Ausgabe Nummer 36 (2007)

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In der Schweiz einzigartig koordinierte Hagelabwehr

Alle Delegierten stimmten der Verlängerung der Versuchsphase zu

Dem Hagelabwehrverband Thurgau sind nebst 27 Gemeinden auf dem Kantonsgebiet deren 11 aus der st. gallischen Nachbarschaft angeschlossen. Die Delegiertenversammlung vom 30. August beschloss einstimmig, die seit neun Jahren laufende Versuchsphase um vier Jahre zu verlängern, um dann die konkreten Erfahrungswerte in die Zukunft des Verbandes einzubringen.

«Nach der neunjährigen Versuchsphase dürfen wir feststellen, dass der koordinierte Kampf gegen den Hagel mittels Abwehrraketen erfolgreich ist. Der Verband, der von 38 Thurgauer und St. Galler Gemeinden finanziert wird, will sich an der heutigen Versammlung die Unterstützung für weitere vier Jahre sichern», sagte der Präsident Arthur Angehrn nach der Begrüssung der Delegierten.

Lücken schliessen
Als ein weiteres Ziel der nahen Zukunft nannte der Präsident die Notwendigkeit, die noch vorhandenen Löcher in der Landschaft des Verbandsgebietes zu schliessen und besonders die noch abseits stehenden elf Gemeinden von der unbestrittenen Wirksamkeit der gemeinsamen Hagelabwehr zu überzeugen. Mit Nachdruck forderte er die Delegierten auf: «Vermehrt muss in Gesprächen mit abseits stehenden Gemeinden und deren Behörden darauf hingewiesen werden, dass die gemeinsame und erfolgreiche Hagelabwehr sich längst nicht mehr nur auf die Vermeidung von Schäden an den Kulturen beschränkt, denn die Schadenssummen an Gebäuden und Sachwerten wie Autos und Einrichtungen gehen oftmals über jene an den Kulturen hinaus». Die Solidarität im gemeinsamen Vorgehen der Gemeinden diene darum der Gesamtbevölkerung.

Wünsche und Anregungen
In der rege benützten Diskussion stellte niemand den Nutzen der gemeinsamen Hagelabwehr in Frage, hingegen wurde verschiedentlich der Wunsch geäussert, die beiden Kantone Thurgau und St. Gallen im Sinne einer Entlastung der Gemeinden stärker in die Pflicht zu nehmen. Weiter wurde angeregt, besonders auch die Sachversicherer als Partner zu gewinnen. Am Vorstandstisch, an dem nebst dem Präsidenten Arthur Angehrn auch der Projektleiter Emil Müller, der Aktuar Albert Stäheli und der Kassier Kurt Edelmann Platz genommen hatten, wurden die Wünsche und Anregungen im Sinne der Gestaltung der Zukunft des Verbandes entgegengenommen. Angenommen wurde auch die gelegentliche Änderung des Namens, etwa auf Hagelabwehr Ostschweiz, oder wer sonst einen passenden neuen Namen einbringen könne.

Ohne Gegenstimme
Der Antrag auf Verlängerung der Versuchsphase wurde einstimmig gutgeheissen, und der Vorstand nahm den Auftrag entgegen, künftig die messbaren Erfolge der gemeinsamen Hagelabwehr auf der verbandseigenen Internetseite und gelegentlichen Publikationen die positiven Erfahrungen sporadisch zu kommunizieren. Emil Müller pflegt gute Kontakte zur Flugsicherung Skyguide und versorgt die 200 Raketenschützen auf dem Verbandsgebiet, damit diese ohne Verzögerung über ihren Einsatz informiert werden. Ins Gespräch wurde auch die Feststellung gebracht, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Hagelschäden und dem Feuerbrand an Obstbäumen zu bestehen scheint, indem in Nachfolgejahren geschädigte Bäume sich als feuerbrandanfällig zeigten. Schlecht kämen im besonderen jene Gemeinden weg, die keine Raketenschützen stellen, war weiter zu vernehmen, denn über deren Gebiete würden sich Hagelzellen sofort wieder aufbauen, worauf der Hagel einsetze.

Christian Jud, Bischofszell


Eine gezielte und flächendeckende
gemeinsame Hagelabwehr nach neuesten
Erkenntnissen soll solche Schadbilder
verhindern. (CJ)
Eine gezielte und flächendeckende gemeinsame Hagelabwehr nach neuesten Erkenntnissen soll solche Schadbilder verhindern. (CJ)