Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Jugendliche sensibilieren für Littering-Problematik

Ausgabe Nummer 8 (2015)

Drei Sekundarschüler aus Berg nutzten die Projektwoche, um die Bevölkerung für die Problematik von Littering im ländlichen Raum zu sensibilisieren.

Angela Streckeisen, Tochter von Jörg Streckeisen (Vorstandsmitglied beim Verband Thurgauer Landwirtschaft, Ressort Spezialkulturen) aus Berg nutzte aus eigener Initiative heraus die Projektwoche an der 3. Sekundarklasse Berg für eine Kampagne gegen Littering. Jan Witzig und Daniel Imark, ihre Klassenkameraden, erwiesen sich als motivierte Mithelfer. Diese Unterstützung war insbesondere wichtig, als es im November 2014 darum ging, an verschiedenen Daten Müll an der Verkehrsachse in der Region rund um Berg einzusammeln. Die Jugendlichen machten die für sie ernüchternde Erfahrung, dass sie von jeder ihrer Müll-Touren immer mit zum Bersten gefüllten 110-Liter-Müllsäcken zurückkehrten. Die teilweise auch unappetitliche Müllflut wurde in der Scheune auf dem Hof der Familie Streckeisen, deren Haupterwerbszweig der Obstbau ist, zwischengelagert. Angela, Jan und Daniel stellten fest, dass achtlos Weggeworfenes häufig nicht direkt am Wegesrand ersichtlich ist, sondern über eine Entfernung von mehr als drei Meter. Das eine oder andere «Fundstück» am Wegesrand löste bei den Jugendlichen Unverständnis darüber aus, wie gedankenlos manche Mitmenschen sich von nutzlos gewordenen Gebrauchsgegenständen entledigen. Und dies, obwohl eigentlich ein dichtes Netz von Recycling-Stellen, auch im ländlichen Raum, vorhanden ist. Angela, Jan und Daniel fanden gemeinsam eine kreative Lösung, um eine breitere Öffentlichkeit für die Thematik Littering zu sensibilisieren.

Nachhaltige Erfahrungen und Eindrücke
Aus dem eingesammelten Müll erbauten sie eine Müllskulptur, zusammengesetzt unter anderem aus eingesammelten Flaschen. Gülleschlauchteile bildeten die Arme des «Müll-Mahnmals». Dies alles klebten sie mit Heissleim zusammen. Mit dieser Skulptur, die sie «Fränzi» tauften, begaben sie sich an einem Vormittag vor die Volg-Filiale in Berg. Die Jugendlichen suchten das Gespräch mit den Passanten, um sie für die Thematik Littering zu sensibilisieren. Vereinzelt blieben Passanten, vor allem ältere, stehen. Es ergaben sich interessante Gespräche. Viele Passanten warfen jedoch nur einen kurzen Blick auf die Müllskulptur und eilten rasch weiter. «Wir vermuten, dass sich der eine oder andere in Gedanken darin ertappt fühlte, selbst auch schon Abfälle, zum Beispiel aus dem Auto oder in die angrenzende Wiese weggeworfen zu haben», meinten Angela, Jan und Daniel. Sie hielten im Rahmen ihrer Projektarbeit auch einen Vortrag über die Littering-Thematik vor ihren Klassenkameraden.
Nach Ende der Projektwoche mussten die Jugendlichen «Fränzi», die wörtlich «aus dem Leim fiel», zwar im Werkhof «beerdigen»: Geblieben sind ihnen jedoch wertvolle Eindrücke und Erfahrungen. Sie ziehen das Fazit, dass es einen kleinen Prozentsatz an Personen gibt, welche vermutlich immer «littern» wird: «Sie zeigen sich für die Problematik unempfänglich und dies kann man nicht ändern. Aber wir haben während unserer Projektarbeit sicher einige Gedankenanstösse geliefert, insbesondere unter unseren Klassenkameraden.» Angela, Jan und Daniel sind der Meinung, dass bei den Verpackungen sicher noch einiges reduziert werden könnte. Und sie regen an, dass noch vermehrt Alu-Sammelbehälter errichtet werden. Diese seien, im Gegensatz zum PET, noch weniger häufiger zu finden.


Isabelle Schwander




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