Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Interessiert an Umstellung auf Bio? Jetzt anmelden!

Ausgabe Nummer 30 (2014)

Klar ist, das eine Umstellung auf Bio Veränderungen und Unsicherheiten mit sich bringt. Diesen potenziellen Gefahren stehen zahlreiche Chancen gegenüber.

Unterstützt durch ein Netzwerk aus Praktikern, Beratung und Forschung können Sie Ihre fachlichen Fähigkeiten ohne den Einsatz teils problematischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel weiterentwickeln. Da Sie mehr mit den betriebseigenen Mitteln arbeiten und die Produzentenpreise attraktiv sind, bleibt mehr Wertschöpfung auf Ihrem Betrieb. Dies hat sehr häufig einen positiven Effekt auf Ihr landwirtschaftliches Einkommen. Der Biomarkt bietet derzeit viele attraktive Absatzmöglichkeiten. In diversen Bereichen steigt die Nachfrage. Hinzu kommt, dass sich die technischen Möglichkeiten im Biolandbau weiterentwickeln und die Leistungen des umweltschonenden Biolandbaus mit Direktzahlungen speziell abgegolten werden. Welche Rohstoffe werden besonders nachgefragt? Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und das zu produzieren, wonach der Markt vermehrt nachfragt (vergleiche Tabelle).

Ackerfrüchte pur oder ergänzt durch Weideund Pouletfleisch, Eier und Biodiversitätsflächen
Biogetreide, Körnerleguminosen (rein oder mit Mischpartner) sowie Bio-Ölsaaten sind seit mehreren Jahren sehr gesucht. Dies aufgrund der steigenden Nachfrage und infolge des tiefen Anteils an einheimischer Produktion. EndverbraucherInnen wünschen sich am liebsten Bioprodukte aus Schweizer Urproduktion. Fortschritte in der Biozüchtung bringen robuste und wuchsfreudige Sorten hervor, die gute Qualität und beachtliche Erträge ermöglichen. Im Bereich der Tierproduktion sind vor allem Natura- Beef-Bio, Bio Weide-Beef, Pouletfleisch sowie Eier gesucht. Eine wachsende Nische eröffnet sich in der Fischproduktion. Von einer Umstellung allein aufgrund der Kuhmilchproduktion ist abzuraten. Die Milchabnehmer führen Wartelisten. Die Lämmerund Schweinemärkte sind mit genügend Angebot versorgt; von einem Produktionseinstieg in diesen Bereichen ist daher eher abzuraten. Biodiversitätsleistungen werden nicht durch einen privatwirtschaftlichen Abnehmer sondern im Auftrag der Schweizer Bevölkerung durch den Bund nachgefragt. Für einen unternehmerisch handelnden Landwirt wird es immer bedeutsamer, für sämtliche auf seinem Hof erzeugten Leistungen den passenden Absatzkanal zu finden. Für den Absatz von Biodiversitätsförderflächen wie extensiven Wiesen oder Weiden, Ackersäumen und dergleichen besteht eine gute Nachfrage. Speziell sind Biodiversitätsflächen mit Qualität, das heisst. auf denen gewünschte Zeigerpflanzen vorhanden sind, gesucht.
Die grössere Pflanzenvielfalt auf solchen Flächen bietet Nahrungs- und Lebensraum für seltene Insekten- und Vogelarten. Diese dienen nicht zum Selbstzweck, sondern sind nicht selten Feinde von Schädlingen. Praxisbeispiele zeigen, dass Biodiversitätsleistungen neben einer intensiveren Nahrungsmittelproduktion Platz haben und diese gut ergänzen können. Es stellt sich also nicht die Frage des «entweder oder» sondern es eröffnet sich die Chance für «sowohl als auch».
Spielen Sie mit dem Gedanken, Ihren Betrieb auf Bio umzustellen? Im Rahmen einer Umstellungsberatung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie die Umstellung abläuft, was sich voraussichtlich finanziell verändern wird und bieten Ihnen Anschluss an ein Netzwerk von Biopraktikern. Wie Sie am besten zur Umstellung per 1. Januar 2015 vorgehen, entnehmen Sie dem Kästchen. Die Bioberatung des BBZ Arenenberg berät Sie gerne auf der Suche nach den für Ihren Betrieb besten Absatzmöglichkeiten und Produktionskombinationen.


Daniel Fröhlich,
BBZ Arenenberg







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