur für den Zusammenhalt des Bienenvolkes, sondern auch fürs Eierlegen verantwortlich sind, können gesundheitliche Probleme der Königinnen zum Verlust ganzer Bienenvölker führen».
Da das Moratorium für die drei Neonicotinoide Ende Jahr ausläuft, ist es Zeit zu handeln. «Wir Imker verlangen eine umgehende Verlängerung des Moratoriums », verdeutlicht Nationalrat Bernhard Guhl, Präsident des Branchenverbandes apisuisse, die Forderung der Imker: «Die Forschung braucht eine Fristverlängerung zur Klärung weiterer unerwünschter Auswirkungen auf Honig- und Wildbienen. Wir haben Herrn Bundesrat Schneider-Ammann schriftlich darüber informiert».
Mathias Götti, Spezialist für Pflanzenschutzmittel und Regionalberater Bienengesundheit, präzisiert das Anliegen der Imker: «Nur gesunde Bienen können die für die Natur und unsere Lebensmittelversorgung so wichtige Bestäubungsleistung erbringen. Obwohl die heutige Landwirtschaft nicht mehr ohne Pflanzenschutzmittel auskommt, sollten diese vor einem Einsatz im Feld ausgiebig auf ihre Auswirkungen getestet werden».

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an:
Mathias Götti, Fachspezialist Pflanzenbau, Bienengesundheitsdienst,
Telefon 076 511 22 21. mathias.goetti@apiservice.ch,

Bernhard Guhl, Präsident apisuisse, Telefon 079 337 80 50,
bernhard.guhl@parl.ch.


apiservice gmbh, Bern










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