Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Käsepflege und -lagerung im Fokus der Aktionäre

Ausgabe Nummer 35 (2017)

Generalversammlung Thurgauische Käse-Reifungs AG

Die einheimische Käseproduktion soll für die Konsumenten in den Vordergrund gestellt werden.

Laut Jürg Fatzer, Geschäftsführer Thurgauer Milchproduzenten und Präsident des Verwaltungsrates der Thurgauischen Käse-Reifungs AG, hatten sich die Verantwortlichen bereits vor über fünfzig Jahren entschieden, sich mit der Käse-Reifungs AG voll und ganz der Käsepflege und -lagerung von Emmentaler- Käse anzunehmen. Nach seinen Aussagen wurden vor zehn Jahren in der Schweiz noch rund 30 000 Tonnen Emmentaler produziert und davon rund 23 000 Tonnen exportiert. Im letzten Kalenderjahr waren es noch rund 17 000 Tonnen, davon ca. 12 000 Tonnen für den Export. Zurzeit macht der Emmentaler AOP nicht mehr als zehn Prozent der in der Schweiz produzierten Käsemenge aus. Er hat laut Fatzer stark von seiner marktbeherrschenden Stellung eingebüsst.

Rund die Hälfte wurden exportiert
«2004 war noch jedes fünfte in der Schweiz produzierte Kilo Käse ein Emmentaler AOP», so Fatzer. Er stellte fest, dass im ersten halben Jahr 2017 noch rund 10 000 Tonnen Emmentalerkäse AOP hergestellt wurden. Das sind 13 Prozent mehr als im ersten halben Jahr 2016. Rund die Hälfte davon wurde exportiert. Doch im Vergleich zum Halbjahresergebnis von 2016 sind dies rund 500 Tonnen weniger. Fast die Hälfte davon ging nach Italien und knapp ein Viertel nach Deutschland. «Prozentual am meisten verloren haben wir beim Export in die USA. Die rund 200 Tonnen weniger machen mehr als 50 Prozent aus».

Gezielte Werbung für Emmentaler Käse
Wenn man die Produktionsmengen und deren Absatzsituation im Export seit 2013 analysiere, habe sich der Export bei durchschnittlich rund 1000 Tonnen im Monat eingependelt. Nun sei es wichtig, dass man beim Inlandkonsum auf ein anständiges Niveau komme, damit von einer Produktionsfreigabe von über 60 Prozent ausgegangen werden könne. Da der Schweizer Durchschnittsbürger rund 3,5 Kilo Halbhartkäse pro Jahr esse, sollte es durchaus möglich sein, dass man einen Teil davon als Schweizer Emmentaler AOP verkaufen könne. Ein erster Schritt sei sicher, dass dem Konsumenten der Mehrwert der Schweizer Produkte näher gebracht wird. Dabei soll unter anderem auf das Tierwohl, die Herkunft und den Genuss hingewiesen werden. Bei der Werbung soll darum der typisch «schweizerische Mehrwert» der Fütterung mit Gras und Heu betont werden.

Bericht der Geschäftsleitung
Betriebsleiter Ernst Lehmann gab bekannt, dass die Renovation der Fassade inklusive der Reklame Emmentaler AOP und Tilsiter bis Mitte September abgeschlossen sein sollte. Für die Behebung der festgestellten Mängel durch das Starkstrominspektorat seien Offerten eingeholt worden. Darin enthalten sind die Anpassungen des Sicherheitskonzeptes, die Ersetzung der Schaltanlage und Trafostation sowie ein Teilersatz der Mittelspannungsanlage. Erneuert wird auch die Telefonanlage.

Verwaltungsrat für vier Jahre wieder gewählt
Der Verwaltungsrat mit Verwaltungsratspräsident Jürg Fatzer, Neukirch-Egnach, an der Spitze und Jörg Schöni (Thurgauer Milchproduzenten), Pfyn; Tony Müller, Milchkäufer, Aktionär OMV, Hagenwil; Walter Roth, Milchkäufer, Aktionär, Neudorf; Bernhard Näf, Milchkäufer, Aktionär, Guntershausen, und Thomas Reinhard, Schweizer Milchproduzenten, Bern, wurden für die Wahlperiode 2017 bis 2021 wieder gewählt.


Mario Tosato







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