Ausgabe Nummer 18 (2008)

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Jugendliche zeigten sich von "agro-image" begeistert

agro-image sucht Bäuerinnen und Bauern, die in der Schulstube unterrichten

Schülerinnen und Schüler der Hauswirtschaftschule an der Sekundarschule Auen in Frauenfeld erlebten einen nicht alltäglichen Unterricht. Anstelle ihrer Lehrerinnen unterrichteten Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung und zeigten im Modul «Swissmade » die Unterschiede zwischen den Produktionsformen, Labels und Lebensmittel auf.
Kürzlich erlebten die Schülerinnen und Schüler der Hauswirtschaftsschule an der Sekundarschule Auen in Frauenfeld einen besonderen Unterricht. Für einmal standen nicht die Lehrerinnen Barbara Gerber und Simone Eisenhut vor ihren Schülerinnen und Schülern, sondern Bäuerinnen und Bauern aus der Umgebung, angeführt von Anita Caduff, Geschäftsführerin von agro-image. agro-image ist ein Projekt im Rahmen «Landwirtschaft macht Schule ». Zu Beginn des Nachmittags stellte Roman Jud aus Hörhausen seinen Betrieb vor. Er erklärte den Schülerinnen und Schülern, was ein Vater-Sohn-Betrieb ist und erzählte über den Ackerbau und seine 250 Mutterschweine. Jud versäumte es nicht, für den Beruf Landwirt beste Werbung zu machen. Die Jugendlichen zeigten sich interessiert und stellten gezielte Fragen zum Umgang mit den Tieren und den Landmaschinen. Natürlich interessierten sie sich über die finanziellen Aussichten.

Eier als Beispiel
Anhand von Eiern und Hühnerhaltung erklärte Anita Caduff den Schülerinnen und Schülern über die Produktion von Lebensmitteln in der Schweiz. Dabei wurden Tierschutzvorschriften ebenso wie Pflanzenschutzmittel thematisiert. Die Kinder erfuhren den Unterschied zwischen schweizerischen und ausländischen Eiern. Sie wurden aber auch über Bioproduktion und Labels informiert. In Workshops galt es, Fragen zu lösen und die Thematik «Landwirtschaft» zu vertiefen. Hauswirtschaftslehrerin Barbara Gerber hat schon verschiedentlich die Landwirtschaft in ihrer Schulstube thematisiert. Sie war mit ihrer Klasse auf einem Bauernhof, um die Schüler über die Bioproduktion zu informieren. Für Barbara Gerber ist diese Art Unterricht wichtig. Nach ihren Erfahrungen wissen viele Kinder nicht mehr, wie Lebensmittel produziert werden.

Über 1000 Schulklassen wurden unterrichtet
Wie Anita Caduff erklärt, ist agro-image eine Verein junger Bäuerinnen und Bauern, der im Jahre 1995 gemeinsam mit Lehrkräften im Kanton Freiburg gegründet wurde. Bisher wurden in über 1000 Schulklassen in der Deutsch- und Westschweiz sowie im Tessin unterrichtet. Dank der Weiterempfehlung durch die Lehrkräfte ist die Nachfrage nach «landwirtschaftlichem Unterricht» weiter zunehmend. Im laufenden Jahr werden gegen 300 Schulklassen in allen drei Landessprachen von Bäuerinnen und Bauern unterrichtet. Das Unterrichtsmaterial ist modular aufgebaut und richtet sich nach den Inhalten der Lehrpläne. agro-image wird durch verschiedene Sponsoren finanziert. Ein grosser Teil der Kosten übernimmt der Schweizerische Bauernverband. agro-image ist ein Teil der Imagekampagne «Gut gibt?s die Schweizer Bauern». Auch kantonale Bauernverbände und Unternehmungen, die im vor- oder nachgelagerten Bereichen der Landwirtschaft tätig sind, gehören nach Angaben von Caduff zu den Sponsoren.

Mario Tosato



Verstärkung gesucht
Wie Anita Caduff erklärt, werden im Thurgau noch Bäuerinnen und Bauern gesucht, die gerne an der Schule unterrichten möchten. Sie gibt gerne Auskunft über die interessante Tätigkeit: Anita Caduff, Fluofeld, 6414 Oberarth, Tel. 079 75539 61, info@agro-image.ch, www.agro-image.ch


Anita Caduff für einmal nicht im Stall, sondern in der Schulstube. (tos)
Anita Caduff für einmal nicht im Stall, sondern in der Schulstube. (tos)